Kopfsalat - Einsamkeit und Armut (2) mit Mareice Kaiser

Shownotes

In dieser Folge des Podcasts „Kopfsalat“ von Freunde fürs Leben e.V. spricht Moderator Sven Haeusler mit der Journalistin, Autorin und Moderatorin Mareice Kaiser über Armut und Einsamkeit in Deutschland. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesellschaftliche Strukturen und politische Entscheidungen Lebensrealitäten prägen und warum Armut kein individuelles Versagen ist.

Mareice Kaiser beschreibt, wie sich fehlende finanzielle Ressourcen auf Bildung, Teilhabe und persönliche Entwicklung auswirken und warum viele Chancen ungleich verteilt sind. Besonders eindrücklich spricht sie über die Rolle und Folgen von Scham: „Armutsbetroffene Menschen werden beschämt und Scham macht einsam.“ Gesellschaftliche Zuschreibungen sind ein Hauptgrund für sie, der häufig zu Rückzug und Isolation führe.

Die Folge beleuchtet das Zusammenspiel von Armut sowie Fremd- und Selbstzuschreibungen und zeigt, wie eng Einsamkeit mit strukturellen Bedingungen verknüpft ist. Auf Grundlage ihrer langjährigen Gespräche mit armen und reichen Menschen plädiert die Journalistin und Autorin für einen Perspektivwechsel, um Armut und ihre Folgen sichtbar zu machen.

Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Diese Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.

Vom 22. bis 28. Juni 2026 findet die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ statt. Alle sind herzlich eingeladen sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen! Ziel ist es, zum Thema Einsamkeit zu sensibilisieren und anderen Angebote zum gemeinsamen Austausch und zur Begegnung zu zeigen.

Weitere Informationen findet ihr auf: https://kompetenznetz-einsamkeit.de/aktionswoche Um nichts zu verpassen, könnt ihr euch zudem den Newsletter des Netzwerks abonnieren: https://kompetenznetz-einsamkeit.de/das-kne/newsletter

Moderation und Redaktion: Sven Haeusler - http://www.svenson-suite.de/cms/ Audio Editor: Julius Hofstädter Musik und Jingle: Bela Brauckmann - https://www.belabrauckmann.com/ Produktion und Redaktion: Diana Doko, Jasmin Hollatz und Vera Colditz von Freunde fürs Leben e.V. – https://www.frnd.de/ Idee: Sonja Koppitz - https://www.sonjakoppitz.de/ Foto: Benno Kraehahn - https://kraehahn.com/portfolio.html Coverdesign: Stefanie Butscheidt - http://www.grafische-requisite.de/kontakt/

Transkript anzeigen

00:00:00: Armuts betroffene Menschen werden in unserer Gesellschaft beschämt und Scham macht einsam.

00:00:05: Schambehaftete Themen sind ja Themen, mit denen legst du dich im Dein Bett auf dein Sofa, ziehst eine Decke über den Kopf und willst am liebsten mit niemandem darüber reden weil es dir so unangenehm ist.

00:00:16: unsere Gesellschaft beschämt armutsbetroffene Menschen eben auch, weil wir so viele Erzählungen in unserer Gesellschaft haben.

00:00:21: Die Menschen in Armut beschämen zum Beispiel das was wir eben hatten mit dem du musst dich nur anstrengen dann klappt es schon und mit dem ganz viel leisten und so.

00:00:29: Dann muss man auch nicht arm sein, was ja auch immer dann bedeutet.

00:00:32: Menschen die in Armud leben sind selbst schuld ist auch ein ganz großes Thema.

00:00:36: in unserer gesellschaft wäre es eigentlich schuld daran und es sind immer die armuts betroffenen menschen.

00:00:42: so lautet auf jeden fall die erzählung.

00:00:44: Das macht klein und es macht ja auch nicht unbedingt ein Gefühl von ich bin wichtig, meine Stimme ist wichtig.

00:00:49: Und ich kann jetzt mal Sachen ausprobieren sondern das ist einfach genau der Rückzug, der dann passiert.

00:01:14: über das Thema Einsamkeit und Armut, weil es wichtig ist.

00:01:20: Meine Selbstgespräche laufen meist nur in meinem Kopf ab.

00:01:23: Heute spreche ich aber für euch und deshalb eben nicht mit mir selbst sondern mit meinem Besuch.

00:01:29: Sie ist in Niedersachsen geboren und lebt im Berlin.

00:01:33: Sie arbeitet als Tunerlisten, Autorin und Moderatoren.

00:01:37: Von zwanzig bis Anfang Zweiundzwanzig leitete sie als Chefredakteur in das Online-Magazin Edition.

00:01:44: Anschließend arbeitete sie beim Schweizer Magazin Annabelle.

00:01:48: Heute arbeitet sie als freie Journalistin für unterschiedliche Medien.

00:01:52: Sie beschäftigt sich seit Jahren journalistisch mit Geld, Klasse Arbeit, Teilhabe und Ungleichheit – und hat das Buch «Wie viel was wir mit Geld machen und was Geld mit uns macht» veröffentlicht in dem sie mit sehr armen und mit sehr reichen Menschen über Geld gesprochen hat.

00:02:11: Sie hat auch noch viele andere Bücher geschrieben, zuletzt im Jahr twenty-fünfundzwanzig – ich weiß es doch nicht!

00:02:15: – ein hunderteins entlastende Antworten auf existenzielle Fragen.

00:02:19: Und seit den Jahren zwanzig führt sie außerdem für den Freitag die Reihe Neue Maloche.

00:02:24: Da spricht sie mit Menschen, die arbeiten und in medialen Debatten über Arbeit sonst meist kaum vorkommen.

00:02:31: Mein Gott!

00:02:32: Wo treibt die Freunde für das Leben Redaktion nur immer diese passenden Gäste auf?

00:02:36: Und damit herzlich willkommen, Marike Kaiser.

00:02:39: Hi!

00:02:39: Danke für die Einladung.

00:02:41: Danke für deinen Kommen.

00:02:43: Da hat es nicht die einfachste Anreise weil Straßensperrungen und alles länger gedauert als gedacht und so.

00:02:49: Das gehört wahrscheinlich nicht zu dein Highlights der zurückliegenden Woche aber vielleicht gibt es ein anderes Ereignis dass du gerne mit uns teilen möchtest.

00:02:57: hierherzukommen meinst du gehört nicht zu den

00:02:59: Highlights.

00:03:00: kann ja noch werden

00:03:01: oder Ich geh mein Bestes auf jeden Fall.

00:03:05: Genau, ich hab ein Highlight mitgebracht tatsächlich nicht aus dieser Woche aber es ist zu schön um das nicht zu erzählen.

00:03:10: Es liegt schon bisschen weiter hinter uns war vor ein paar Wochen und es war so dass der Schlüssel der Haustür und Wohnungsschlüssel und der Schlüsse für meinen Büro meinem Kind vor der HaUSTür in so einen Loch gefallen ist.

00:03:25: Ist so ein bisschen schwierig zu erklären was genau?

00:03:27: Aber manchmal siehst du das vielleicht so auf Straßen.

00:03:29: da gibt's Ja, wie nennt man das?

00:03:33: Solche Teile die einfach im Boden sind und dann geht es halt da so runter.

00:03:38: Und da können Sachen reinfallen.

00:03:39: Wie nennten wir denn sowas?

00:03:41: Gitter

00:03:42: oder ... Ja, Gitter ist das Wort dass ich gesucht habe.

00:03:43: Genau also in so ein Gitter reingefallen.

00:03:47: Dann standen wir da, es war so zwanzig Uhr Es war kurz vor einem Feiertag.

00:03:52: Also am nächsten Tag war auch Feiertags Und wie gesagt halt die Wohnung und das Büro.

00:03:58: Es gab auch kein ... Doch, es gibt ein Zweitschlüssel aber der nützt ja nichts wenn das trotzdem alles in diesem Gitter drin ist.

00:04:05: Ja dann hab ich natürlich ChatGPT gefragt was ich machen soll habe mir selbst doch meine Gedanken gemacht hab dann so einen Kleiderbügel.

00:04:13: weiß es gibt doch manchmal so billige Kleider bügel die man so auseinander ziehen kann den hab ich mir dann so augeinander gezogen.

00:04:19: Dann dachte ich da könnte ich vielleicht irgendwie Klebeband dran machen und dann mit einem Klebeband das so hochziehen.

00:04:26: Du musst dir vorstellen, unter diesem Gitter war bestimmt also auf jeden Fall über einen Meter wo man dann eben runter musste.

00:04:32: Man sah den Schlüssel auch nicht da lagen auch so Blätter und so drin naja und ich stocherte da mit diesem ausgezogenen Kleiderbügel da so drin rum weil ich habe ihn dann unten auch so gebogen weil ich dachte vielleicht kann ich diesen Schlüssel irgendwie so hoch bringen.

00:04:48: Das ist jetzt, wie du merkst noch nicht unbedingt das Highlight.

00:04:51: Aber das kommt gleich.

00:04:52: Das war eher ein Lowlight bis dahin und dann war es aber so dass ich da eben auf den Knien war, da so rumgestochert habe und dann kam ein Nachbar von mir vorbei und meinte so Ich glaube er hat noch nicht mal gesagt was machst oder weil.

00:05:01: es war irgendwie offensichtlich dass man denkt sowas tut sie da hab ihm das erklärt und dann meint ihr ja schwierig aber ich überleg mal Und ich habe dann irgendwie so weiter gemacht und natürlich auch weiter drüber nachgedacht und dann Kam er so fünf Minuten später mit einem sehr langen Stock, keine Ahnung wo er den hatte.

00:05:22: Und dann so einen Haken, den er da rein basteln konnte und ging dann mit dem Stock in dieses Gitter.

00:05:29: Ich hab zum Glück ein ziemlich großen Schlüssel bunt.

00:05:31: also man hat gute Möglichkeiten sich da so rein zu friemeln.

00:05:35: ja und zack war der Schlüssel wieder da.

00:05:36: Krass!

00:05:37: Und das ist für mich einfach so... Also erst mal hat er mein Leben gerettet.

00:05:44: Also ich persönlich finde es auch selbstverständlich an solchen Sachen oder an solchen Menschen, an solchen Begebenheiten wobei zu kommen und zu helfen.

00:05:49: Aber... Es ist ja nicht unbedingt selbstverständlich.

00:05:52: Und es ist auch so heute nicht unbedingt Selbstverständlich, dass man die Nachbarin mit denen man zusammen im Haus wohnt kennt und die unterstützt.

00:05:59: in unserem Haus zum Glück schon.

00:06:02: also wir kannten uns eben auch.

00:06:03: er wusste wer ich bin.

00:06:04: Ich wusste jetzt nicht wie gut er ausgestattet ist an Werkzeug.

00:06:07: Jetzt weiß ich's.

00:06:08: Also ich weiß jetzt wer der erste Person ist Die ich anspreche wenn irgendwas passiert und ich irgendwas brauche.

00:06:13: Aber für mich ist das einfach so ein gutes Beispiel dafür Dass wir eben Ja auch andere Leute brauchen dass wir Hilfsbereitschaft brauchen Wie gut ist einfach ein Tag oder vielleicht auch ein Leben, wenn man etwas übertreiben will retten kann.

00:06:25: Wenn da Leute sind die sich umeinander kümmern?

00:06:27: Ja total die Aufmerksamkeit überhaupt zu registrieren und nicht so.

00:06:32: eigentlich bin ich ja gerade auf dem Weg von A nach B.

00:06:34: Er kam grad vom Feierabend tatsächlich.

00:06:36: Also als wir es dann alles raus bekommen hatten habe ich dann auch irgendwie noch gesagt hey was kann ich dir noch Gutes tun?

00:06:40: und so.

00:06:40: Dann meinte er so Lass mal gut sein Ich will einfach nur ins Bett.

00:06:42: Ich hab den ganzen Tag gearbeitet.

00:06:44: Toll!

00:06:45: Ja schöne Geschichte toll.

00:06:47: Nachbarschaftliche Hilfe und Aufmerksamkeit.

00:06:50: Total gut!

00:06:51: Wie hättest du es gemacht, wenn dir so ein Schlüssel da reingefallen hätte?

00:06:54: Das ist ehrlich gesagt der Grund weshalb ich immer einen drei Meter Bindfahrten mit einem Magneten am Ende dabei habe.

00:07:00: Ah, hast Du wirklich?

00:07:02: Nein.

00:07:03: Hätte ja sein können.

00:07:04: Ja,

00:07:04: dafür wäre es

00:07:05: geil!

00:07:05: Ich bin darauf reingefallen weil eben auch dieser Nachbar dann nämlich am Ende gesagt hat das ist der Grund warum er seinen Schlüsselbund immer an seinem Hosenbund hat mit irgendwie so einem wie nennt man das?

00:07:15: So ein Teil da so dran.

00:07:17: Ein Karabiner?

00:07:18: Genau sowas und dann nimmt er sich das nämlich den Schlüssel immer von da ab.

00:07:22: und also ist dann auch mit so einer Verlängerung so weißt du du musstest dann nur eben in die Tür und dann steckst du wieder daran sodass es halt nicht wegfallen kann.

00:07:30: natürlich seit diesem Tag setzten mehrere Wochen her Ja, denke ich auch immer wieder ja.

00:07:34: Ich müsste mir eine Schlüssel irgendwie besser irgendwo dran machen aber ich mach's natürlich nicht.

00:07:38: Ich glaub echt?

00:07:38: Es gibt diese Hosenclips die dann wie dieses Hundeleinen-Prinzip... Genau, wenn man damit rumläuft kriegt man auch sofort so ein bisschen Hausmeister-Vibes.

00:07:50: Das find' ich eigentlich für mich ganz cool!

00:07:52: Aber es ist ein bisschen schwer und manchmal trage ich auch Kleider oder Rückkircher.

00:07:57: Also ich weiß ja jetzt an wen ich mich wende wenns wieder passiert.

00:07:59: Hey du kannst jederzeit wieder bei...

00:08:03: Das war tatsächlich so.

00:08:03: Wir kannten uns gut, wir haben uns öfter mal getroffen und auch ein bisschen miteinander geredet.

00:08:08: Und wir hatten aber noch nicht gegenseitig unsere Telefonnummern und jetzt haben wir sie.

00:08:12: Cool!

00:08:12: Ja?

00:08:13: Sehr gut.

00:08:14: Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, dass du dich revanchierst und eher mal in einer Situation ist wo du was beisteuern kannst oder so.

00:08:23: Also konnte ihm auf jeden Fall am Tag danach etwas geben, was er gerne essen mochte.

00:08:27: also das ist ein bisschen was hat er bekommen.

00:08:30: Sehr gut.

00:08:32: Genau, ich habe auch vorhin überlegt ein kleines Highlights.

00:08:34: Ich habe Fragen nicht warum aber ich habe einen Bootsausflug gemacht.

00:08:40: die Geschichte führt soweit.

00:08:41: es ist sonst nicht so dass sich viele Boots ausflüge in meinem Leben gemacht hätte aber ich hab einen kleinen Boots Ausflug und da waren natürlich mehrere andere Personen auch mit.

00:08:49: raus war ein ganz kleines Boot unter anderem eine eine türkischstämmige Familie, die auch nicht Deutsch gesprochen haben.

00:08:59: Und es waren Großeltern mit ihrem Sohn der Schwiegertochter und deren Baby so... Und das

00:09:04: hast du alles verstanden obwohl du deren Sprache nicht verstanden hast?

00:09:07: Ich

00:09:07: hab's einfach vom Aussehen halt verstanden und wie sie agiert haben.

00:09:10: Die Großeldern waren ganz offensichtlich sehr stolz auf das Baby und der Großvater hat irgendeines Baby gehalten und hat mir zu verstehen gegeben weil ich ne Kamera dabei hatte da sich doch bitte ein Foto von ihm machen möchte.

00:09:21: Ich habe ihm aber zu verstehen gegeben, dass ich ihm das Foto nicht zukommen lassen kann.

00:09:26: Weil es eben in der Kamera ist und er hat ein bisschen Englisch gesprochen und meinte dann so Ah no problem but memory!

00:09:36: Das fand sich total süß weil... Es war ihm gar nicht wichtig, dass er dieses Foto bekommt.

00:09:41: Sondern dass es das gibt?

00:09:42: Ja, da ist es gibt und auch wenn's im Besitz einer völlig fremden Person ist.

00:09:46: aber der Stolz und des Glück über die Situation, dass mit seinem Enkel unterwegs ist hat ihn dazu veranlasst zu sagen hier kommt mal ein Foto dann existiert das irgendwo fand ich Hat mich berührt, fand ich schön.

00:09:59: Hast

00:09:59: du es schon entwickeln lassen?

00:10:00: Ist das so eine Kamera, wo man den Film richtig entwickeln muss?

00:10:02: Nee,

00:10:02: ist eine Digitale, aber wo's ein bisschen Prozess ist zu übertragen und dann zu bearbeiten usw.

00:10:08: Deswegen konnte ich das auf dem Boden hin nicht machen.

00:10:11: Hast Du's heute dabei und kannst es mir zeigen?

00:10:14: Nein, ich hab noch nicht dabei was ganz frisch ist.

00:10:17: Aber es ist ein schönes Foto geworden, weil man auch da eben seinen Glück ansehen kann.

00:10:22: Total süß.

00:10:23: Schön!

00:10:23: Ja... Wann ist dir klar geworden, dass Geld mehr ist als ein Zahlungsmittel?

00:10:35: So dass es auch eine Macht zu Gehörigkeit Möglichkeiten.

00:10:41: Ich glaube klar geworden also so im Sinn von das ich das gefühlt habe relativ früh aber dass sich worte dafür gefunden hat relativ spät wobei naja ich bin jetzt Mitte vierzig also nicht zu spät Aber es ist noch nicht so lange, dass sich wirklich diese Strukturen, die hinter Geld stehen und das wofür Geld steht.

00:11:01: Es ist auch noch nicht solange, dass ich das alles durch Blicke – also ganz bis zum Ende ist es bestimmt immer noch nicht – und diese Worte und die Sprache dafür habe noch gar nicht so lang.

00:11:13: Und was ist dein persönlicher Bezug zu dem Thema?

00:11:17: Dass ich das so gecatcht hat, dass du gesagt hast oder will dich tiefer eintauchen.

00:11:21: Da will ich mich mehr mit Beschäftigen überschreiben.

00:11:23: Geld?

00:11:23: Ich lebe davon.

00:11:24: Verstehe!

00:11:25: Du bist die Person... Ist das nicht eine Art von Abhängigkeitsverhältnis?

00:11:29: Also es ist so, dass sich ohne Geld wahrscheinlich in der Gesellschaft wie dies so ist im Moment aktuell.

00:11:35: Es gibt ja Leute, die das Kapitalismus nennen, das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem, indem wir leben, ich würde da mitgehen.

00:11:42: Es ist ziemlich schwierig, ohne Geld klarzukommen.

00:11:45: Ich hab irgendwann gemerkt, dass es bestimmte Dinge gibt die man sich mit Geld kaufen kann oder durch Geld finanzieren kann.

00:11:52: Für mich nicht so easy zu bekommen war wie für viele andere Leute in meinem Umfeld.

00:11:59: Zum Beispiel wollte ich gerne Journalistin werden weil ich Carla Coluna so toll fand und dachte hey das wäre doch irgendwie was für mich.

00:12:07: Die ist neugierig und frech und das bin auch meistens beides ... Und dann wurde mir aber irgendwann klar, als ich mich mehr damit beschäftigt habe wie das so was das überhaupt für ein Job ist dieses Journalisten sein.

00:12:19: Dass so im Internet zum Beispiel steht man braucht dafür ein Studium.

00:12:23: also dachte ich okay dann ja würde ich gerne studieren.

00:12:25: und dann meine Eltern gesagt ne gar nicht.

00:12:27: ok wir können dich da auf gar keinen Fall unterstützen.

00:12:30: du machst eine Ausbildung damit du so schnell wie möglich Geld verdienst.

00:12:33: und dann hatte sich das erledigt.

00:12:35: also zumindest dass mit dem Studium das mit der Journalistin es dann doch noch etwas geworden so auf kurvigen Umwegen.

00:12:41: Aber das waren so Dinge, bei denen ich dann festgestellt habe.

00:12:45: Ah ja okay da gibt es bestimmte Dinge die für viele Leute selbstverständlich sind aber für mich nicht.

00:12:51: und dann davon ausgehend... ich natürlich noch viel mehr Dinge gesehen eben auch bei anderen Leuten.

00:12:59: Also man kann das ja auch weiterdenken, es ist ja nicht nur so dass ich jetzt die Person bin, die bestimmte Dinge für die bestimmten Dinge nicht möglich waren.

00:13:06: Es ist ja auch so, dass bestimmte Dinge für mich selbstverständlich und möglich sind, die aber für andere Leute nicht möglich und selbstverständlig sind.

00:13:12: Und das finde ich einfach total interessant aus journalistischer Perspektive, bedrückend aus menschlicher Perspektive das zu sehen, wie sehr ja Money makes the world go round.

00:13:28: Ja ist auch interessant, wie man das als so gegeben hinnimmt.

00:13:33: also ich kenne es aus meiner persönlichen Situation auch dass das Studieren ehrlich gesagt nie ernsthaft im Raum stand oder für mich in Betracht kam.

00:13:42: weil ja wie soll ich das denn hinbekommen?

00:13:47: Wie soll ich mir das selber finanzieren?

00:13:49: und so da adaptiert man dann, glaube ich auch einfach sehr das was man halt irgendwie wo man wo man reingeboren wird.

00:13:55: Total ja

00:13:56: und hast du eine Ausbildung gemacht?

00:13:57: oder wie war dein Lebensweg?

00:14:00: Nein ich habe einfach immer ich hab sehr früh angefangen dass das was mich leidenschaftlich umgetrieben hat nämlich das Musik machen zu praktizieren und und das ist dann zumindest in der ersten Lebenshälfte auch mein nicht Lebenshilfe aber im ersten Teil irgendwie dann auch meinen Beruf geworden.

00:14:16: Aber auch dafür braucht man ja wieder Geld und Ressourcen, also all das was mit Geld kommt.

00:14:21: Zum Beispiel bei Musik finde ich es ein total gutes Thema geht's ja oft so darum dass Leute sagen Ja die Personer Talent du hast bestimmt musikalisches Talent Und hat es dann aber eben auch die Möglichkeiten, das auszuleben?

00:14:34: Überhaupt erst mal drauf zu kommen.

00:14:35: Ah da gibt's Musik, ah das interessiert mich, das könnte ich machen.

00:14:39: Vielleicht auch bestimmte Leute hast du dann kennengelernt mit denen du das zusammen gemacht hast.

00:14:43: und dann gibts aber eben viele Leute, die vielleicht auch Talent haben, aber gar nicht die Ressourcen, gar nicht überhaupt zu entdecken.

00:14:52: Da weißt du gar nicht, zum Beispiel hören dann vielleicht die Eltern selbst keine Musik weil sie so viel arbeiten und eben mit anderen Dingen beschäftigt sind im Leben.

00:15:00: oder du gehst nicht auf eine Schule wo du vielleicht Instrumentenunterricht bekommst und deine Eltern können dir das auch nicht leisten weiß ich nicht Synthesizer oder ein Klavier oder eine Gitarre oder so zu kaufen.

00:15:14: und das finde ich immer total... wichtig, gerade auch in so künstlerischen Berufen.

00:15:19: Dass es so viele Kinder und Jugendliche gibt die vielleicht Talent hätten aber niemals auf die Idee kommen dass sie das haben weil es da niemanden gibt der ja der sich fördert der das entdeckt und eben auch nicht die Ressourcen um das so auszubilden.

00:15:33: In meinem Fall war's zum Beispiel so dass ich immer singen wollte.

00:15:36: Also ich habe auch immer gesagt, dass es ja zum Glück relativ kostenlos ist einfach anzufangen zu singen.

00:15:42: Aber ich wollte total gerne Gesangsunterricht haben und das war aus mehreren Gründen nicht drin.

00:15:46: auf der einen Seite eben wegen des Geldes und auf die anderen Seite aber auch weil ich wie du gesagt hast dich bei den Niedersachsen geboren aufgewachsen.

00:15:51: also wirklich so stellte das kleinste Dorf vor Das ist Mainz und Romeroom ist ganz viel nichts.

00:15:58: Das heißt auch die Infrastruktur hat gefehlt, dass ich halt irgendwo hinkomme wo mir jemand Gesangsunterricht geben kann.

00:16:03: Meine Eltern hatten andere Sachen zu tun als ihre drei Kinder ständig irgendwo hinzufahren.

00:16:08: also gab es keinen Gesangsunterricht für mich und ich habe mir dann so mit Mitte zwanzig diesen quasi Traum ja kann man schon sagen selbst erfüllt und mir dann selbst Gesangsunterricht finanziert.

00:16:18: Und die Gesangslehrerin damals meinte dann irgendwie so einer dritten Stunde oder so zu mir Mann warum kommst du denn erst jetzt?

00:16:24: Hättest du früher damit angefangen, hättest Du Opernsängerin werden können?

00:16:28: Und ganz abgesehen davon dass ich keine Opernsängerin hätte werden wollen.

00:16:31: Also mein Plan war dann doch eher so popstar Ja!

00:16:36: Ich konnte nicht früher kommen.

00:16:37: Ich wäre gern früher gekommen.

00:16:40: Wenn wir jetzt auf diesen Zusammenhang schauen also von

00:16:45: Armut

00:16:46: und Einsamkeit was hier unser Thema ist da gehst du ja weiter als zu sagen das es

00:16:52: nur

00:16:53: Ein persönliches Thema oder ein psychologisches Thema, sondern du weitest den Blick da ja aus aufs Gesamtgesellschaftliche.

00:17:01: Weil so wir könnten jetzt hingehen, so war das bei dir?

00:17:04: So war es bei mir, kann man so ganz individuell betrachten aber du weitest da ja den Blick.

00:17:10: Ja politisch ist es also Armut ist ein politisch gemachtes Problem und einen politisch gewolltes Problem.

00:17:17: Armut is eine politische Entscheidung.

00:17:19: Also die Welt, in der wir leben unter anderem der Kapitalismus aber auch so wie du aufgewachsen bist.

00:17:24: So wie ich aufgewachsen bin und so wie die Zuhörenden des Podcasts aufgewacht sind das ist ja kein Zufall.

00:17:30: Das ist jetzt nicht einfach so passiert sondern Leute, meistens Leute mit Geld und Macht haben sich überlegt ah ja so organisieren wir dieses Dorf, so organisiert diese Stadt.

00:17:41: Und so oft fährt da zum Beispiel der Bus also im Fall von meinem Dorf zweimal, einmal morgens, einmal abends.

00:17:46: Also dadurch ist ja dann schon klar die Kinder, die keine Eltern mit Auto haben, die können dann keine Freizeitaktivitäten machen das entscheiden ja in dem Fall zum Beispiel Kommunalpolitikerinnen.

00:17:55: aber im großen wenn wir von ganz oben drauf gucken eben Menschen die Politik machen die sagen irgendwie wir haben dieses Bildungssystem Großes Thema auch bei Geld und Armut übrigens, die Bildung.

00:18:08: Aber eben auch wie arbeiten wir eigentlich zu welchen Bedingungen?

00:18:10: Arbeiten wir... Wie hoch ist der Mindestlohn?

00:18:13: all diese politischen Bestimmungen, die entscheiden am Ende darüber wer wie viele Chancen hat und ob es überhaupt Chancengleichheit gibt und ob's überhaupt Armut gibt.

00:18:26: Und zum Beispiel jetzt gerade haben wir ja aktuell die neuen Verschärfungen im ehemaligen Jahr jetzt Bürgergeld also wieder der neuen Grundsicherung Und da schlagen ja total viele Organisationen, die sich damit beschäftigen, Alarm.

00:18:38: Weil sie sagen das Geld was da gezahlt wird liegt unter dem Existenzminimum.

00:18:42: Das heißt wenn du Bezieherin von Grundsicherung früher Bürgergeld bist dann dann bist du schon von Armut betroffen oder mindestens bedroht.

00:18:52: und das ist ja eine politische Entscheidung.

00:18:54: Da könnte man ja sagen nein wir hören eben auf diese Organisation die sich seit Jahren und Jahrzehnten damit beschäftigt und Wir erhöhen dass oder wir überlegen uns andere soziale Sicherungssysteme, dass wir eben nicht als selbstverständlich in diesem Land hinnehmen, das Menschen in Armut leben müssen.

00:19:09: Das tun wir aber und das gilt eben nicht nur für Grundsicherungsbeziehende sondern auch zum Beispiel für Alleinerziehende die ja die Bevölkerungsgruppe sind in Deutschland, die am stärksten von Armut betroffen und bedroht sind.

00:19:22: Ja ist eine ganz aktuelle Debatte, dass Wir sehen, dass das Kapital- und Wohlstand sich immer mehr bündelt.

00:19:29: Auch Thema Thema Erbe, so wie gehen wir damit um?

00:19:34: Das heißt du sagst.

00:19:35: Wir leben in einem System wo die großen sozialen Unterschiede und damit an den extremen Auswirkungen halt eben auch extremer Reichtum und damit eben auch Armut als Gegenpool das das gewünscht ist.

00:19:48: Genau!

00:19:49: Und wenn es das eine nicht gäbe würde es auch das andere nicht geben davon bin ich überzeugt.

00:19:52: also da geht's ja dann auch wirklich nicht jetzt bei diesen Themen wie Erbe oder Überreichtum.

00:19:58: Da geht es ja nicht um Leute nicht einfach gutes Geld verdienen und ein gutes Leben haben, sondern es geht wirklich um Menschen die mehr als genug haben.

00:20:06: Und die wahrscheinlich noch nicht mal merken würden wenn man sagen würde ja ihr müsst jetzt keine Ahnung zwei Prozent von eurem Vermögen einnehmen das würden sie gar nicht mitkriegen weil sie sowieso schon so viel haben.

00:20:18: Das würde aber eben die Armut von den anderen Leuten, die halt sehr viel mehr sind.

00:20:25: Also es müsste diese Armut nicht geben.

00:20:27: Und das gibt sie auch, weil Menschen eben viel zuviel haben.

00:20:31: und das kennst oder weißt du bestimmt und auch einige von den Zuhörenden, dass ja auch Menschen je reicher sie sind, desto mehr leben sie ihr Leben auf den Schultern von armutsbetroffenen Menschen.

00:20:43: also gucken wir uns zum Beispiel diesen CO-Zwei Fußabdruck an von überreichen Leuten die mit ihren Privatjets einfach ganz selbstverständlich durch die Welt cruisen und das ja aber eben auf Kosten machen von Menschen, die armuts betroffen sind.

00:20:56: Die sich ganz oft nicht selbst aussuchen können wo sie eigentlich leben die oft in Stadtteilen zum Beispiel leben wo die luft schlechter ist.

00:21:02: Das alles hat miteinander zu tun und dass alles könnte man politisch ändern.

00:21:07: Und ich komme jetzt noch mal ganz kurz zurück auf so einen trugschluss der mir total wichtig ist und den du Ohne es zu wissen und ohne wahrscheinlich auch zu wollen am Anfang unseres Gesprächs bisschen befeuert hast, also dieses Narrativ diese Erzählung.

00:21:22: Wir haben uns darüber unterhalten über das super schöne Studio in dem wir hier sitzen und dann habe ich zu dir gesagt ja wie ist es denn möglich hier dieses Studio zu bekommen?

00:21:31: Und ich meinte so auch im Sinn von... Das ist ja auch eine Form von Kapital vielleicht Netzwerk die richtigen Leute kennen oder so.

00:21:37: und dann hast du gesagt Ja man muss ganz viel arbeiten und das ist wenn wir über Armut sprechen einer der größten Trugschlüsse, ich hoffe das ist Blu-Rei von Drucklos.

00:21:50: Dass man sich einfach nur doll anstrengen muss und viel arbeiten muss weil... Ich gehe jetzt mal so von mir aus, ich arbeite auch total viel aber ich schätze ich könnte mir dieses Studio hier nicht leisten.

00:22:01: Und ganz viele andere Menschen die super fleißig sind können sich auch ganz viele Sachen nicht leisten Die sich Menschen leisten können sie super viel arbeiten.

00:22:09: Das richtig perfide daran ist ja dass die über die wir gerade gesprochen haben die überreichen Das sind ganz oft die Leute, die ...

00:22:16: Die gar nicht so viel arbeiten.

00:22:17: Die

00:22:17: manchmal gar nicht arbeiten!

00:22:19: Die einfach nur reich geworden sind, weil sie das Glück, sag ich mal in Anführungszeichen haben, weil nur Geld ist es ja auch nicht im Leben, haben ... Weil sie das Glück hatten, in eine superreiche, überreiche Familie geboren worden zu sein.

00:22:34: Genau also einfach.

00:22:34: so wird er in der Politik auch oft eben über Leistung gesprochen.

00:22:37: Friedrich Merz ist da ja auch ein großer Fan davon.

00:22:39: Wir sollen uns mehr anstrengen und länger arbeiten Aber am Ende zahlt es sich nicht aus.

00:22:45: Und die Gewinner in dieser Gesellschaft sind eigentlich die, weil sie in diese Familie geboren worden, reichs sind aber nicht, weil Sie sich großartig anstrengen dafür?

00:22:56: Ich gestehe auch ich steige in diese Falle oder in diese Erzählung von Leistung lohnt sich und ich weiß... Tun wir alle!

00:23:08: ...auch aus meinem Leben dass das limitiert ist So dass das begrenzt ist.

00:23:12: Jetzt waren wir aber gerade auch schon so mitten drin, nämlich was sind denn das für Prozesse die dazu führen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Armut und erlebter Einsamkeit?

00:23:25: Und das können wir vielleicht auch noch mal ein bisschen aufschlüsseln weil Einsamkeits natürlich.

00:23:29: zum einen kann es eine Empfindung sein.

00:23:32: also ich kann mit vielen sozialen Kontakten mich einsamm fühlen weil ich einfach das Gefühl habe trotz einem Umfeld beispielsweise hört mich dann doch niemand so richtig oder ist mir niemand so nah.

00:23:46: Und es gibt aber auch noch die soziale Isolation, die tatsächlich bedeutet dass keine sozialen Kontakte da sind.

00:23:53: kann man nochmal ein bisschen differenzieren?

00:23:55: trotzdem genau was sind denn diese Zusammenhänge wo Armut das Einsamkeitsempfinden befeuert und andersrum?

00:24:04: Ich habe da eine ganz schöne Definition gefunden von Einsamkeit, die lautet.

00:24:09: Einsamheit sei die Diskrepanz zwischen gewünschten und tatsächlichen sozialen Beziehungen.

00:24:14: Und das leuchtete mir total ein, dass du was anderes dir wünscht als das, was du haben kannst.

00:24:23: Und ich finde, das ist ein ganz gutes Bild für Armut generell.

00:24:27: Dass es eben bestimmte, dass sich bestimmte Wünsche... nicht erfüllen und die auch viel mit sozialer Interaktion zu tun haben.

00:24:35: Zum Beispiel Musik zu machen, zum Beispiel vielleicht auch Kunst zu machen.

00:24:41: Ich denke da gerade an ein Interview das ich mal geführt habe mit einer österreichischen Autorin.

00:24:45: Daniela Broth.

00:24:45: Esser heißt sie.

00:24:46: Sie hat das Buch geschrieben Armut.

00:24:48: Da geht es um Armut in dem Buch, um ihre Armuts-Erfahrung.

00:24:52: mittlerweile ist sie nicht mehr von Armut betroffen.

00:24:55: Sie ist Mutter von mehreren Kindern und in diesem Interview hat sie mir erzählt, dass in dieser krassen Zeit der Armut sie gemerkt hat, dass ihre Kinder gar keine Träume oder Wünsche mehr formuliert haben.

00:25:05: Weil sie eben wussten die werden sowieso nicht in Erfüllung gehen.

00:25:09: und dann haben sie ja quasi aufgehört zu träumen.

00:25:13: Und ich finde da liegt eigentlich auf der Hand das das auch mit Mit Einsamkeit einhergeht.

00:25:17: wenn du Gehen wir mal davon aus Du hast Wünsche und Träume oder möchtest bestimmte Dinge.

00:25:22: Und merkst aber, die sind für dich nicht möglich?

00:25:24: Dann ist das ja auch eine Form von Ausgrenzung vor allem wenn du in der Gemeinschaft bist also vielleicht sogar in der Schule oder dann später auch bei der Arbeit und irgendwie merkst ah das ist bei mir anders als bei den anderen.

00:25:37: Also ganz am Anfang, wenn wir irgendwo in einer Familie sind, die von Armut betroffen ist dann ist ja erst mal alles normal für uns.

00:25:43: Für Kinder ist immer das Normal, dass man zu Hause irgendwie erfährt.

00:25:46: und diese sozialen Unterschiede merkt man dann ja erst wenn man in Gemeinschaften kommt, wenn man an eine Kita kommt was zum Beispiel Kinder die von Armut betroffen sind auch erst später kommen wenn zum Beispiel Kitas Geld kosten.

00:25:57: also da sind wir wieder bei der politischen Struktur oder dann eben in den in der Schule wenn es um Klassenfahrten geht.

00:26:03: wer kann mit zur Klassenfahrt kommen?

00:26:05: besten Eltern bezahlen das.

00:26:06: dann gibt's natürlich Möglichkeiten in der sozialen sogenannten sozialen Sicherung, dass das dann auch über Ämter bezahlt wird.

00:26:13: Aber dann ist es ja auch ganz oft so, dass innerhalb der Klasse man vielleicht nicht möchte, dass die anderen Kinder wissen, dass man eben diese soziale Sicherung bezieht und ich hab da Kinder einfach aus meiner journalistischen Arbeit so viele Geschichten, dass dann irgendwie Kinder, diesen Zuschuss bekommen, irgendwie nach vorne müssen zum Beispiel zu den Lehrerinnen.

00:26:35: Und dass es einfach auch natürlich mit ganz viel Charme verbunden ist was das ja eigentlich nicht sein müsste.

00:26:40: also ich finde auch das finde ich auch total nee.

00:26:42: erst mal noch ich bleibe nochmal kurz bei der Scham weil das ein total wichtiger Punkt ist.

00:26:47: armuts betroffene Menschen werden in unserer Gesellschaft beschämt und Charme macht einsamen.

00:26:52: Also wenn du dir überlegst, wofür du dich vielleicht schon mal in deinem Leben geschämt hast.

00:26:55: Dann ist das ja nichts wo du dann irgendwie rausgehst zu deinen Geschwistern oder Eltern oder Freundinnen und dann sagst du so hey weißt ihr was?

00:27:02: ich schäme mich übrigens voll für... Scham behaftete Themen sind ja Themen mit denen legst du dich im Dein Bett auf dein Sofa ziehst ne Decke über den Kopf Und willst am liebsten mit niemanden darüber reden weil es dir so unangenehm ist.

00:27:16: unsere Gesellschaft beschämt, armutsbetroffene Menschen eben auch.

00:27:19: Weil wir so viele Erzählungen in unserer Gesellschaft haben die Menschen in Armut beschämen zum Beispiel das was wir eben hatten mit dem du musst dich nur anstrengen dann klappt es schon und mit dem ganz viel leisten und so dann muss man auch nicht arm sein Was ja auch immer dann bedeutet.

00:27:34: Menschen die in Armutt leben sind selbst schuld ist auch ein ganz großes Thema.

00:27:38: In unserer gesellschaft wäre es eigentlich schuld daran und es sind Immer Die armuts betroffenen menschen so lautet auf jeden fall die erzählung Und das bekommen ja Menschen, die von Armut betroffen sind mit.

00:27:50: Das schreibt nicht nur irgendjemand in so eine Zeitung, sondern das sind soziale Themen, Sozialisierungen, mit der wir aufwachsen und dann schäumst du dich dafür?

00:28:02: Oder du denkst zumindest, du bist daran Schuld und ziehst dich zurück... Das macht klein und das macht ja auch nicht unbedingt ein Gefühl von ich bin wichtig, meine Stimme ist wichtig.

00:28:13: Und ich kann jetzt mal Sachen ausprobieren sondern dass es einfach genau der Rückzug, der dann passiert.

00:28:19: Ja und Rückzug ist halt eben dann auch immer Isolation so und das erklärt denn auch schon so ein bisschen diesen Loob.

00:28:26: dieses Zusammenspiel zwischen Armut verursacht Charme, verursachte Rückzug Verursacht soziale Isolations Und aus der wiederum kommt man natürlich dann auch wieder schwer aus der Armut raus.

00:28:41: Ja, und ich finde eben ein wichtiger Punkt dabei ist auch so eine Selbstwirksamkeit eigene Entscheidung.

00:28:48: Weil ich zum Beispiel, ich bin total gerne alleine also ich brauche nicht so viele Leute um mich rum natürlich schon ab und zu ein paar es gibt ja Menschen die sehr sehr viele leute brauchen und manche nicht.

00:28:59: Und das finde ich.

00:28:59: aber ist der dieser große Unterschied wenn es um Einsamkeit ist dass es eben Nicht selbst gewähltes ist dass Es eben nicht die entscheidung ist so doch Ich habe Lust irgendwie vier von fünf abenden allein auf meinem sofa zu verbringen zum beispiel sondern es ist dann Ich würde eigentlich total gerne ins Theater gehen, aber ich kann es mir nicht leisten.

00:29:17: Ich würde gerne mit einer Freundin Kaffee trinken gehen, jetzt hat die mich schon fünfmal eingeladen und ich kann sie nicht zurück einladen und das ist mir unangenehm dann sag' ich lieber

00:29:24: ab.".

00:29:25: Ja!

00:29:25: Jetzt könnte man daraus natürlich Schluss folgern dass man sagt gut wir müssen das Thema normalisieren ja?

00:29:32: Wir müssen dem die Scham nehmen.

00:29:34: Es muss möglich sein, dass im Umfeld jeder sagt so Sorry, Leute.

00:29:38: Ich würde super gerne mit euch eine Pizza essen gehen aber ist im Moment nicht drin so dass dann mit völliger Normalität jemand anders sagt bei mir ist es gerade drinnen ich zahl deine pizza mit.

00:29:48: das könnte ja jetzt ein Ziel sein.

00:29:52: Ist es das Ziel?

00:29:53: Weil damit würden wir dann wiederum auch in Gefüge geradezu unterstützen was im Kern nicht gerecht ist.

00:30:02: Ja also als Politikerin antworte ich dir das Ziel muss sein Armut abzuschaffen Weil das ist alles, was wir jetzt besprechen.

00:30:10: Und ich glaube auch es ist trotzdem wichtig dass wir das besprechen.

00:30:13: und ich sagte auch gleich noch etwas dazu Das ist ja immer nur der Ausgleich von einem politischen Problem.

00:30:19: also es gibt ein politisches strukturelles problemen und wir beide sprechen jetzt darüber wie wir das als individuell besser machen können erträglicher machen können weil das große ganze können wir nicht ändern.

00:30:32: wenn ich jetzt für eine freundin die total wenig geld habe oder den Kaffee bezahle, hat sie ja danach trotzdem noch wenig Geld.

00:30:40: Aber sie fühlt sich vielleicht nicht unbedingt positiv formuliert.

00:30:45: Sie fühlt es sich vielleicht ein bisschen besser weil wir dadurch dann vielleicht auch im Gespräch geführt haben in dem klar wurde dass ich das nicht als ihre persönliche Schuld ansehe dass die wenig Geld hat oder ihr vielleicht dann auch von Situationen in meinem Leben erzähle in denen keinen Kaffee leisten konnte oder ich nicht ausgegangen bin, oder so.

00:31:07: Und dadurch wird ja zumindest diese Scham von der wir gerade geredet haben besser und ich glaube das ist eben auch die einzige Möglichkeit mit Charme umzugehen darüber zu sprechen dass das Einzige was hilft gegen Charme und dann dadurch eben auch zu merken Ich Bin Nicht Allein Damit und Das Ist Dann Ja Auch Wenn zum Einsamkeit Geht ein wichtiges Gefühl Zu Wissen allein mit dieser Erfahrung, die ich habe.

00:31:35: Am Ende finde ich aber wirklich total wichtig immer nicht zu vergessen was für eine Struktur steht dahinter und dass das nicht einfach irgendwie so gottgegeben ist, dass die eine Person mehr oder weniger hat ganz unabhängig von irgendwelchen Anstrengungen sondern dass sich daran etwas ändern muss und daran genau ändert.

00:31:52: halt nicht so ne kleine Solidarität.

00:31:54: was Aber Willst du kurz was anderes fragen?

00:31:59: oder darf ich noch kurz etwas zu Solidarität sagen?

00:32:01: Nee, führe

00:32:01: ich aus.

00:32:03: Es gibt nämlich so einen Lieblings ... eines von vielen lieblings- solidarischen Projekten.

00:32:08: und dann das muss ich gerade denken in den Neunzigern war es glaube ich, gab's die sogenannten Pololespen, eine Gruppe von lesbischen Frauen, ich glaube auch tatsächlich in Berlin Und die haben so ein solidarisches Konto gegründet.

00:32:25: Da haben eben reiche lesbische Frauen Geld draufgezahlt und lesbischen Frauen, die wenig Geld hatten oder keins, konnten sich von diesem Konto was nehmen.

00:32:34: Es war alles anonym.

00:32:35: also man wusste nicht wer hat eingezahlt und wer hat sich das rausgenommen?

00:32:39: Das finde ich total gut als Utopie.

00:32:42: Das lief irgendwie mehrere Jahre.

00:32:43: Ich weiß tatsächlich nicht warum sie aufgehört haben damit.

00:32:46: Ich muss da auf jeden Fall nochmal recherchieren und finde solche Projekt- oder Erzählungen überhaupt zu wissen, dass es sowas gibt total wichtig um sich da irgendwie so durchzumanövrieren.

00:32:57: Um nicht zu vergessen das eine andere Welt möglich wäre.

00:33:00: Eine Welt wo wir darauf zählen können, dass Menschen solidarisch sind.

00:33:04: Dafür find ich's total wichtig weil daraus könnte man ja wenn man Politikerin wäre ableiten, dass ist doch möglich wäre ne solidarische Politik zu machen.

00:33:14: Okay mein... Mein positiver Blick in die Zukunft sagt, euch liebe solche Projekte.

00:33:20: Voll geil!

00:33:21: Mein nicht so positiver Blick sagt, wenn ich Politiker wäre dann würde ich sagen Superprojekt macht es mal schön denn helfen die, die ein bisschen mehr haben helfen denen die gar nichts haben und dann gleicht sich das da unten irgendwie ein bisschen aus und alles andere bleibt beim Alten Und wir haben die Ruhe und die Struktur bleibt bestehen.

00:33:45: Ich finde, das ist echt ein schwieriges Dilemma.

00:33:47: Du arbeitest ja mit so was wie bei Neue Maloche auch eben daran, Aspekte sichtbar zu machen sicherlich mit dem Anspruch dadurch Veränderungsprozesse anzuschubsen?

00:34:01: Wie hoffnungsvoll bist du unter?

00:34:04: Ja da würde ich die Veränderung Prozesse tatsächlich eher im Kleinen sehen.

00:34:07: also ich würde jetzt nicht davon ausgehen Gesprächsreihe in der Zeitung die antikapitalistische Revolution bringt, die ich mir wünschen würde.

00:34:19: Aber ich weiß dass das für mindestens zwei Perspektiven total wichtig ist.

00:34:28: auf der einen Seite die Perspektive von den Menschen die dort sprechen.

00:34:31: Das sind ja Menschen die ich anspreche und die sagen was?

00:34:34: Ich sollte eine Zeitung Ich bin doch total uninteressant.

00:34:37: Ich habe gar nichts zu sagen, ich hab das noch nie gemacht und kann auch gar nicht gut reden.

00:34:41: und teilweise auch Menschen die dann sagen sie können gar nicht gooddeutsch sprechen.

00:34:46: Ich denke da an eine meiner Lieblingsprotagonistinnen aus der Serie Agnieszka.

00:34:50: heißt sie arbeitet in einer Charité, in der Küche der Charité Und im vergangenen Sommer war da ein großer Streik um die Löhne, weil die Menschen, die in der Küche oder in der Security- oder Imputzdienst arbeiten, bekommen nicht so viel wie die Leute, die da in anderen Jobs arbeiten.

00:35:07: Also das ist noch nicht tarifangepasst und die haben einen großen Streik gemacht und Agnieszka wurde angesprochen von Verdi, ob sie nicht Lust hätte mitzumachen und auch da war sie am Anfang total unsicher, weil sie eben nicht supergutdeutsch bricht beim Streik und sich dadurch natürlich total selbst ermächtigt.

00:35:29: Und dann kam eben noch die Anfrage von mir, das Interview im Freitag wo sie auch nochmal eine größere Aufmerksamkeit bekommen hat.

00:35:36: jetzt im Herbst gehen wir zusammen auf dem Podium bei einer Veranstaltung.

00:35:40: Das sind alles Dinge die sie wahrscheinlich hätte man ihr das vor zwei Jahren erzählt nicht für möglich gehalten hätte vor allem eben nicht dass ihre Stimme zählt.

00:35:48: Und das finde ich total wichtig, weil ich finde, dass kann eine komplette Welt von einer Person verändern.

00:35:54: Zum Erken doch, ich bin wichtig und ich habe was zu sagen.

00:35:57: Es gibt da Personen die zuhören wollen – zumindest diese einen Journalisten da und die Leute, die hier auf Instagram folgen und ganz viele Likes und Kommentare machen!

00:36:07: Der zweite Aspekt sind dann die Leute der Lesen.

00:36:10: die vielleicht auch in der Küche irgendwo arbeiten, die vielleicht nicht so deutsch sprechen wie Menschen das üblicherweise in den Medien tun.

00:36:18: Die auch ihr ganzes Leben lang merken, dass was ich zu sagen habe interessiert eigentlich nicht so viel.

00:36:24: Ich sollte mich eher zurückhalten, ich sollte eher leise sein.

00:36:27: Die dann aber eben eine Agnieszka sehen und denken auch Mensch wenn die das macht und schafft und so toll, dann könnte ich das doch vielleicht auch probieren.

00:36:34: Dann könnte ich doch irgendwie da wo ich arbeite mich vielleicht mit anderen zusammenschließen, mich an einem Streik beteiligen.

00:36:40: Vielleicht doch mal die Stimme erheben und ich finde das ist schon total viel wert und das ist eben nicht noch nicht die antikapitalistische Revolution.

00:36:49: aber es kann vielleicht dafür sorgen dass Menschen die vorher keine Kapazitäten hatten darüber nachzudenken darüber nachdenken und vielleicht aktiv werden.

00:36:59: Total super wichtiger Punkt weil man könnte ja eigentlich eben auch sagen okay da ist ein System das ist nicht gerecht Da ist eine Struktur, die ist nicht gerecht.

00:37:07: Die benachteiligt echt sehr viele Menschen weil davon dann andere wenige sehr profitieren.

00:37:13: Warum beschweren sie sich denn nicht?

00:37:15: Die sind ja viel mehr.

00:37:16: warum sagen die denn nicht so sorry Leute also so möchten wir das nicht und wir sind vielmehr als ihr.

00:37:22: und der wichtige der wahrscheinlich entscheidende Punkt dabei ist halt eben wirklich dass Sie das nicht kennen dass das überhaupt nur Option ist

00:37:30: Ja aber auch dass sie mit Form von Gewalt rechnen müssen, wenn sie es tun.

00:37:37: Wenn du eine marginalisierte Person bist also eine Person die Diskriminierung ausgesetzt bist zum Beispiel weil du eine Flucht oder Migrationsgeschichte hast, weil du vielleicht mit einer Behinderung lebst zusätzlich vielleicht noch ne Frau bist oder auf jeden Fall kein Mann.

00:37:53: Also von je mehr Benachteiligung du betroffen bist desto sanktionierter wird es wenn du dich darüber beschwerst.

00:38:01: desto mehr Menschen gibt es, die das nicht hören wollen.

00:38:04: Weil du kannst sowieso froh sein dass du überhaupt einen Job gefunden hast und so weiter.

00:38:09: Das heißt ist ja auch für unterschiedliche Menschen unterschiedlich schwer sich zu beschweren.

00:38:13: Jetzt habe ich so das Gefühl wir leben seit seit etlichen Jahren in einer Gesellschaft Wir sind jetzt hier in einer großen Blasennamen Berlin aber eine Gesellschaft wo der Sinn für diese Faktoren immer mehr geschärft wird und wie der Sinn und der Blick genau dahin immer fokussierter wird mit dem Ergebnis, dass dafür umso mehr Menschen da stehen die sagen, dieser ganze Wogequatsch wir wollen das nicht haben.

00:38:42: Also es gibt dagegen dann irgendwie auch so eine Gegenhaltung Wo ich denke, ist doch eigentlich nur eine Aufmerksamkeit für Missstände in der Gesellschaft.

00:38:52: Und es erzeugt aber in anderen Teilen der Gesellschaft wiederum viel Gegenwehr und geradezu Wut.

00:39:00: Wie kann das sein?

00:39:01: Dass etwas was Menschen zugute kommt und niemand ein paar Menschen wegnimmt.

00:39:08: Aber das sind nicht die, die sich am meisten beschweren.

00:39:11: Was funktioniert da?

00:39:16: Große Frage.

00:39:16: Ja genau, die ist total groß!

00:39:18: Ich versuche es trotzdem mal klein zu machen.

00:39:23: bei beiden paar Punkten würde ich dir auch widersprechen.

00:39:25: also ich finde da sind jetzt so viele Sachen durcheinander geraten.

00:39:28: auf der einen Seite dieser Begriff Woke der eigentlich nur bedeutet dass man aufmerksam durch die Welt geht und Diskriminierung sieht sie akzeptiert und versucht was dagegen zu tun und auf der anderen Seite dann aber eben der Begriff der sozialen Gerechtigkeit, der eben eng verknüpft ist damit Armut abschaffen zu wollen.

00:39:50: Damit Menschen gleiche Chancen haben und das hat zwar alles miteinander zu tun aber würde ich jetzt eigentlich nicht so vermischen.

00:39:57: Ich glaube aber was bei diesen Punkten total wichtig ist ist Angst.

00:40:02: Viele Menschen haben aktuell Angst dass ihnen etwas weggenommen wird Und das sind meine ich Menschen die oft sowieso schon wenig haben Aber auch Menschen, die eigentlich okay was haben.

00:40:14: Die aber auf jeden Fall nicht weniger haben wollen weil sie sich das auch teilweise hart erkämpft haben.

00:40:21: und ich sehe so eine So eine Problematik der Übersetzungsarbeit.

00:40:28: Ich glaube, wir sind in dieser Welt, in der unglaublich viel passiert und im Gegensatz zu der Generation meiner Eltern zum Beispiel kriegen wir unheimlich viel davon mit was da überall so alles passiert und verstehen aber ganz viele Dinge auch nicht.

00:40:40: Und da nehme ich mich überhaupt gar nicht aus!

00:40:42: Ich verstehe auch viele Dinge nicht.

00:40:44: deswegen ist mir das zum Beispiel in meiner Arbeit als Journalistin total wichtig in so einfacher Sprache wie möglich zu sprechen Mit den Leuten

00:40:51: z.B.,

00:40:51: die ich interviewe, aber eben auch die Interviews später aufzuschreiben dass das möglichst viele Leute verstehen.

00:40:57: Zum Beispiel auch Leute, die vielleicht eben erst vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind und nicht so gut Deutsch sprechen usw.

00:41:03: Und ich glaube, dass das vernachlässigt wird.

00:41:06: von den meisten Menschen, die für eine Meinungsmache verantwortlich sind also zum Beispiel Leute in den Medien arbeiten ganz viel Übersetzungsarbeit.

00:41:17: einfach nicht geleistet wird, dass wenn du jetzt in so politischen Talkshows einschaltest wo man ja darüber streiten kann ob das jetzt eigentlich um Politik geht oder um einfach nur Selbstverstellung oder so.

00:41:27: Aber dann wenn ich da mal reingucke und ich versuche es zu vermeiden, dann merke ich immer wie viele Themen, wie viele Inhalte als das Wissen die schon vorausgesetzt wird.

00:41:40: aber viele Leute wissen ganz viel nicht.

00:41:42: Und das ist ja auch total okay, weil es ja auch eine Frage von Ressourcen ist.

00:41:45: Wenn du nach einem zwölf Stunden Arbeitstag nach Hause kommst körperlich fix und fertig gearbeitet bist, liest du dir natürlich noch zehn Tageszeitungen durch und hörst noch drei Politik-Podcasts so?

00:41:57: Also ich glaube, dass ein ganz wichtiger Punkt ist, dass viele Dinge nicht richtig erklärt werden oder nur für so eine intellektuelle Elite erklärt wird.

00:42:05: Die anderen Menschen, die das nicht auf den ersten Blick verstehen ... werden schon seit vielen Jahren, wenn ich sogar Jahrzehnten vergessen.

00:42:13: Und wenn du das alles nicht durchblickst, wird die Angst auch größer?

00:42:16: Weil wenn du irgendwas nicht verstehst, das ist ja der Nährboten für Angst und dann denkst du eben zum Beispiel, wenn es um Erbschaftssteuern geht... Oh mein Gott.

00:42:24: jetzt wollen sie mir vielleicht auch noch das Haus von Tante Erika wegnehmen, wenn Ich das erbe.

00:42:28: Darum geht's aber eben bei dieser Diskussion gar nichts.

00:42:30: Es geht um Leute, die hundertvierzigtausend Firmen haben Dass die Problematik da in der Kommunikation liegt.

00:42:43: Und dass eben ... Die Menschen, die vor allem Angst haben oder bekommen nicht abgeholt werden von der Kommunicationen, die es so gibt?

00:42:52: Die ist für die, die's schon gecheckt haben.

00:42:56: Weißt du wie ich meine?

00:42:57: Ja, absolut!

00:42:59: Okay... Also wir haben jetzt noch ein paar Sachen, dann haben wir schon identifiziert.

00:43:03: Ich würde auch nochmal auf das ... Einsamkeitsempfinden zurückkommen.

00:43:06: Ja,

00:43:06: wollte ich nämlich gerade sagen passt auch ganz gut zu der Angst die macht nämlich auch einsam?

00:43:10: Ja

00:43:10: genau so das stärkt sich natürlich auch gegenseitig.

00:43:14: Wir haben über dass damit ein hergehende Schamgefühl gesprochen.

00:43:18: wir haben So angerissen eine mangelnde Teilhabe Die mit einer armut einhergeht und im mangelnde teilhaben dann auch wieder soziale Isolation.

00:43:29: Haben wir zu wenig nicht kommerzielle räume?

00:43:33: Also da denke ich immer wieder drüber nach.

00:43:35: Die dritte

00:43:36: Orte

00:43:36: meister?

00:43:36: Ja, es ist ja auch ständig.

00:43:38: Ständig muss ich ja irgendwo konsumieren um mich aufhalten zu dürfen.

00:43:41: Wo kann ich denn außerhalb meiner Wohnung die ich mir erstmal in der Form leisten muss dass ich mich da gerne aufhalte wo kann ich mich dann aufhalten?

00:43:52: wo kann Ich einen Austausch mit anderen Menschen kommen In Begegnungen mit anderen menschen kommen wo ich nicht sofort in einer konsumierenden Situation bin

00:44:03: Ja.

00:44:03: Und die Orte, an denen wird der gespart aktuell?

00:44:05: Genau!

00:44:07: Du brauchst auf der einen Seite die Orta da bin ich total bei dir aber du brauchst eben auch die Zeit.

00:44:13: Das ist dann vielleicht nochmal ein Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen und Erwachsene.

00:44:16: Kinder und Jugendliche haben ja noch mehr Freizeit als die meisten Erwachsenen Auch nicht alle Kinder und Jugendlichen.

00:44:22: Aber da gibt es auf jeden Fall noch mal so Zeiträume.

00:44:26: Also auch das schönes Wort eigentlich ne?

00:44:28: Zeitraum um irgendwo hinzugehen.

00:44:31: Aber du brauchst eben auch die Zeit und das finde ich zum Beispiel rund um die Debatte um Arbeitszeit, auch so ein wichtiger Punkt dass es eben aktuell heißt ja wir müssen mehr arbeiten eben auch mehr als diese acht Stunden zb am Tag, die auch von Gewerkschaften hart erkämpft wurden.

00:44:46: und die Wochenarbeitszeit von vierzig Stunden soll sowieso aufgehoben werden also Arbeitarbeitarbeit.

00:44:52: aber was dabei diesen Leuten, wie Friedrich Merz eben vergessen wird ist.

00:44:56: Dass dadurch ja auch die Zeit kleiner wird um sich um andere Menschen zu kümmern.

00:44:59: Die Zeit wird kleiner der Nachbarin zu helfen.

00:45:02: Der Schlüssel in das Gitarre gefallen ist.

00:45:03: wenn du von einem super langen Job nach Hause kommst dann sagst du vielleicht doch eher hey Mareik ich bin so fertig ich muss ins Bett.

00:45:09: tut mir leid auch wenn ich diesen Stock da in der Ecke hätte ich kann nicht mehr und dann hast du eben auch vielleicht keine zeit in deiner Nachbarschaft mal die Straße von Müll zu befreien ist jetzt ein Berliner Thema aber vielleicht haben wir es anderen zu hören.

00:45:22: oder pflanzt eine Blume vor deinem Haus und gießt die.

00:45:29: Oder, weiß nicht, unterhältst dich mal wieder mit der ältere Nachbarin für die das schwierig ist mit den Einkäufen?

00:45:34: Und merkts dann dadurch, ah ja, da könnte ich mal Einkäufe bringen!

00:45:37: Also all diese Dinge, die helfen, nicht einsam zu sein helfen weniger Angst zu haben, weil ich weiß da ist meine Nachbarin die mir mal hilft wenn irgendwas ist.

00:45:47: all das erfordert Zeit und wenn es in unserem Leben nur darum gehen soll immer mehr und härter zu arbeiten dann haben wir das nicht mehr um uns umeinander zu kümmern.

00:45:55: Und dann wird's am Ende wirklich kritisch nicht nur für uns alle sondern auch am ende für die Demokratie tatsächlich.

00:46:02: Auch alles Dinge die ja mit Wertschätzung beginnen.

00:46:04: also wenn wir vielleicht beginnen würden halt hat soziale Berufe, Kehrarbeit.

00:46:09: Du hast es schon erwähnt, Pflege sich um die Öffentlichkeit kümmern wenn wir das anders betrachten würden und nicht sagen würden ja cool aber das ist ja Freizeit und das andere nur die Arbeit dann wäre das wahrscheinlich auch ein Anstoßen eines Prozesses.

00:46:27: zumindest also die Wertschätzung und wie wir auf bestimmte Tätigkeiten schauen.

00:46:32: Auch da ist ja schon viel drüber diskutiert worden.

00:46:37: Spätestens in der Corona-Zeit haben wir sehr viel darüber gesprochen, welche Wertschätzung erlebt sowohl die private Kehrarbeit als auch die Sozialberufe.

00:46:49: Das ging dann ganz schnell wieder weg?

00:46:50: Das

00:46:50: ist dann schnell wieder verschwunden!

00:46:53: Da greifen dann wieder die gewünschten politischen Strukturen, die du am Anfang erwähnt hast...

00:46:58: Man darf da ja auch nicht vergessen, wer die Politik macht.

00:47:01: Also alles das was du jetzt angesprochen hast beinhaltet ganz viele Themen aber eben auch ein geschlechter Aspekt.

00:47:07: also all diese Kehrarbeitsberufe sind ja Berufe die mehrheitlich von Frauen gemacht werden.

00:47:14: Es gibt ja auch so Studien dazu, dass Berufe die mehrheitlich von Frauen gemacht werden oder wo im Laufe der Zeit mehr Frauen übernehmen.

00:47:20: Dass sie dann im Lauf der Zeit weniger Geld bekommen.

00:47:23: Ich finde ein ganz gutes Beispiel ist immer diese Lehrtätigkeit.

00:47:26: Wenn man guckt wer an Gymnasien unterrichtet sind das vor allem Männer und das Gymnasial-Lehrkraftgeld.

00:47:32: Das glaube ich von dem kann man ganz gut leben.

00:47:35: Und an Grundschulen zum Beispiel arbeiten ja mehr Frauen als Männer und des Grundschullehrgehaltes halt niedriger als das.

00:47:43: Die machen am Ende genau die gleiche Arbeit, dahinter steckt dann natürlich noch mal auch so ein Klassismus-Bildungsaspekt.

00:47:48: Das führt jetzt aber zu weit.

00:47:49: Aber um nochmal kurz bei diesem geschlechter Aspekt zu bleiben, dass sehen wir eben auch in der Politik von den Menschen, die mächtig sind und die in den Entscheidungspositionen sitzen, die entscheiden wie unser Leben strukturiert ist.

00:48:03: Das sind ja muss man sagen immer noch mehrheitlich Männer wenn wir gerade in die aktuelle Bundesregierung gucken.

00:48:09: also Gut, eine Frau, Bärbel Bas fällt mir ein.

00:48:12: Ansonsten viele Männer, die ja auch davon profitieren, dass es so ist wie das ist.

00:48:18: und Friedrich Merz könnte sein Job nicht machen oder auch den, den er als sein ganzes Leben gemacht hat, auch als Unternehmer, wenn er nicht ne Frau zu Hause hätte, die sich um die Kinder gekümmert hat?

00:48:26: Oder vielleicht hatten sie auch noch ne zusätzliche Nanny oder so dazu?

00:48:29: Das könnte er sicher auch leisten.

00:48:32: also er leistet sich ja nicht nur seinen Privatflugzeug.

00:48:35: Das heißt an diesen Schaltstellen der Macht, sag ich mal, sitzen ja Menschen die von der ungerechten Aufteilung von Erwerbsarbeit und Kehrarbeit profitieren.

00:48:45: Warum sollten sie es ändern?

00:48:47: Ja okay wir haben eine Wirtschaftsministerin aber man kann immer eine Ausnahme aus dem Hut zauber ändert, ändert aber nichts am großen ganzen.

00:49:00: Genau und man kann natürlich auch Frau sein und sich trotzdem nicht für soziale Gerechtigkeit stark machen.

00:49:07: Das geht auch!

00:49:08: Jetzt leben wir in einer Demokratie und man hat dann die Wahl, welche Partei man wählt.

00:49:16: Und wir haben durchaus ein Parteien-Spektrum was von links bis nach rechts reicht.

00:49:25: Ist das nicht die Möglichkeit für alle betroffenen Dinge zu ändern?

00:49:31: Einfach wählen gehen meinst

00:49:32: du?!

00:49:32: Einfach

00:49:32: mal wählen!

00:49:38: Ich würde jetzt auf jeden Fall hier nicht ein Plädoyer gegen das Wahlrecht hinlegen.

00:49:43: Natürlich bin ich für Demokratie und natürlich bin ich wahlen, was das Thema soziale Gerechtigkeit oder Abschaffung von Armut angeht sehe ich aktuell nicht dass es Mehrheiten dafür gibt und ich bin aber eben ganz fest davon überzeugt, dass das nicht daran liegt, wenn man Menschen das erklären würde wie das funktionieren würde und wer davon profitieren würde.

00:50:10: Jetzt habe ich den Anfang meines Satzes verloren, aber ich fange nochmal kurz an!

00:50:14: Ich bin davon überzeugt dass Menschen das gut finden würden wenn man es richtig erklären würde.

00:50:21: Wenn sie eben merken würden ah das bedeutet nicht dass mir das und das weggenommen wird sondern das bedeutet nur das Überreichen was weggennommen wird die sowieso auf unseren Kosten reich sind.

00:50:32: Das sehe ich aber eben nicht.

00:50:33: Also das ist wieder so diese Kommunikationsleistung und das sehe ich nicht, dass das gemacht wird.

00:50:39: Und wenn das nicht gemacht wird, das wäre natürlich der Job von Parteien, das halt mal wirklich zu erklären an Orte zu gehen, wo man das noch mal ganz anders erklären müsste als in einer politischen Talkshow.

00:50:50: An Orte zugehen, wo Mann das in anderen Sprachen als Deutsch erklären müsste.

00:50:56: An Ort zu gehen und wo man es in einfacher oder leichter Sprache erklären müsste.

00:50:59: also viele Menschen die eben nicht adressiert werden von der Politik.

00:51:04: Ich weiß jetzt nicht mehr was deine Frage war aber ich würde trotzdem auf die Frage an dich mich nicht mehr erinnere kurz antworten wollen.

00:51:12: finde wählen ist das Mindeste in der Demokratie, aber es reicht nicht um die Verhältnisse zu verbessern.

00:51:19: Okay und bis wir an dem Punkt sind wo das Thema anders kommuniziert wird ist damit sich ein anderes Wissen transportiert?

00:51:31: Was machen wir denn bis dahin?

00:51:32: also was können wir als Zivilgesellschaft tun ohne dann hinten rum letztlich doch wieder einen Insicht falsches System zu stützen aber um Situationen zu verbesseren

00:51:45: widersprechen.

00:51:46: Also vor allem Menschen, die sich das leisten können im Sinn von Menschen mit Privilegien also uns beide.

00:51:52: wir beide finde ich sind jetzt ganz gute Beispiele.

00:51:54: Wir haben viele Privileggen.

00:51:55: wir können in vielen Räumen sagen Das finde ich nicht in Ordnung dass das finde ich ungerecht das möchte Ich Nicht Dass diese Person so behandelt wird In den meisten Räume müssen wir glaube ich nicht Mit unserem um unser Leben fürchten.

00:52:08: wenn wir wenn wir das Wenn wir sowas Sagen Wir können, wenn über andere Menschen die vielleicht gerade gar nicht im Raum sind, über die schlecht gesprochen wird.

00:52:15: Können wir sagen das finde ich nicht in Ordnung, wenn du so über die Personen sprichst?

00:52:19: Das finde ich total wichtig.

00:52:21: also an den Momenten wo wir Ungerechtigkeiten oder Gemeinheiten sehen dass wir das sagen, dass wir es nicht einfach hinnehmen dann das hinnehmen kennst du bestimmt auch ist immer der einfache Weg und manchmal hat man vielleicht auch selbst nicht so die Kraft und Kapazitäten aber sich dann in diesen momenten immer wieder dran zu erinnern.

00:52:38: doch ich mach das jetzt, weil es wichtig ist und vielleicht diese eine Person in diesem Raum nicht machen kann.

00:52:43: Also am Ende solidarisch sein.

00:52:46: Und ich glaube dass das auch... Das klingt immer so einfach total nett und schön, ja solidarische sein, ja das möchte ich sein!

00:52:53: Aber am Ende sind die Situationen, in denen ich mir das wünsche oder vielleicht auch vordere von den Zuhörenden.

00:53:01: dann sind da Situationen wirklich unangenehm auch wo du dann am Ende vielleicht auch ist, dir verschärzt mal mit einem Auftraggeber.

00:53:08: Weil du so nervig warst und das doch noch mal gesagt hast, dass es nicht in Ordnung war welchen Begriff er verwendet hat oder so ...

00:53:16: Oder wie Mitarbeiter behandelt werden?

00:53:19: Oder

00:53:20: wenn du im Podcast zu Gast bist und dann erst einmal dem Host sagst, dass er da Narrative verbreitet von der Leistungsgesellschaft die du eigentlich so nicht hören möchtest.

00:53:27: Ja aber tatsächlich weißt du, das sind Situationen, in denen macht man sich nicht unbedingt beliebter wenn man das macht.

00:53:35: Aber das sind ja aufklärende Momente und vielleicht hört dann eben eine Person zu, die auch denkt naja Mensch hier dieses Studio da muss man wahrscheinlich richtig viel für arbeiten Und dann aber das erste Mal auch darüber nachdenkt und denkst, ich arbeite ja eigentlich so viel.

00:53:49: Warum klappt das denn bei mir nicht?

00:53:52: Das können alles kleine Anfänge sein.

00:53:55: Auch kleine ... Ich mach hier ein Podcast.

00:53:57: Mein Podcast heißt Revolution & Ferien.

00:53:59: da reden wir über große und kleine Revolutionen.

00:54:01: Und ich bin immer riesengroßer Fan von kleinen Revolutionen und das ist für mich sowas.

00:54:05: Ein Moment wo man bei einem Thema, bei dem man vielleicht schon hundertmal zugehört hat einmal sowas Neues hört und kompletten anderen Blick darauf bekommt anders darauf guckt.

00:54:17: Das finde ich ist ein total guter Schritt hin zu einem anderen Blick vielleicht auch auf die Welt und ich persönlich kann dann so besser aushalten, auf die antikapitalistische Revolution zu

00:54:27: warten.".

00:54:29: Okay du übst dich in Geduld!

00:54:31: Müssen wir offener über Geld sprechen?

00:54:35: Also ich glaube das es oder meiner Wahrnehmung ist es auch durchaus dass jetzt auch in Deutschland nicht unbedingt ein beliebtes Thema ist.

00:54:43: Ja, und weißt du warum?

00:54:45: Weil wenn wir nicht offen über Geld reden dann profitiert ja eine Personengruppe davon.

00:54:49: Nämlich...

00:54:50: ...die die's haben!

00:54:51: Korrekt.

00:54:52: Deswegen spreche ich San.

00:54:53: Genau.

00:54:54: Und deswegen ist es total wichtig darüber zu reden und deswegen werde ich, wenn ich jetzt hier rausgehe, dich auf jeden Fall nochmal nach der Miete von diesem Studio fragen damit du es mir ganz konkret sagen kannst auch über Honorare wie viel wir verdienen, wieviel unsere Miete kostet.

00:55:11: Immer, wenn ich das in meinem Leben gemacht habe und gerade in den vergangenen Jahren seitdem ich auch ein Buch zum Thema Geld geschrieben habe mache ich das immer mehr.

00:55:18: Das ist so hilfreich und vor allem so erleichternd weil dadurch ganz viele Dinge die man sich so ausmalt komplett zu zusammenfallen und man dann so merkt ach ja krass es sehr auch nur einen mensch stimmt Wenn das viel Geld ist, dann nachzufragen.

00:55:35: Wie machst du das?

00:55:37: Womit verdienst du dein Geld?

00:55:40: Woher kommt das?

00:55:41: Manchmal findet man raus, da werden erwachsene Leute von ihren Eltern finanziert oder haben eine Eigentumswohnung und müssen keine Miete sein!

00:55:50: Ich habe lange dafür gebraucht, das zu realisieren.

00:55:55: Weil ich das auch mal so hingenommen habe ... Ach so, du zartst quasi gar keine Mieter und so weiter.

00:56:05: Ich muss daran denken, dass meine Tochter irgendwann das noch gar nicht so lange her mal nach Hause kam von einem Besuch einer neuen Freundin eben als sie auf die Weiterführende Schule gekommen ist und dann so meint ja, die haben alle so große Wohnungen, die anderen Kinder Und ich so Ja Die sind ja auch also die von denen sie geredet hat die haben ja auch zwei Eltern.

00:56:24: Das heißt da wohnen zwei erwachsene Personen Unter noch die Kinder Da sind zwei erwachsene Personen, die auch Geld verdienen und bei uns zu Hause bin das nur ich.

00:56:35: Und dann war ... Das war halt auch wieder diese kleine Revolution oder zumindest ein Ah-Moment wo mein Kind dann so meinte ach ja, stimmt!

00:56:44: Also ja einfach mal alle Fragen und du wovon lebst du eigentlich?

00:56:50: Ich glaube diese Transparenz würde glaub ich tatsächlich viel von den Scham verursachenen Faktoren

00:56:58: Genau.

00:56:59: Und die Menschen mit Privilegien, also zum Beispiel reiche Eltern, Eigentumswohnungen

00:57:02: usw.,

00:57:04: checken dann ja auch manchmal erst durch diesen Vergleich das sie doch vielleicht ein Privilegg haben und vielleicht auch was davon abgeben könnten?

00:57:13: Also Sie müssen sich sofort die komplette Wohnung abgeben.

00:57:15: aber gibt es ja auch andere Möglichkeiten zb.

00:57:18: Geldleihen auf so einem solidarischen Umverteilungskonto.

00:57:21: Ich glaube die checken deswegen reden sie nicht drüber ist eine vereigemeinerung.

00:57:28: Marika, das war total aufschlussreich und sehr interessant.

00:57:32: Tatsächlich sind es echt schon eine Stunde um.

00:57:35: Ich möchte dich aber nicht gehen lassen ohne dass du noch ein Song dir am Herzen liegt.

00:57:42: auf unserem Spotify-Kopfsalat ... Warte mal!

00:57:47: Kopfsalats, Spotify Playlist, Kopfsaladsongs... ich hab vergessen wie sie heißt.

00:57:52: Kopfsaladplaylist einfach oder?

00:57:53: Danke

00:57:54: Das ist der Name, den ich gesucht habe.

00:57:55: Ein Song darauf zu packen!

00:57:56: Genau

00:57:56: und was dahinter steckt das können wir ja so

00:57:58: ganz leise dann nur sagen.

00:58:00: Das S-Wort?

00:58:03: Ja An dieser Stelle danke für die Aufgabe weil wie du ja ein bisschen weißt Ich liebe ja Musik Und es war jetzt auf der einen Seite super leicht und auf der anderen Seite super schwierigen Song auszuwählen Weil Es gibt einfach so viele.

00:58:15: Ich warte seitdem ich denken kann eigentlich Auf Die Einladung von Hörbarust.

00:58:19: Da bringt man ja mehrere Songs mit, ne?

00:58:21: Ungefähr so acht Songs.

00:58:22: Und dann redet man darüber was die fürs Leben begleitet... Was sie fürs Leben bereit... ...was die fürs leben bedeutet haben!

00:58:29: Oder die lebensbegleitenden Songs.

00:58:31: Genau sowas.

00:58:33: Also Bettina Rust, falls du das jetzt hier hörst bitte lade mich ein.

00:58:35: Ich habe jetzt einen mitgebracht und natürlich auch thematisch passend.

00:58:38: ich dachte nämlich erst.. ..ich bringe jetzt so'n happy Song mit weil es soll ja eben auch bei der Arbeit von Freunden fürs Leben geht's ja um Depressionen.

00:58:48: Jetzt hatten wir eben dieses Einsamkeitsthema-Ahmut.

00:58:50: und dann dachte ich so, jetzt bringe ich irgendwas mit was so glücklich macht.

00:58:54: Weißt du?

00:58:54: Um das

00:58:54: so... Sehr gerne!

00:58:55: Ja hab' ich aber nicht.

00:58:57: Ich habe dann nämlich gedacht, nö, ich bring jetzt etwas mit sowas richtig depressives weil ich finde und das weiß ich auch aus Erfahrung manchmal hilft es ja total sich in sowas auch reinfallen zu lassen.

00:59:10: In so einer Traurigkeit oder Melancholie zumindest und ich habe einen der traurigsten und melancholischen Songs mitgebracht, der aber auch witzig ist.

00:59:21: Die Band heißt die Heiterkeit?

00:59:23: Mhm.

00:59:23: Die Sängerin heißt Stella Sommer hat eine der tollsten Stimmen.

00:59:27: also du weißt ja jetzt ich hätte eure Opernsängerin werden können eher so sopran und sie hat so ne richtig tiefe Stimme Also einer der tiefsten Frauenstimmen, die ich so kenne im Pop auf jeden Fall.

00:59:38: Der Song heißt Schlechte Vibes Im Universum Und das Album heißt von pop bis tot.

00:59:44: nein Von Pop und Tod eins und zwei.

00:59:47: Also schlechte Vibes im Universum.

00:59:49: von die Heiterkeit?

00:59:50: Ich bin sehr gespannt, ich mag melancholische Musik auf jeden Fall.

00:59:55: Mir tut sie

00:59:57: gut

00:59:58: in den richtigen Momenten.

01:00:00: Ja, bin ich sehr gespannt!

01:00:02: Bitte gefallen ganz sicher.

01:00:04: Ich will noch nachtragen.

01:00:04: wenn Bettina Rustig aufgrund dieses Podcasts ihr einlegt nehmst du mich bitte mit.

01:00:08: Du darfst dann nach mir okay?

01:00:11: Wir können ja knobeln.

01:00:14: Ich hab auch noch ein Song, Jamie Tee sagt ja dir was.

01:00:17: Ja ich weiß nur gerade nicht was.

01:00:18: Britte und der ist schon lange dabei und es gab so eine Phase da habe ich den viel und extrem gerne gehört und dann hat er mich irgendwie so ein bisschen verloren und der hat gerade einen neuen Song rausgebracht mit dem Produzenten Fred Genn und das Song heißt Lights Burn Dimmer Und da gibt mir so ein bisschen Bond-Slippy-Vibes, also Underworld, Trainspotting der Film von einer Stimmung her und auch was er textlich beschreibt.

01:00:42: Das ist wie eine ... Da prittier ich da rein, was er wirklich meint, aber so ne Clubnacht, die geprägt ist von einer Leichtigkeit und Blicken, die irgendwie schön sind, also zwischenmenschliche Blicke Ja, von so einer fließenden guten Club Nacht.

01:01:07: Das

01:01:07: macht das mit mir.

01:01:08: Also kommen wir erst einmal durch die schlechten Vibes im Universum und dann kommen wir zur guten Club-Nacht.

01:01:14: Find ich eigentlich ganz gut!

01:01:16: Oder andersrum?

01:01:17: Die Clubnacht und der Hangover...

01:01:21: Wie man möchte.

01:01:23: Hat ja immer seinen Preis diese Mächte.

01:01:26: Sehr sehr schön.

01:01:27: Marajke, danke dass du da warst.

01:01:29: Sehr gerne.

01:01:29: Es war sehr schön.

01:01:30: uns bleibt nur noch eines zu sagen

01:01:33: Tschüss!

01:01:37: Und

01:01:37: hier noch ein Hinweis zum Vormerken.

01:01:40: Vom Zweihnzwanzigsten bis Achtundzwanzigersten Juni, zwei Tausendsechs und zwanzig findet die Aktionswoche gemeinsam aus der Einsamkeit statt.

01:01:50: Dabei sind alle herzlich eingeladen sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen und das Ziel ist es zum Thema Einsamkeiten zu sensibilisieren und anderen Angebote zum gemeinsamen Austausch um zur Begegnung zu zeigen.

01:02:05: Weitere Informationen findet ihr auf kompetenznetz-einsamkeit.de slash Aktionswoche.

01:02:14: Die Link zur Website sowie zum Newsletter findet ihr auch nochmal in den Shownotes.

01:02:20: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr selbst unter einer Depression leidet oder Freunde für Wante und Bekannte dann geht zu Hausärztin oder zum Hausarzt.

01:02:28: Infos zu weiteren Anlaufstellen und Krisenberatungen findet ihr auf der Homepage von Freunde fürs Leben, auf frnd.de.

01:02:37: Dort könnt ihr den Verein und damit auch diesem Podcast mit Spenden unterstützen.

01:02:41: Diese

01:02:41: Folge ist

01:02:42: Teil unserer Sonderedition Einsamkeit.

01:02:45: Diese Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

01:02:51: Kopfsalat gibt's überall wo es Podcasts gibt Und auf der homepage von freunde fürs leben unter frnd .de.

01:03:00: Was glaubt ihr denn, was ihr seid?

01:03:01: Verdammt nochmal.

01:03:02: Verrückt oder sowas?

01:03:03: Ihr seid es

01:03:08: nicht!

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