Kopfsalat - Einsamkeit und Migration (2) mit Gilda Sahebi
Shownotes
In dieser Folge des Podcasts „Kopfsalat“ von Freunde fürs Leben e.V. geht es um Einsamkeit, Migration und die Frage, wie Zugehörigkeit entsteht. Zu Gast ist die Journalistin, Autorin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi.
Zwischen persönlichen Momenten, politischer Analyse und klaren Beobachtungen entsteht ein Gespräch über Migration, Einsamkeit und Verbindung. Eine Folge darüber, wie wichtig emotionale Bildung, Differenzierung und echte Begegnung sind und warum Zugehörigkeit auch bedeutet, sich selbst nicht länger auszuschließen.
Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.
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Vom 22. bis 28. Juni 2026 findet die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ statt. Alle sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen! Ziel ist es, zum Thema Einsamkeit zu sensibilisieren und anderen Angebote zum gemeinsamen Austausch und zur Begegnung zu zeigen.
Weitere Informationen findet ihr auf: https://kompetenznetz-einsamkeit.de/aktionswoche Um nichts zu verpassen, könnt ihr euch zudem den Newsletter des Netzwerks abonnieren: https://kompetenznetz-einsamkeit.de/das-kne/newsletter
Moderation und Redaktion: Sven Haeusler - http://www.svenson-suite.de/cms/ Audio Editor: Julius Hofstädter Musik und Jingle: Bela Brauckmann - https://www.belabrauckmann.com/ Produktion und Redaktion: Diana Doko, Vera Colditz und Jasmin Hollatz von Freunde fürs Leben e.V. – https://www.frnd.de/ Idee: Sonja Koppitz - https://www.sonjakoppitz.de/ Foto: Benno Kraehahn - https://kraehahn.com/portfolio.html Coverdesign: Stefanie Butscheidt - http://www.grafische-requisite.de/kontakt/
Transkript anzeigen
00:00:00: Also ich hab gelernt für mich, dass es auf die einzige Art und Weise wie ich mich wirklich zugehörig fühle ist das ich daran arbeite.
00:00:08: Dass ich weiß, dass ich dazu gehöre.
00:00:10: Das kann nur ich machen!
00:00:12: Von außen funktioniert nicht.
00:00:15: Also habe ich wirklich lange genug probiert von außen entweder über eine Beziehung oder über Freundschaften oder über Arbeit.
00:00:22: irgendwie mich zugehörig zu fühlen hat nie funktioniert.
00:00:24: Es ist wie so ein Glas wo unten ein Loch ist und es fließt durch und alles schön.
00:00:29: Aber ich kann nur annehmen, was schon in mir ist.
00:00:32: Und ich weiß, dass ich dieses Loch noch stopfen kann selber und dann funktioniert das.
00:00:39: Dann fühle ich mich zugehörig wenn ich meine Freundschaften habe, wenn ich eine Familie habe.
00:00:44: Wenn ich eine Arbeit mache die ich liebe.
00:00:47: aber ich hab wirklich immer wieder bin ich wirklich gegen den Wand gelaufen wenn ich das mir von außen holen wollte.
00:00:58: Über Depression, Gefühle und den ganzen anderen Salat
00:01:02: im Kopf.
00:01:03: Tag!
00:01:04: Mein Name ist Sven Häusler und ihr hört die zweite Folge zum Thema Migration und Einsamkeit hier bei Kopfsalat Und ihr merkt es schon.
00:01:13: ich halte die Einleitung kurz weil ich mich so freue auf meine Gesprächspfadnerinnen und weil wir so viel zu besprechen haben.
00:01:21: Sie wurde in T-Ran im Iran geboren und kam als Kind mit ihrer Mutter nach Deutschland.
00:01:27: Sie hat in München, Heidelberg, Istanbul und Warschau Medizin und Politik studiert – übrigens beide Studiengänge abgeschlossen!
00:01:36: Und ist heute Journalistin, Podcasterin und Autorin.
00:01:40: Sie schreibt und schrieb unter anderem für den Spiegel, für ihr Tatz Und sie tritt regelmäßig als Expertin in politischen Debatten, in Talkshows, Podcasts auf und ordnet gesellschaftliche Entwicklungen ein.
00:01:53: In den vergangenen Jahren wurde sie von Medium-Magazin zur Politikjournalistin des Jahres andankt.
00:02:00: Sie arbeitet vor allem zu den Themen Rassismus, Migration, gesellschaftlichen Machtverhältnisse Menschenrechte und politische Entwicklung insbesondere auch mit Blick auf dem Iran.
00:02:13: Unser Schwert ist Liebe, die feministischere Wollte im Iran in dem sie die Protestbewegung im Iran journalistisch und analytisch einordnet.
00:02:22: Ihr aktuellstes Buch erschien im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig Verbinden statt Spalten eine Antwort auf die Politik der Polarisierung und darin analysiert Sie wie politische und mediale Narrative gezielt gesellschaftliche Spaltung erzeugen und verstärken können.
00:02:38: Und ich habe es schon gesagt, ich freue mich wirklich sehr dass sie hier ist und meinem Interesse eine geballte Portion Expertise entgegensetzt.
00:02:45: Und damit herzlich willkommen Gilda Sahibi.
00:02:47: Vielen Dank!
00:02:48: Danke für die schöne Einladung und Einleitung.
00:02:51: Ja danke das du dich auf den Weg gemacht hast und die Einladungen angenommen hast.
00:02:56: Wir starten immer mit einem Highlight der Woche.
00:02:59: Hast Du uns ein Ereignis aus der zurückliegenden Woche mitgebracht was Dich irgendwie begleitet hat oder was Dir schön in Erinnerung geblieben ist.
00:03:10: Ich habe darüber nachgedacht, dass es tatsächlich gerade wäre weil wir haben grad eine sehr schwierige Situation mit meiner Familie im Iran und das begleitet durch viel Trauer und viel Schmerz.
00:03:30: Und normalerweise bin ich wirklich gut darin so kleine schöne Momente zu finden grade in dunklen Zeiten.
00:03:35: aber das Gerade hatte ich einen schönen Moment auf dem Weg hierher, weil die Sonne scheint in Berlin und ich stand im Park.
00:03:45: Und habe eben meine Trauer gespürt und ... Die Sonne hat geschehen und ich hab einfach nur den Vögeln zugehört und das war ein schöner
00:03:52: Moment.".
00:04:09: Die Zeiten sind irgendwie nicht so, dass die positiven Eindrücke überwiegen.
00:04:15: Und deswegen steht bei mir hier die Sonne und das Licht.
00:04:19: Das tut mir tatsächlich auch gerade gut.
00:04:24: gestern was ein ganz anderer Tag.
00:04:27: Auch das darf einem halt ein bisschen etwas... ...die Wärme ins Herz bringen.
00:04:31: So etwas wie die Sonnen, die ja auch echt sehr beeindruckend ist muss ich mal sagen.
00:04:38: Es ist vielleicht eine Frage, die du schon nicht mehr hören magst und die dich nervt.
00:04:44: Ich stehe sie trotzdem.
00:04:45: dann haben wir sie hinter uns und es ist gleich zu anfangen die Stimmung im Keller.
00:04:48: Du bist Journalistin, du bist Autorin Und du hast Migrationserfahrung.
00:04:53: wenn wir jetzt hier sitzen und über den Zusammenhang von Migrationen und dem Einsamkeitsempfinden sprechen.
00:05:02: Aus welcher Perspektive wirst du denn darauf Darauf schauen?
00:05:06: Aus einer persönlichen, emotionalen, aus einer analytischen?
00:05:11: oder differenzierst du das eigentlich auch gar nicht mehr.
00:05:15: Doch doch, das unterscheide ich schon stark vor allem weil ich ein sehr privater Mensch bin also öffentlich teile ich sehr wenig von dem was ich jetzt empfinde weil es auch sozusagen gerne ja auch bei Frauen mit Einerungsgeschichte ganz vorsichtig wird.
00:05:33: er oft.
00:05:34: irgendwie wird oft auch gefragt, wie fühlen Sie sich dabei?
00:05:37: Oder wo ich immer denke, es geht überhaupt nichts an.
00:05:39: Ich fühle mich dabei für meine eigene Sache und das hat auch wenig damit zu tun, wie ich auf Dinge blicke ehrlich gesagt.
00:05:48: Natürlich lernt man unterschiedliche Erfahrungen wertzuschätzen.
00:05:54: Das ist was ich daraus lerne also dass ich weiß, dass meine Realität nicht die Realität von anderen Menschen ist.
00:06:01: Ich hatte zum Beispiel am Tempo verdammt Gibt so einen Balkon, da gibt es ja diese hohe Häuser.
00:06:08: Heute habe ich lustigerweise rüber nachgedacht.
00:06:11: Diese Häuser mit ganz viel Wohnung und Balkonen.
00:06:15: Und an einem Balkon – ich sehe den jeden Tag – ist eine riesige Deutschlandflagge hängt daraus.
00:06:21: Die sieht man vom Tempel hoch verdammt!
00:06:25: Ich empfinde das als total aggressiv.
00:06:27: Das ist mein Gefühl was ich empfande wenn ich diese Deutschlandfahne sehe.
00:06:31: Das heißt aber natürlich nicht dass sie aggressiv ist Was ich meine?
00:06:35: Also, das ist ... Und die Person, die das raushängt.
00:06:39: Ich weiß nicht warum sie das raushängt vielleicht aus einem schönen Gefühl heraus.
00:06:44: Aus was diese Person als sehr positiv empfindet und ich glaub, dass es für mich in meiner Arbeit auch sehr wichtig ist, dass ich verstehe, dass's einfach unterschiedliche Realitäten gibt und nicht die eine.
00:06:59: Es gibt Fakten also diese Flagge hängt da.
00:07:01: Das ist ein Fakt aber von den Fakten aus gibt es sehr, sehr viele Wahrheiten und das ist für mich glaube ich sehr wichtig.
00:07:09: Ja ja, es gibt nicht diese eine einzige Wahrheit.
00:07:14: Das ist ein Druckschluss.
00:07:18: Und wie begegnet ihr das in deiner Arbeit?
00:07:19: In der journalistischen Arbeit?
00:07:21: was wird da für einen Anspruch gestellt?
00:07:23: also wie viel Also der zur Neutralität verpflichtete Journalismus, wie viel Emotionalität verträgt?
00:07:32: oder merkst du da manchmal in bestimmten Kreisen dass das komisch drauf geschaut wird wenn die eigenen Erfahrungswerte die eigene Perspektive da Einfluss finden?
00:07:47: Es gibt keine Neutralität im Journalismus auch keine Objektivität existiert einfach nicht.
00:07:52: Man kann als Journalistin oder sollte man versuchen, der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen.
00:07:57: So das sollte man machen und es schafft man indem man nicht wertet sondern beschreibt.
00:08:01: dass ist einfach da kommt man dem am allernächsten.
00:08:05: Beschreiben heißt aber eben auch differenzieren.
00:08:07: also das heißt wenn ich mich ständig an diesen Polen befinde über die berichtet wird.
00:08:15: also sagen wir mal Ich würde über eine palestiner solidarische Demo berichten als Beispiel.
00:08:20: Dann haben wir den Bildreporter, der immer die fünf schreienden Leute zeigt und das als Wahrheit darstellt.
00:08:28: Es ist Teil der Wahrheit – es nicht die Wahrheit!
00:08:32: Man kommt erst näher, wenn man auch zeigt diese vielen anderen Menschen, die nicht schreien, abwerten oder hassen.
00:08:40: Als Beispiel.
00:08:42: Wenn ich aber meine eigenen Projektionen auf ein Thema habe, dann werde ich sie reinlegen Und das ist nicht neutral und es auch nicht objektiv.
00:08:51: Es existiert einfach nicht, wir haben alle Projektionen.
00:08:53: Ich musste halt kennen.
00:08:55: Wenn ich die nicht kenne wenn ich zum Beispiel überall Antisemitismus sehe oder über Rassismus sehe Oder nicht sehe genau so dann werde ich über eine Sache ganz anders berichten.
00:09:06: Wenn ich nicht weiß dass ich diese Projekten habe Und da begegnet mir das also dieser seltsame Anspruch auf Objektivität der verhindert Dass ich meine eigenen Projekte verstehe.
00:09:17: ja Ich kenne es so aus dem Dokumentarfilmbereich, da ist so ... Ja man darf nur abbilden und man muss wirklich neutral.
00:09:24: Und ich sag's halt immer so jeder Schnitt den ich setze ist ein Kommentar.
00:09:28: Also der setzt sich aufgrund meiner Erfahrung, aufgrund meiner Werte, auf Grund meiner Perspektive und schon in dem Moment kann das auch überhaupt nicht mehr neutral
00:09:37: sein.
00:09:39: Du beschäftigst dich ja viel mit gesellschaftlichen Strukturen.
00:09:44: wenn wir jetzt über den Zusammenhang von Migration Und Einsamkeit und Einsamkeitsempfinden sprechen, welche Zusammenhänge siehst du da oder wie sind dir diese beiden Themenfelder bisher so begegnet?
00:09:59: Also es gibt ja Daten und Zahlen die müsste man sich halt einmal anschauen.
00:10:02: Zum Beispiel Verarmung also Sozioeconomische Daten.
00:10:07: Menschen mit Allmausgeschichte haben tendenziell weniger Einkommen haben weniger Eigentum also diese ganzen Sachen.
00:10:16: Das kann auch mal zur Vereinsamung führen, zum Beispiel.
00:10:19: Vor allem wenn man nicht mit Familie hier ist, also wenn Menschen alleine kommen, wenn sie, wenn Geflüchtete hier sind und darauf warten, dass ihre Familie nachkommen aber dann wird es verboten, dass die Familie nachkommt.
00:10:31: Wenn man hier noch nicht diese sozialen Verbindungen hat, wenn man seit Jahrzehnten, seit Generation vielleicht schon an einem Ort ist oder Eigentum hat oder alles Mögliche das kann dazu führen viel mit dem Thema Einsamkeit zu tun hat.
00:10:49: Es kann aber auch sein, dass man total gut eine Struktur hat in der man ist, weil man vielleicht als Kind schon hier ist oder schon lange hier lebt und trotzdem kann es sich sehr einsam anfühlen.
00:11:03: Also ich habe mich in meiner Schulzeit sehr oft einsam gefühlt, weil ich einfach in einer anderen Welt gelebt hab, als meine Schulfreunde nennen so.
00:11:12: Und als kind- und jugendliche ... konnte ich nicht, habe ich nicht verstanden dass es nur ein Gefühl ist das es nicht die Wahrheit ist sondern dass sich das so anfühlt.
00:11:22: Das Gefühl ist Wahrheit, das heißt aber nicht dass es stimmt und dass die Erzählung dahinter nicht stimmen kann.
00:11:28: also sein kann dass sie nicht stimmt dass ich einsam bin.
00:11:31: Das versteht man aber als Kind noch nicht.
00:11:33: Man lernt ja erst vieles oder auch nie Und deswegen kann sich das sehr einsam anfühlen wenn man Auch jetzt hör ich das von Menschen.
00:11:44: Das habe ich ganz viel gehört.
00:11:46: im Iran, als es im Januar diese Massaker gab und den Krieg, dass viele Leute sagen auf der Arbeit fragt mich niemand wie's mir geht?
00:11:55: Die fragen nicht, wie gehts da eine Familie?
00:11:57: Wie fühlst du dich gerade?
00:11:58: Wie ist es so abgeschnitten zu sein von den Menschen die du liebst?
00:12:01: Es fühlt sich auch einsam an.
00:12:04: Heißt es, dass die anderen Menschen nicht interessiert?
00:12:05: Nein, das muss es nicht heißen!
00:12:07: Also, wie gesagt, das Gefühl war die Erzählung dahinter nicht unbedingt.
00:12:12: Aber es kann nicht so anfühlen.
00:12:15: Es ist ja auch immer eine Frage der Ressourcen des Umfelds, also wie viele Ressorzen sind da um auf andere zuzugehen und zu fragen, wie geht das dir?
00:12:26: Oder man traut sich vielleicht auch nichts, kann auch sein.
00:12:29: Stimmt manchmal auch vor Bedenken, es könnte vielleicht was auslösen.
00:12:33: Man möchte die Person nicht in diesen Gemütszustand bringen.
00:12:38: Und was ein wichtiger Punkt angesprochen glaube ich Genau, Einsamkeit und Einsamkeitsempfindung ist tatsächlich etwas das Gefühl.
00:12:46: Und es gibt die tatsächliche soziale Isolation also des Tatsächlichen abhanden Die nicht vorhandenen sozialen Kontakte.
00:12:56: Und diese Differenzierung gibt es Und gleichzeitig hilft es natürlich manchmal gar nicht so viel weil wenn ich mich einsam fühle dann fühl mich einsamt So und es erklärt aber auch weshalb weshalb man sich auch in dem Kontext von Gesellschaft trotzdem einsam fühlen kann.
00:13:13: Und selbst mit einem Freundeskreis kann man sich einsamen fühlen, weil man sich halt eben trotzdem nicht gesehen fühlt
00:13:19: oder nicht wahrgenommen... Ja!
00:13:22: Ich hatte diese Situation letzte Woche, wo ich eine schlechte Nachricht aus dem Iran bekommen habe und ich war auf einer Party.
00:13:30: Ich hab's fünf Minuten ausgehalten, ich bin wieder gegangen.
00:13:32: Also es war voll der Raum, ich war nicht hunderte von Leuten und ich habe mich so einsam gefühlt wie selte in meinem Leben.
00:13:38: Also, ich hab's fünf Minuten ausgehalten, da mich regelrecht geflohen, weil ich dieses Einsamkeitsgefühl nicht ausgehalten
00:13:44: habe.".
00:13:45: Ja... Das ist schon angesprochen!
00:13:48: Ich hab' ein bisschen die Zahlen dazu.
00:13:49: Tatsächlich sind Menschen mit Migrationserfahrungen knapp drei Mal so häufig von sozialer Ungleichheit betroffen und von der Gefahr von Armut betroffen.
00:14:03: So ... soziale Isolationen haben wir gesprochen und ich glaube selbst wenn man wahrscheinlich mit Familie kommt, ist man ja denn trotzdem nicht Teil der Gesellschaft in die man kommt.
00:14:15: Und die familiäre Zusammenhalt kann dann vermutlich auch nicht alles auffangen was einem an Fremdteilsgefühl und Ausschluss von der Gesellschaft so entgegen gebracht wird.
00:14:27: das kann die Familie dann auch nicht ausgleichen.
00:14:31: Ja in Deutschland gilt ihr als Und das ist jetzt keine Aussage auf Individuen bezogen.
00:14:36: Es ist wichtig, dass man es strukturell versteht als keine einschließende Gesellschaft.
00:14:40: Also es gibt ja auch so Umfragen von Experts ganz oft.
00:14:44: Es gibt diese jährliche Umfrage wo, ich glaube, dreiundfünfzig Länder gerated werden in der Beliebtheit für Experts und Deutschland ist immer ganz hinten.
00:14:54: Ich glaub letztes Jahr war ein Drittletzte oder so.
00:14:57: Das drittletze beliebteste Land.
00:15:00: Das hatte zu tun mit der schlechten Digitalisierung Mit der großen Bürokratie und eben mit Rassismus teilweise.
00:15:09: Und dass man, das ist sehr schwer, Anschluss zu finden.
00:15:13: Dass es sehr schwer ist soziale Beziehung zu knüpfen.
00:15:17: Das geht in anderen Gesellschaften leichter.
00:15:19: Auch da gibt's dann nochmal eine Differenzierung wo die Personen herkommen?
00:15:25: Da gibt's auch Studien zu, zum Beispiel Menschen, die aus Syrien gekommen sind ... einfach besonders häufig einsam fühlen.
00:15:36: Natürlich auch aufgrund von Traumata, weil oft halt eben der Fluchtgrund halt eben auch ist halt halt physischer Bedrohung zu entgehen Und in weniger Fällen hat schon irgendwie Anknüpfpunkte in der deutschen Gesellschaft existieren.
00:15:49: Also vielleicht schon andere Familienangehörige, die schon Jahre vorhergekommen sind oder wie auch immer.
00:15:57: Auch da ist es noch mal große Unterschiede ob ich aus Polen migriere oder halt eben beispielsweise aus Syrien.
00:16:05: Wie ist denn für mich neue Begriff untergekommen den Akkulturationsstress?
00:16:15: Ich muss mal kurz gucken, ob ich hier die Definition habe.
00:16:21: A-Kulturationsstress ist ein wissenschaftlich gut dokumentiertes Phänomen bei Migrantinnen der Druck sich an eine neue Kultur anzupassen, während man gleichzeitig mit Loyalitätskonflikten zur Herkunftskultur kämpft und das erhöht das Risiko für depressive Symptome und soziale Isolationen.
00:16:41: Kennst du das aus deinem eigenen Dasein bis als Kind nach Deutschland gekommen?
00:16:44: Trotzdem ist natürlich koppelt dich das ja nicht von einer kulturellen Identität.
00:16:51: Und kennst du dieses Gefühl, dass eine nicht richtig und das andere aber auch nicht so zwischen den Stühlen dich zu fühlen?
00:16:59: Ja ich kenne die Folgen davon vor allem.
00:17:00: also ich habe Familie in USA und Kanada da ist ganz anders.
00:17:05: Vor allem Kanada wird bewusst gesagt bringt eure Kultur mit und nicht gibt sie ab.
00:17:12: Und meine Familie in Kanada, die hat viel stärker noch.
00:17:14: Die feiern alle persischen Feste.
00:17:16: Die treffen sich jede Woche mit den anderen Iranern und tanzen und haben so dieses klassische ... Die Kultur ist dort super, super stark.
00:17:26: ihre Anschen in Familien bei uns nicht.
00:17:29: Also bei uns ist ja auch diese ganze Leitkultur-Debatte und so.
00:17:34: Ein neunziger bin ich ja aufgewachsen.
00:17:37: Da war es ganz wichtig dass wir halt Deutsch lernen Und dadurch habe ich meine Muttersprache nicht verloren, Gott sei Dank.
00:17:44: Aber das liegt auch noch daran, dass ich mir herangeboren wurde, dass die ersten Jahre sie hatte aber ich könnte sie heute weitaus besser wenn ich dieses ständige Deutsch-Deutsch-Deut-Deutes gewesen wäre.
00:17:54: und die Wertschätzung dieser anderen Kultur ist da bei Franzosen und Amerikanern was ich weiß aber nicht bei Leuten die aus muslimischen Ländern kommen.
00:18:04: und ich hab eine starke Liebe zu ihrer anderen Kultur.
00:18:08: Mein Bruder und ich haben die uns dann eher noch mal erarbeiten müssen.
00:18:12: Die Sprache, die Feste ... Jetzt werden wir nur losfeiern zum Beispiel.
00:18:16: Das ist ja diese Woche, also das neue Jahr Und da bin ich richtig sauer.
00:18:24: Also dass es so.
00:18:26: Ja meine Eltern Wussten es ja irgendwie auch nicht besser.
00:18:30: Sie haben natürlich versucht sich hier eben anzupassen und alles richtig zu machen.
00:18:34: sie wollten alles für uns ja richtig machen aus der Liebe heraus und aus dem Gefühl heraus, wir wollen das hier unseren Kindern gut machen.
00:18:42: Und gut dass es ihnen gut geht.
00:18:45: Ich hätte gerne mehr Verständnis zu dem Land wo ich herstamme.
00:18:52: Das ist in diesem Land nicht so leicht gewesen.
00:18:55: Ich halte das auch für ein Missverständnis im Bezug auf die Definition von Integration.
00:19:02: Dass man denkt, Integration bedeutet.
00:19:04: Alle Menschen die herkommen müssen dann morfen und müssen zu dem werden was sie hier vorfinden und dann sind die integriert.
00:19:11: aber quatscht der Rahmen in dem wir uns bewegen muss sich halt flexibel sein muss sich permanent ändern und muss bereit sein für Einflüsse aufzunehmen und andersartigkeit zum Teil des Ganzen machen.
00:19:25: das ist ja für mich Integration seitens der Gesellschaft.
00:19:32: Ja, ist eine Art von Missverständnis oder Fehldeutung.
00:19:35: Ich hab aber auch ein bisschen das Gefühl – ich weiß nicht wie es dir damit geht – dass sich etwas ändert und dass die….
00:19:42: Dass in der vorhergehende Generation eben ….
00:19:46: Das kennst du sicherlich viel besser als ich war!
00:19:49: Ich kenn's nur aus Erzählungen.
00:19:50: Als Kind zu hören bekommen, du musst dich doppelt so sehr anstrengen.
00:19:53: Du musst das nicht auffallen.
00:19:55: Du muss halt irgendwie ... Weil, damit du dazugehörst, musst du das alles erfüllen?
00:20:00: Du musst
00:20:00: übererfühlen?!
00:20:02: Und ich hab das Gefühl, dass sich die seit ein paar Jahren geändert hat und es in eine andere Art von Selbstbewusstsein gibt.
00:20:09: Von einer zweiten und dritten Generation von eingewanderten Personen.
00:20:17: Wie dich falsch
00:20:18: ist ... Ich weiß es tatsächlich nicht.
00:20:22: Erst mal zu diesem, was du zuerst gesagt hast, das ist ja die Behauptung eines Nulsumspiels.
00:20:26: Die Angst ist quasi wenn Menschen Ihre Tradition, ihre Sprache, ihre Rituale irgendwie behalten.
00:20:32: Dass dann die deutsche Kultur verlieren würde?
00:20:35: Das ist ja einfach Blödsinn!
00:20:36: Das ist kein Nullsummspiel, das ist was, was zusammengeht.
00:20:41: Was schöner wird, was größer wird... ...was sich verbindet, was kreatives entstehen lässt,... ...was Schönheit entstehen lasst, was Verbindungen entstehen lesst.
00:20:50: Da geht nichts verloren.
00:20:53: Die deutsche Pünktlichkeit geht mehr mit der Bahn verloren als irgendwie dasselbe Iraner sitzen.
00:20:57: Also da ist einer Teil halt Blödzinn Und dieses Verständnis gab es hier einfach nie.
00:21:04: Es wurde auch mal gesagt, wir seien kein Einwahrhaushand bis vor zehn Jahren und jetzt geht's eher in die andere Richtung habe ich das Gefühl.
00:21:11: deswegen... Ich kann das was du als Zweites gesagt hast weiß ich nicht!
00:21:14: Ich weiß nicht ob das was Gemeinsames ist oder ob das dann eher so aus Ausgrenzungserfahrung heraus ok?
00:21:22: Dann machen wir halt unser eigenes Ding.
00:21:24: Was er auch gut ist.
00:21:25: aber Das, was wir uns erhoffen ist ja eher das, was Gemeinsames passiert.
00:21:30: Und dass nicht die einen ihr Ding machen und die anderen ihr Ding, sondern dass es halt über Essen gehen hinaus mal zum Afghanen oder zum Perser oder was ich weiß.
00:21:40: Oder beim Döneressen, dass es ein Verständnis von einem gemeinsamen gibt.
00:21:46: Trotzdem gleichzeitig hat man seine eigenen Rituale und schätzt... diese Unterschiedlichkeit wert.
00:21:56: Ich weiß es nicht, ob es jetzt anders ist.
00:21:58: Ich hab das Gefühl, dass die deutsche Gesellschaft ... Nicht die deutsche Gesellschaft, das tatsächlich weniger, dass ... dass die Strukturen politisch- medial eher in die Anrichtung gehen.
00:22:09: Wer auseinander?
00:22:11: Welchen Einfluss hat denn genau das?
00:22:13: Also welchen Einfluß hat der gesamtgesellschaftliche Blick auf das Thema Migration?
00:22:19: Der natürlich wiederum geprägt ist von wie ist es narrativ in den Medien?
00:22:24: was wird von der Politik kommuniziert?
00:22:29: und dann gibt es ja eine Einordnung des Themas Migration.
00:22:35: Wir haben's in den letzten Jahren wirklich massiv erlebt, welchen Einfluss hatten das auf den gesellschaftlichen Umgang mit Migration?
00:22:43: Schau ich dahin und sag geil habe ich Bock drauf!
00:22:45: Das ist sehr spannend super oder nee?
00:22:50: mal alles weg hab' ich Angst vor.
00:22:52: Ja sein Katastrophal ein Einfluß.
00:22:55: Also das ist, glaube ich eben was mich so traue auch.
00:22:58: Ich bin ja super viel unterwegs im Land und es gibt so unfassbar viele Menschen die sich einbringen, die sich engagieren – und nicht nur im Bereich Migration in jeglicher Art und Weise!
00:23:11: Und wenn's einfach sich darum zu kümmern dass die eigene Familie, dass die Kinder gut aufwachsen, dass sie lernen, dass Sie neugierig sind... Es ist unfassbabel, ich bin immer wieder so dermaßen überwältigt davon, wie wunderbar diese Zivilgesellschaft ist und wie kreativ und vielfältig.
00:23:34: Und das passt nicht zu den Strukturen die wir haben.
00:23:38: Das hat es natürlich auch mit der AfD zu tun.
00:23:40: dadurch wurde es jetzt noch mal stärker.
00:23:42: aber sind die demokratischen Parteien die eben dieses Mitmachen so wir gegen die von morgens bis abends?
00:23:49: Wir müssen die Migration lösen dann gehts uns besser.
00:23:52: da werden Lügen erzählt Und trotzdem zeigen auch so Daten, die wir über Polarisierung haben.
00:24:01: Es ist trotzdem nicht eine Mehrheit, die da reingeht, die das glaubt dieses Vier gegen die.
00:24:06: Also es ist da sehr viel Resilienz vorhanden.
00:24:09: Obwohl soviel dafür getan wird dass diesen Spaltungserzählung geglaubt wird.
00:24:16: Das ist wirklich ne Katastrophe was da passiert und das ist nicht ne Sache von der AfD sondern eine Sache der demokratischen Parteien.
00:24:24: Es stimmt mich durch ein bisschen hoffnungsvoll, dass du sagst die Studien und die Untersuchung zeigen im Bild was vielleicht nicht ganz so katastrophal ist.
00:24:33: Weil dann Mehrheit oder das genannt eine andere Resilienz hat gegen diese spaltende Erzählung?
00:24:43: Ist einfach dieser andere der klein polarisierenden Teil so laut?
00:24:49: Ja, das sowieso.
00:24:50: Das sowieso, ich meine es ist ja auch manipuliert.
00:24:54: zum Beispiel auf X sieht man das ganz eindeutig.
00:24:57: Da werden nur Spaltungserzählungen groß gemacht, also wenn man da reinguckt, denkt man die ganze Gesellschaft kämpft von morgens bis abends gegeneinander?
00:25:04: Das stimmt nicht!
00:25:04: Das ist Manipulation, es ist Lüge.
00:25:08: Bei X sieht mal das halt so eindeutlich bei Elon Musk ja genau das Wille, der wir Menschen auseinander bringen und spalten.
00:25:14: Es gibt
00:25:14: z.B.,
00:25:15: also Steffen Mao, der Soziologe forscht ja ganz viel dazu, er hatte mir für mein Buch auch neuste Zahlen aus seinen Studien gegeben.
00:25:24: Da gibt es ja ganz viele Daten zu.
00:25:25: Und was ein Teil seiner Studie, die ich superinteressant fand und deswegen auch im Buch habe ist zum Beispiel ... da wird eine repräsentative Gruppe untersucht sozusagen und denen werden Sätze gegeben.
00:25:41: Verschiedene Themen, Migrationen, Klimaschutz, alles Mögliche.
00:25:46: Dann wird diese Gruppe in der Schule gefragt, stimmt dem Satz zu oder nein?
00:25:51: Und die zweite Frage ist, was glauben Sie wie viel Prozent in der Gesellschaft diesem Satz zustimmen?
00:25:56: Also ein Beispiel ist zum Beispiel Ausländer, denen Deutschland leben und bereit sind zu arbeiten sollen dieselben Sozialleistungen erhalten als Deutsche.
00:26:05: Dann wird eben gefragt, stimmen sie zu?
00:26:07: Und die Zweite Frage ist wie viele Glauben sie in einer Gesellschaft stimmen zu?
00:26:11: Diese zweite Zahl der Gesellschaft, also was glauben sie wie viele Prozent der Gesellschaft stimme zu, ist bei forty-fünf Prozent im Durchschnitt.
00:26:17: Das ist die durchschnittliche Antwort Aber tatsächlich zustimmen tun.
00:26:23: Und das ist sozusagen so ein Beispiel für so einen Gap, dass wir glauben die Gesellschaft sei super polarisiert und super böse als gibt es natürlich auch andere Fragen wo der Gap kleiner ist.
00:26:33: Das ist jetzt nur ein Beispiel Für diese Verzerrung zwischen der Gesellschaft wie sie wirklich isst und der Gesellschaft Wie wir glauben dass sie ist Dadurch dass wir dieses medialpolitische Bild vor uns haben das uns gezeigt wird
00:26:48: Okay also Wir können uns eigentlich mehr Optimismus trauen?
00:26:53: Nee, überhaupt nicht.
00:26:56: Weil das Problem ist ... Das sehen wir in den USA.
00:27:01: Die sind tatsächlich schon weit aus effektiv polarisierter als wir.
00:27:04: Also in Gruppendenken gegeneinanderdenkend und bei uns.
00:27:10: die autoritäre Kraft, die an die Regierung kommen wird irgendwann, die wird sofort sich an die Strukturen ranmachen die noch dazu führen, dass wir das öffentlich-rechtliche Teil der Menschen vertraut dem noch.
00:27:24: Wir haben ein Parteinsystem, das nicht zwei Parteien hat zum Beispiel.
00:27:29: Deswegen will die AfD z.B.
00:27:32: sofort an die Öffentlich-Rechtlichen dran gehen.
00:27:35: Die wollen Zensur betreiben und Meinung unterdrücken, was in den USA auch passiert.
00:27:42: Das ist sehr wahrscheinlich, dass es alles passiert.
00:27:44: Und deswegen ist es überhaupt kein Grund zur Optimismus eher die Warnung, dass wenn es so weitergeht wie wir das gerade passiert und dafür sind sehr stark verantwortlich der politischen medialen Raumstrukturen.
00:28:00: Demokratische Politik, die ständig diese Wir gegen die Erzählung halt übernimmt, dass wir genau diesen Weg gerade gehen und ich sehe da keine politische Kraft, die dem entgegen geht.
00:28:15: Gut, dann stellt sich ja die Frage also... Polarisieren, Gesellschaftspalten für mich alles eindeutig negativ konnotiert.
00:28:26: Wer will denn das?
00:28:28: Was ist dann die Absicht dahinter?
00:28:31: Macht und Geld.
00:28:33: Spaltung ist immer ein Herrschaftsinstrument, immer gewesen.
00:28:37: Sieht man bei Donald Trump.
00:28:39: Der hat nichts als Spaltung.
00:28:41: Autoritäre Käfte haben nie was anderes als Spaltungen.
00:28:44: Die haben nicht einen Politikportfolio wo sie sagen ... Wir wollen etwas tun, damit es allen in der Gesellschaft gut geht.
00:28:51: Das ist nicht ihren Ziel!
00:28:52: Die können nur aufsteigen durch Polarisierung weil sie nichts anderes haben und das Ziel ist immer Macht- und Geld-und Aufmerksamkeit.
00:29:02: Okay wenn ich das weiterdenke und man landet dann irgendwie bei einem großen Teil der Gesellschaft durch diese Ungleichheit, diese Polarisierungen in die psychische Erkrankung gerät, in die Depression gerät in Armuts Empfinden Gerät, in die Ausgrenzung und daraus resultiert dann eben Einsamkeitsempfindung.
00:29:26: Dass denn als Grundlage für Depressionen usw.
00:29:29: ist ja irgendwie auch kein zukunftsträchtiges Konzept oder?
00:29:32: Also wenn ich einen großen Teil der Gesellschaft in diese Situation treibe...
00:29:38: Als outführitäre Kraft?
00:29:40: Ja.
00:29:41: Das interessiert ihr nicht!
00:29:42: Also die islamische Replik Iran zum Beispiel, das ist ein outführiterer Staat.
00:29:47: Der einzige Existenzgrund-Zweck dieses Staates ist, dass eine Elite an der Spitze Macht und Geld hat.
00:29:53: Gibt keinen anderen Grund.
00:29:55: Und fünfundachzig Prozent der Menschen leiden armut auch da.
00:29:59: psychische Erkrankungen sind sehr stark verbreitet in diesem Land logischerweise.
00:30:04: Donald Trump hat sich im ersten Amtsjahr der zweiten Präsidentschaft schon mehr als vier Milliarden Dollar in die eigene Tasche gesteckt.
00:30:14: Während des vorletzten Shutdowns... die Leute ihre Essensmark nicht mehr kriegen sollten, hat er Bilder gepostet von seinem neu renovierten Marmor-Bad.
00:30:25: Also es ist völlig abstrus und hat irgendwie Feiern gefeiert so Great Gatsby feiern.
00:30:31: Und Autotirektkräfte wollen nichts anderes!
00:30:34: Die wollen nicht in den Politikmann das Eingut geht.
00:30:37: Der US-Politikwissenschaftler Daniel Sibblat, der in Harvard forscht ... Der hat dieses bekannte Buch geschrieben, wie Demokratien sterben.
00:30:47: Er hat gesagt dass in einer Gesellschaft in der Regel so um die fünfundzwanzig bis dreißig Prozent in Hochzeiten diesem autoritären Weg zuneigen.
00:30:56: Man hört auf die man macht damit und das war kein Problem.
00:31:00: Das ist eine absolute Minderheit.
00:31:03: Problematisch wird es sagt er wenn demokratische Politikerinnen sich verbinden mit Autoritäern wegen Macht, wegen Machterhalt usw.
00:31:12: Und das sehen wir gerade.
00:31:13: Wir hatten gerade die Meldung, dass im Europaparlament die EVP, die Konservativpartei zusammen mit den Rechtsextremen sich absprechen und so weiter.
00:31:26: Also wir sind da auf dem Weg.
00:31:28: Okay, das heißt letztlich geht es um die Erlangung oder die ist das erhalten von Macht um der Macht wegen?
00:31:37: Das ist eben gar kein Handeln im Sinne vom gesellschaftlichen Wohlbefinden oder irgendwas sondern
00:31:45: Das heißt übrigens nicht, dass demokratische Kräfte von frei seien.
00:31:48: Also der Unterschied ist, autoritäre Kräften wollen strukturell und systematisch nicht, damit die Bevölkerung besser geht.
00:31:58: Da ist sozusagen dieses Macht-und-Geld in der DNA von autoritären Kräften, von autoritären Bewegungen bei demokratischen Parteien sozusagen.
00:32:10: Da sind ganz, ganz viele die in die Politik gehen damit das Leben besser wird von Menschen auf der kommunalen Ebene sowieso.
00:32:16: Das war was ganz anderes.
00:32:18: Das ist auch sehr oft sehr pragmatisch Politik.
00:32:20: dort gerade Kommunal sind auch viele Ehrenamtliche die wollen da geht es einfach darum das Leben von besser von Menschen besser zu machen.
00:32:28: Wenn wir in die Spitzenpolitik gehen da geht's auch nicht darum zu sagen da sind einzelne Politiker in Böse.
00:32:34: das ist nicht das Ding.
00:32:35: Die Strukturen sind das Problem und das war auch ein sehr Probleme der Demokraten in den USA.
00:32:41: Die Politik dort ist genauso von Geld bestimmt, von Milliardären und Millionären.
00:32:47: Die haben das nur nicht gesagt!
00:32:49: Die haben nichts drüber gesprochen.
00:32:50: Sie haben so getan als hätten die frei von irgendwelchen Einflüssen.
00:32:54: Und es ging überhaupt nicht um Geld doch natürlich.
00:32:58: Lobby-Einflüsse sind strukturell und systematisch auch im deutschen Parteinsystem.
00:33:04: Deswegen ist es extrem wichtig, dass man über diese Probleme im demokratischen Spektrum spricht und zwar transparent und offen.
00:33:12: Damit nicht so eine autoritäre Kraft kommen kann und sagt die sind alle korrupt, das System ist korrupt und wir machen es besser.
00:33:18: Okay also tatsächlich einfach so klar zu benennen wo die Probleme liegen nämlich im Wesentlichen finde ich sehr gut als du es mal gesagt hast in den Strukturen und nicht zwangsweise an einzelnen Akteuren
00:33:30: genau.
00:33:31: Und das ist wahrscheinlich eine ziemliche Herausforderung solche Strukturen umzubauen, weil die natürlich gefestigt sind über Jahrzehnte.
00:33:39: Genau!
00:33:40: Das ist das Problem.
00:33:41: Also Strukture verändern ist sehr schwierig und es gibt auch in der Spitzenpolitik in Deutschland sehr viele Politikerinnen, die das probieren, die dies wollen, die es anders machen wollen, sie die Probleme sehr genau sehen.
00:33:52: ich rede ja mit vielen von denen habe auch mit ihnen schon über genau diese Probleme gesprochen.
00:33:55: Die sehen das.
00:33:57: aber es ist irre schwer struktur zu verändern.
00:34:00: Das ist nicht einfach.
00:34:02: Wenn wir in dem Zusammenhang noch mal so auf unser Kernthema schauen, nämlich Migration und Einsamkeit... Was heißt denn das für deinen?
00:34:11: Wenn du zurückschaust vielleicht und auf dein eigenes Leben bis als Kind gekommen hat sich da was verändert im Laufe des Lebens.
00:34:19: natürlich hat sich etwas verändert aber nicht nur durch den Alter sondern auch durch sich.
00:34:22: sich änderte Strukturen in der Demokratie in den politischen Strukturn würdest du sagen.
00:34:30: Es war früher anders für Menschen mit Migrationsgeschichte, als es heute ist.
00:34:40: Interessante Frage!
00:34:41: Ich glaube das war gleichzeitig leichter und schwerer früher.
00:34:45: Also es gab also nicht dieses Bewusstsein über Migrationen, über Integration diese ganzen Stimmen die wir heute zum Glück hören, die eben ihre Rassismoserfahrung teilen Dinge besser machen wollen, die über Rassismus sprechen.
00:35:01: Über Migrationen gab es damals nicht.
00:35:03: Ich habe damals Lauren Hill gehört um zu verstehen was eigentlich warum ich die ganze Zeit unglücklich finde.
00:35:09: so es gab's bei uns nicht.
00:35:12: deswegen bin auch sehr ich hab mich sehr orientiert nach der US-amerikanischen Kunst und Kultur weil ich hier mich überhaupt nicht wieder gefunden habe.
00:35:19: Das ist heute anders.
00:35:21: Es ist immer noch sehr getrennt, auch wenn man sich Literatur anguckt in Deutschland ist es einmal Mikralliteratur und dann die nicht-Mikrallitra, also zum Heulen oder Musik.
00:35:28: Es sind alles immer noch getrennte, das ist ein Ursaal anders bis heute.
00:35:34: Also das gab's früher nicht, das hat mir gefehlt, das hätte ich gerne gehabt dass Menschen irgendwie ansprechen warum ich mich so seltsam fühle die ganze Zeit.
00:35:43: Ich bin eine Kleinschaft aufgewachsen, da gab's nicht so viel eingewanderte Menschen, ich hab mich komplett verloren gefühlt Und hab nicht verstanden, warum.
00:35:51: Oder konnte das nicht beschreiben?
00:35:54: Gleichzeitig ist heute so ... Also dieser Strukturalrassismus gegenüber Menschen aus arabischen Staaten und irgendwie Afghanen in den Syrien, was wir gerade erleben, das ist so extrem inzwischen.
00:36:10: Wir haben eben eine strukturell rassistische Kraft heute.
00:36:17: Das ist bedrohlicher!
00:36:18: habe ich das Gefühl, wobei in den Neunzigern auch wissen die ganzen rassistischen Anschläge.
00:36:22: Es ist wirklich schwierig zu sagen es ist heute eher staatlich.
00:36:31: diese Bedrohung also ich meine CDU CSU will deutsche ausbürgern so.
00:36:37: Das ist ein unfassbar genuin undemokratischer Akt von der vermeintlicht demokratischen Partei.
00:36:48: Deswegen, also es ist manche Sachen sind besser geworden.
00:36:51: Andere Sachen scheinen jetzt wieder schlechter zu werden.
00:36:53: Also das ist so eine Mischung.
00:36:55: Aber ich finde es interessant was du sagst nämlich dass eben auch die Sichtbarkeit von Lebensläufen eben, dass das Gefühl von bin ich ja eigentlich der Einzige dem so geht um weg.
00:37:10: Das hilft halt eben für ein Zugehörigkeitsgefühl.
00:37:15: Da sind andere Menschen, die haben auch so eine Historie.
00:37:18: Ja voll!
00:37:19: Und wie du es auch erwähnt hast ... Du hast den US-Hip Hop gehört weil da das Thema dann schon virulenter war und irgendwann ist es dann auch hier präsent geworden, auch zum großen Teil durch die Hip Hop Kultur glaube ich.
00:37:34: Auch ja nicht nur aber auch.
00:37:37: Ich habe aber dann nicht mehr gewechselt.
00:37:41: Also ihr habt auch Fantafion alles gehört.
00:37:43: Das hat mich jetzt nicht emotional abgeholt.
00:37:45: Es war eher, wenn man das alles dann gesungen hat zusammen.
00:37:49: Okay also zum einen ja schön da existiert mehr Sichtbarkeit.
00:37:53: ich kann mich wieder finden da sind Communities und gleichzeitig aber auch das Gefühl von dass die Gegenwehr die Abneigung die Ausgrenzung auch zugenommen hat.
00:38:10: wieder beim Thema Spaltung.
00:38:12: Hast du das Gefühl, dass deine Arbeit, die intensive Beschäftigung mit diesen Themen, die Auseinandersetzung damit ist es auf eine Art und Weise für dich auch eine Art der Verarbeitung des Themas?
00:38:26: Also hilft dir das eher oder konfrontiert dich permanent eigentlich mit einem Schmerz, der da drin steckt.
00:38:34: Nein.
00:38:34: Eigentlich keins von beiden.
00:38:38: Nee also für mich ist entscheidend die Arbeit, So dass die innere Arbeit, die für mich extrem wichtig ist.
00:38:46: Das ist einfach so eine zentrale Säule in meinem Leben und das andere gibt sich eher daraus.
00:38:54: Also ich setze mich jetzt auch nicht nur die ganze Zeit mit Rassismus auseinander und ich teile auch meine rassistischen Erfahrungen nicht wie sage ich.
00:39:00: Es gibt Dinge, die einfach ich mit mir selber ausmache und gleichzeitig finde es wichtig, dass Menschen machen.
00:39:06: also es muss jeder Mensch für sich entscheiden.
00:39:10: Ich beschäftige mich mit dem, was ich sehe im Grunde und versuche einfach die Erfahrung von Menschen zu verstehen.
00:39:19: Das ist eigentlich das was ich mache, dass ich versuche.
00:39:22: Aka Empathie
00:39:25: auch
00:39:26: oder?
00:39:26: Ja also ich spreche mal lieber von Mitgefühl.
00:39:30: aber ja einfach verstehen.
00:39:31: Einfach verstehen!
00:39:32: Ich will ein AfD-Wähler genauso verstehen wie eine Afrodeutsch Person.
00:39:41: Was würdest du sagen?
00:39:43: Wo sind denn die blinden Flecken im Diskurs, in dem Gespräch darüber bei diesen Zusammenhängen zwischen Migration und Einsamkeit, Isolation, Ausgrenzung.
00:39:56: Sprechen wir einfach generell zu wenig darüber oder würde ich so sagen man kann da sogar genauer identifizieren... Da ist ein Spot!
00:40:05: Da müsste man eigentlich mehr hinschauen.
00:40:08: Ich glaube, das ist gerade so das Problem.
00:40:10: Dass wenn man diese Perspektiven sichtbar macht, dass wir jetzt an einem Punkt sind in der politischen medialen Debatte, dass dann sofort geschrien wird.
00:40:16: und mein Gott!
00:40:17: Du wirst uns Rassismus vor.
00:40:19: Also es ist eine komplette Katastrophe.
00:40:21: also ich habe ja auch mal ein zweites Buch geht dir auch um Rassismus.
00:40:25: Der Titel sollte eigentlich sein deutern Das Erwart weil das Erwart komplett triggert.
00:40:29: Also Rassistmus ist ja wirklich da drehen Leute komplett ab weil es als Vorwurf verstanden wird und nicht als Beschreibung oder als Versuch, Dinge besser zu machen.
00:40:43: Ich glaube auch das kennt man ja aus der Arbeit an sich selbst im besten Falle, dass wenn man Dinge verändern will dann muss man erst mal verstehen wie ist das denn passiert?
00:40:53: Wo kommt's denn her?
00:40:53: was ist es überhaupt?
00:40:55: sonst kann ich daran echt schlecht arbeiten und wir als Gesellschaft machen das nicht so gut.
00:41:02: Wir gucken uns nicht gerne unseren Schatten an, auch was wir als Menschen auch sehr ungern machen und unseren Schaden angucken.
00:41:10: Wenn ich aber meinen Schatten nicht angucke und ihn wegschiebe, dann wird alles nur schlimmer.
00:41:15: So schmerzhaft es auch ist!
00:41:17: Das kann es sein, aber er wird nur größer.
00:41:21: Und das ist ein Problem sowohl für den einzelnen Menschen als auch für eine Gesellschaft.
00:41:26: Ja Verdrängung ist nicht so richtig das Ziel für einen Konzept?
00:41:31: Und wir gehen nicht auf.
00:41:32: Was ist da los?
00:41:34: Okay, aber was folgt denn daraus?
00:41:36: Also mehr drüber sprechen, mehr identifizieren, mehr die Expertise oder die Menschen, die sich der Expertise aneignen zu Wort kommen lassen erstmal mehr Inhalt und mehr Wissen in den Raum stellen um dann basierend auf diesem Wissen auch es ausdiskutieren können.
00:41:59: Ich glaube, wir müssen als Gesellschaft viel mehr lernen Emotionen zu halten und zu verstehen.
00:42:06: Also das tun immer alle so, als seien wir rationale Akteurinnen.
00:42:11: sind wir nicht.
00:42:12: Wir sind emotional – immer und von morgens bis abends und nachts auch noch!
00:42:16: Man kann erst Rationale handeln wenn man die eigenen Emotions kennt.
00:42:20: Und ich habe das Gefühl gerade auch im glücklichen medialen Raum dass ständig so getan wird als seines alles rationale Debatten die wir führen Und wo Emotionen reinkommen, müssen die weggeschoben werden.
00:42:32: Dadurch haben wir extrem emotionalisierte und irrationale Debatten.
00:42:36: Also Gendern oder Bürgergeld.
00:42:39: Es hat alles mit der Realität nichts mehr zu tun.
00:42:42: Weil das komplett emotionalisiert ist, was wir hier veranstalten.
00:42:48: Und es ist einfach wichtig Schmerz halten zu können und Schmerzen sehen zu können.
00:42:53: Das war letztes Jahr irgendwann im Herbst oder Winter, ich weiß nicht mehr genau.
00:42:56: Da hat Friedrich Merz so einen Bürgerforum gemacht und da war ein junger Mann, ich glaube der war siebzehn, der ihm dann eine Frage gestellt hat.
00:43:05: Der hat gesagt, ich bin siebzen, ich soll irgendwie vielleicht Wehrpflicht machen oder eingezogen werden.
00:43:10: Und ich habe aber das Gefühl, ich lebe in einem Land, dass nicht so viel für mich tut als jungen Menschen, hat es so ein bisschen beschrieben.
00:43:16: Und Friedrich März hat, ich weiss, sein Wortladen nicht mehr, wir haben irgendwie damit geantwortet Herr Deutschland ist volles schöne Land!
00:43:23: Ich dachte, was?
00:43:25: Also der Jugendliche hat quasi gesagt ich fühle mich nicht ernst genommen und Friedrich Merz hat gesagt, ich nehme dich nicht ernst.
00:43:32: Und die Unfähigkeit einfach Schmerz zu halten, Emotionen zu halten... ...zu verstehen ist bei uns echt endemisch und es wird halt auch vorgelebt.
00:43:42: aber solange Gesellschaften nicht lernt mit Emotion umzugehen und sie wertzuschätzen ob das Wut isst, ob des Hasses, ob das Angst ist oder das Freude Da werden wir uns mit diesen Sachen nicht auseinandersetzen.
00:43:57: Also ich glaube, wenn ich mir was wünschen würde dann wäre das ab der ersten Klasse in allen Schulen eine Stunde am Tag emotionale Bildung.
00:44:06: Das würde glaub' ich alle unsere Probleme lösen Aber es wird nicht passieren
00:44:12: Wenn ich komisch für mich ist Deutschland und Emotionalität so eng miteinander verknüpft ist Ja, finde ich gut.
00:44:22: Emotionalität als Unterrichtsfachumgang mit emotionalität werden hier auch schon Aufnahmen und Gäste, wo es um Stress ging, wo's um den Umgang mit Stress ging und damit dann auch den Blick auf Emotionalkeit und die Werte, die wir daran knüpfen und das dass wir halt dann eben auch diese Emotionen, denen wir eine Negativität zuschreiben Wenn man die alle mal aufschreibt, dann stellt man sogar fest dass es weniger positiv konnotierte Emotionen bei uns gibt als negativ konnotierter.
00:44:58: Und da gab's damals bei der Aufnahme den Appell... Das muss man für sich wegbekommen!
00:45:04: Eine Emotion ist eine Emotion und die macht was mit einem und dann guckt man sich das an was sie mit einem macht und was die einem erzählen will
00:45:12: Genau.
00:45:12: Es gibt keine guten und schlechte Emotionen, das ist eine Erfindung.
00:45:16: Du hast es sehr viel kürzer viel besser auf den
00:45:17: Punkt
00:45:19: gemacht.
00:45:21: Das war sie sagt!
00:45:27: Welche Rolle spielen Medien dabei?
00:45:28: Und das ist ja das wo du dich beruflich bewegst also betrifft dann halt eben auch deine berufliche Tätigkeit.
00:45:34: Also welche Rolle spielen die Medien dabei?
00:45:36: welchen Beitrag können Sie leisten dass wir dass es alles ein bisschen zielführender ist.
00:45:44: Eine große Rolle, also sieht man jetzt auch gerade im Krieg das über den Krieg berichtet wird als seien es irgendwie Schiffe und Raketen die hin- und her geschmissen werden Und nicht als ging es da um Menschen.
00:46:03: Es geht immer nur um Menschen.
00:46:05: Also natürlich muss man beschreiben was Politik macht passiert, ob im Krieg oder in der Gesellschaft.
00:46:14: Aber letztendlich muss man die Geschichten von Menschen erzählen.
00:46:17: Weil darum geht es.
00:46:18: Das ist journalistische Aufgabe und das wird viel zu selten gemacht.
00:46:23: und wenn man das aber nicht macht dann erzählt man nicht die ganze Wahrheit Dann lässt man einfach sehr vieles aus.
00:46:29: Dann erzählt man auch die Wahrheit, aber nur einen kleinen Ausschnitt der Realität.
00:46:35: Und das ist genauso wie was ich vor meinte Wenn man bei einer Demo die ganze Zeit die Kamera auf die drauf hält Die andere anschreien und nicht erzählt, dass da übrigens neunzig Prozent der Leute waren, die das nicht gemacht haben.
00:46:47: Und es ist nicht irgendwie good news!
00:46:49: Ich weiß gar nicht, ich bin bei Good News.
00:46:50: so ja, weiß ich nicht, jetzt ist nicht so mein Konzept.
00:46:54: Es geht einfach so wahr... Also wie gesagt er war halt so nah wie möglich kommen.
00:46:58: Dazu gehört Differenzierung.
00:47:00: Die Geschichten von Menschen bringen Differenzierung rein also im Krieg wenn man zeigt eine Person, die im Iran es zu niemand verloren hat Und in Israel und im Nordirak, und in Bahrain und Dubai.
00:47:15: Das sind Menschen die man verloren haben.
00:47:17: Da gibt es keine Seiten.
00:47:19: Da gibts nicht gut und böse und richtig und falsch oder einen guten Start- und Bösenstart sondern da gibts Menschen.
00:47:27: Und das bringt diesen Raum dazwischen rein der uns so oft fehlt.
00:47:32: im Medialen also eine große Verantwortung sehr groß.
00:47:37: ist ja auch ein interessantes Spannungsfeld einerseits Krieg als das zu erzählen, was er tatsächlich isst.
00:47:47: Nämlich Menschen die sterben und andererseits für Werbpflicht zu werben und sozusagen bitte treten einen in eine Armee, die im extremen Fall dann eben auch in einem Krieg tätig iß.
00:48:02: Genau!
00:48:02: Das ist genau das Ding.
00:48:03: also die Trump-Administration zum Beispiel hat jetzt Das war der ersten Woche des Kriegs im Iran.
00:48:10: Also wir veröffentlicht völlig irre wie so ein Videospiel, also ... So die
00:48:16: TikTok-Sachen
00:48:17: und so?
00:48:17: Ja genau einfach alles zusammen gemacht, wie der Krieg anscheinend aussieht.
00:48:20: Also voll geil!
00:48:21: Und da werden die hingeschossen und so.
00:48:24: Gewalt ist ein Herrschaftsmittel.
00:48:28: Weil wir Menschen, das hat Ruth Körprigmann in seinem Buch gut geschrieben, es gibt eine urmenschliche Abneigung gegen Gewalt.
00:48:33: Wir wollen keine Gewalt haben In unserem Leben, auf der Welt wollen wir nicht.
00:48:38: Das heißt Herrschaften muss Tricks anwenden um Gewalt zu verkaufen.
00:48:43: Um das beliebt so machen sozusagen.
00:48:46: und deswegen sagen sie da sind die Bösen und die greifen wir an und die töten wir.
00:48:50: Das ist eine gute Sache, die wir machen.
00:48:52: Es ist gut dass wir Gewalt anwänden.
00:48:54: Macht das iranische Regime auch?
00:48:55: Die töten Kinder und erklären es als was Gutes.
00:48:59: Das funktioniert mir gar nicht.
00:49:01: Da glaubt das keiner.
00:49:04: Aber deswegen ist diese Polarisierung gut böse, es ein Herrschaftsmittel.
00:49:09: Also musst du dargestellt werden als sei das was wichtiges und was richtiges.
00:49:12: Putin macht nichts anderes in seinem Krieg der erzählt von den bösen Nazis die sie anscheinend Ukraine angreifen und töten.
00:49:21: Blödsinn.
00:49:22: aber er muss Gewalt natürlich rechtfertigen Und dazu ist diese Verharmlösung da und dürfen Medien nicht mitmachen.
00:49:32: Da hilft wahrscheinlich nicht, dass Medien im Unternehmen sind die wirtschaftlich funktionieren sollen und die grausame Realität
00:49:42: von
00:49:42: Krieg nicht besonders gut klickt.
00:49:45: Das glaube ich nicht mehr.
00:49:46: Nein, ich glaube das nicht.
00:49:48: Ich glaube – und das sieht man auch – ich glaube, dass Menschen Geschichten von Menschen hören wollen.
00:49:55: Also wenn man sich überlegt irgendwie ... Weiß nicht, kannst du dich mal belegen in deinem eigenen Social-Media-Feed?
00:50:01: welche Videos am allermeisten Likes haben.
00:50:04: Das sind Videos, wo Babys mit Punden tanzen oder Menschen sich küssen oder sich wiedersehen ... Wir wollen das schon sehen!
00:50:13: Wir wollen die Emotion anderer Menschen fühlen.
00:50:19: dazu irgendwie zu sagen es würde nicht funktionieren oder nur Angst funktioniert oder nur Negatives funktioniert glaub ich, keine Sekunde.
00:50:25: Aber es wurde noch nie wirklich anders probiert.
00:50:27: Good News ist nicht die Alternative?
00:50:29: Nee, ich meine das mehr mit Blick darauf, dass du gesagt hast Menschen wollen halt keine Gewalt in ihrem Leben haben.
00:50:34: deswegen möchten sie im Zweifelsfall eben auch nicht den Artikel lesen wo es um Gewalt geht.
00:50:40: also erzählt man's halt dann vielleicht lieber ein bisschen geschmeidiger und anders weil dann wirkt es nicht so so abschreckend und funktioniert als kommerzielles Produkt als Zeitung als Post was auch immer.
00:50:51: halt dann irgendwie besser?
00:50:52: glaube ich nicht.
00:50:54: Also ich glaube, die Gewalt sehen wir jetzt die ganze Zeit.
00:50:57: Die wird ja gezeigt, Bomben explodieren... Wir sehen noch nicht die Folgen der Gewalt?
00:51:02: Die möchte ich schon gerne wissen!
00:51:03: Naja genau so ein Feuerball am Horizont sieht beeindruckend aus und oh krass was für eine Energie.
00:51:10: aber das tatsächliche Leid was es verursacht bekomme ich halt dann so gegenständlich auch nicht vermittelt.
00:51:19: Was gibt denn dir...?
00:51:21: Was gibt denn dir das Gefühl von Zugehörigkeit?
00:51:25: Wenn wir dann nochmal so auf dieses Gefühl kommen, so von Einsamkeitsempfinden.
00:51:31: Dass ich eben wie es beschrieben habe auch in Gesellschaft empfinden kann, da geht's ja viel um Zugehöhrigkeit.
00:51:37: also werde ich gesehen, werde ich wahrgenommen bin ich Teil des Ganzen.
00:51:42: was würde zu sagen was das für dich ist?
00:51:45: Also ich hab gelernt für mich dass Auf.
00:51:49: die einzige Art und Weise, wie ich mich wirklich zugehörig fühle ist, dass ich daran arbeite.
00:51:54: Dass ich weiß, dass Ich dazu gehöre das kann nur ich machen.
00:51:58: Das ist mir auch fein.
00:51:59: von außen funktioniert nicht.
00:52:02: Also habe ich wirklich lange genug probiert Von Außen entweder über eine Beziehung oder befreundschaften Oder über Arbeit.
00:52:09: irgendwie mich zugehörig zu fühlen hat nie funktioniert.
00:52:11: Es ist wie so ein Glas wo unten ein Loch ist Und es fließt durch uns.
00:52:14: schön alles schön.
00:52:16: Aber ich kann nur annehmen was schon in mir ist.
00:52:19: Ich weiß, dass ich dieses Loch nur stopfen kann selber und dann funktioniert das.
00:52:25: Dann fühle ich mich zugehörig wenn ich meine Freundschaften habe, wenn ich eine Familie habe Wenn ich eine Arbeit mache die ich liebe.
00:52:34: Aber ich bin wirklich gegen eine Wand gelaufen wenn ich das mir von außen holen wollte.
00:52:42: Ich hatte das mit dem so erwähnt, dass ich das Gefühl habe, da es einen relativ neuen Selbstbewusstsein gibt.
00:52:50: Es gibt ja eine vorhergehende Folge hier zum Thema Migration und Einsamkeit – und da war Fila Tovzogast ein Teil von Fleischbolf.
00:53:01: Ich weiß nicht, ob dir das was sagt?
00:53:02: Eine Reihe auf YouTube.
00:53:05: Und der hatte sinngemäß so formuliert ... Ist mir doch scheißegal, ob die denken, dass ich dazugehöre.
00:53:10: Ich bin fucking Grimmepreisgewinner und gehöre da zu
00:53:13: Punkt.".
00:53:15: Das fand ich sehr gut!
00:53:18: Man muss auch sagen er ist eine sehr präsiliente Person.
00:53:22: Sagt er auch selber so für ihn Glas immer voll... Und das ist toll wenn man das hat.
00:53:28: Wenn man das aus sich selber rausholen kann und uns sagen kann also was mit der Anausgrenzung entgegen schlägt kann ich sage legt für alle falsch.
00:53:37: Sehr wohl gehör' ich dazu.
00:53:39: Das ist natürlich nicht allen Menschen in dem Ausmaße gegönnt.
00:53:43: Und das ist kein Geschenk, man arbeitet daran!
00:53:46: Das ist einfach permanente Arbeit bis zum Rest des Lebens.
00:53:49: Ja und vielleicht jetzt im Gespräch klar geworden dass die Verantwortung dafür daran zu arbeiten, nicht nur bei den Personen selber liegt sondern eben auch an einer sie umgebenden Gesellschaft das überhaupt möglich zu machen so und so einfach wie möglich zu Machen und dabei eine Unterstützung zu bieten.
00:54:06: Gela, ich danke dir sehr für die Einblicke und sowohl in deinem Wissen als auch in deine Gefühlswelt zu dem Thema.
00:54:18: Wir enden immer mit einem Beitrag zur unserer Spotify-Kopfsalat Songs Playlist.
00:54:25: Ich weiß dass du Musik sehr magst
00:54:27: und dass der Musik
00:54:28: wichtig ist.
00:54:30: Hast du den Song überlegt?
00:54:33: Ja Das ist tatsächlich ein sehr aktuelles Lied, das ist jetzt nichts was ich zum Spaß höre zu Hause.
00:54:40: Ich höre tatsächlich sehr viel Musik von morgens bis abends eigentlich, für mich ist es sehr wichtig.
00:54:43: Das ist ein Lied dass ich sehr gezielt höre und das ist nicht in meiner normalen Playliste.
00:54:50: Das heißt Iran Name.
00:54:52: Das heisst Übersatz Ich Bin Iran von Sherwin Haji Poole.
00:54:56: Das is dieser Musiker aus dem Iran der auch Grammy gewonnen hat im Februar veröffentlicht, nach den Massakern in Januar.
00:55:09: Und das zeigt ... Im Video zeigt es die Bilder von vielen Menschen, die in diesem Massaker getötet wurden und er hat mit sehr viel Gefahr aufgenommen weil er nicht wissen kann oder konnte, ob er dafür nicht ins Gefängnis kommt oder Schlimmer ist.
00:55:27: Er hatte bei der Veröffentlichung auf Instagram auch drunter geschrieben liegt nur in meiner Verantwortung.
00:55:32: Niemand in meine Familie weiß davon, niemand von meinen Freunden weiß davon.
00:55:35: Das habe alles ich alleine gemacht um die anderen nicht zu gefährden und das ist der Song.
00:55:41: Danke.
00:55:43: Darf ich dich noch was persönliches dazu fragen?
00:55:46: Also wir hatten es ganz am Anfang.
00:55:48: Ich hab dich jetzt rückblickend sehr unsensibel zu deinem Highlight der Woche gefragt.
00:55:53: Und
00:55:56: für mich ein nachvollziehbar dass du gesagt hast ist jetzt irgendwie gerade noch nicht so.
00:56:01: die Zeit für ... keine Zeit, die den Blick für diese kleinen schönen Ereignisse irgendwie schärft.
00:56:10: Das Familie im Iran, das Mann, da steckt echt eine Menge Schmerz drin.
00:56:14: wie gehst du damit um?
00:56:16: Dass es für dich keine gesundheitlichen Folgen hat und ich rede wirklich von dieser Belastung, von der mentalen Belastungen, von einer psychischen Belastungs-.
00:56:25: Wie ist dein Umgang damit, weil wir uns natürlich hier viel damit beschäftigen mit Tools.
00:56:31: Wie bleiben wir gesund?
00:56:34: Oder wie kommen wir aus psychisch belastenden Situationen heraus?
00:56:38: Für mich ist es spirituelle Arbeit an mir.
00:56:43: Könnte ich jetzt dreihundert Stunden übersprechen.
00:56:45: Da teile ich auch nicht so viele davon, weil das was sehr Privates ist aber ohne diese Arbeit weiß ich gar nicht, was ich machen würde.
00:56:57: Das hilft sehr, in vielerlei Hinsicht.
00:56:59: Also das ist meine tägliche Arbeit immer ein Auge nach außen und ein Age nach innen.
00:57:06: Was fühle ich gerade?
00:57:08: Warum fühle Ich es gerade?
00:57:09: Welche Wunde wird gerade getriggert?
00:57:13: Meine Erzählungen, meine Wunden... also das ist die Arbeit an mir.
00:57:21: Ja man hört es schon eben auch an den an dem Terminus, den du verwendest.
00:57:26: Das ist Arbeit, das ist auch ein Aufwand und man muss sich die Zeit dafür nehmen und herausfinden was das für einen selber persönlich dann ist.
00:57:39: Ich habe auch noch ein Song von Tiak zusammen mit Disaster und der heißt Helden passt zu dem was wir gesprochen haben nämlich weil der Song Eine Erinnerung daran ist, was ich gerne immer wieder sage.
00:57:55: Nämlich dass wir alle die Gesellschaft sind und wir alle bestimmen wie diese Gesellschaft aussieht und wie wir miteinander umgehen.
00:58:04: Also die Verantwortung kriegen wir nicht weggeschoben, das kann uns dann am Ende keiner vorschreiben.
00:58:10: Und sie stellen halt eben die Frage so ... Wie verhalten wir uns?
00:58:14: Sind wir Helden?
00:58:15: wird auf uns später mal so geschaut dass wir Helde sind oder sagen ja ich kann hier nichts ausrichten.
00:58:19: Praktisch ein kleiner Appell an das Übernehmen von gesellschaftlicher Verantwortung.
00:58:25: Am Ende hängt es doch an jedem Einzelnen.
00:58:28: Bin ich schön.
00:58:31: Vielen Dank!
00:58:32: Danke dir.
00:58:34: Und es bleibt nur noch eins zu sagen, tschüss!
00:58:44: Und hier noch ein Hinweis zum Vormerken vom Zweihnzwanzigsten bis Achtundzwanzigersten Juni zwei Tausendsechs und zwanzig findet die Aktionswoche gemeinsam aus der Einsamkeit statt.
00:58:57: dabei sind alle herzlich eingeladen sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen Und das Ziel ist es, zum Thema Einsamkeit zu sensibilisieren und anderen Angebote zum gemeinsamen Austausch und zur Begegnung zu zeigen.
00:59:12: Weitere Informationen findet ihr auf competencenetz-einsamkeit.de.
00:59:19: slash Aktionswoche.
00:59:21: Die Link zur Website sowie zum Newsletter findet ihr auch nochmal in den Shownotes.
00:59:27: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr selbst unter einer Depression leidet oder Freunde für Wante und Bekannte dann geht zur Hausärztin oder zum Hausarzt.
00:59:36: Infos zu weiteren Anlaufstellen- und Krisenberatungen findet ihr auf der Homepage von freunde fürs Leben auf frnd.de.
00:59:44: Dort könnt ihr den Verein damit auch diesem Podcast mit Spenden unterstützen.
00:59:48: Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit.
00:59:52: Diese Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
01:00:17: gefördert.
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