Kopfsalat - Einsamkeit und Generationen (1) mit Diana Kinnert
Shownotes
In dieser Folge von „Kopfsalat“, dem Podcast von Freunde fürs Leben e.V., spricht Sven Haeusler mit der Publizistin und Politikberaterin Diana Kinnert über Einsamkeit im Kontext unterschiedlicher Generationen.
Diana Kinnert beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich und politisch mit dem Thema und war an den Vorbereitungen des weltweit ersten Ministeriums gegen Einsamkeit in Großbritannien beteiligt. Im Gespräch erklärt sie, warum Einsamkeit nicht an der Anzahl unserer Kontakte hängt, sondern an ihrer Qualität, und warum die Ursachen komplexer sind als die Entwicklung von Smartphones oder Social Media.
Gemeinsam sprechen sie in der Folge über den Verlust gemeinsamer, analoger Räume, den Wert von Verbindlichkeit, die Folgen einer zunehmend individualisierten Gesellschaft und die Empfindung, dass Begegnungen immer seltener werden. Dabei geht es auch um tiefer liegende Gefühle wie Scham und Zugehörigkeit und die Frage, welche Rolle Politik, Kultur und jede*r Einzelne dabei spielen können.
Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit. Die Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMBFSFJ dar. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor*innen.
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Moderation und Redaktion: Sven Haeusler - http://www.svenson-suite.de/cms/ Audio Editor: Julius Hofstädter Musik und Jingle: Bela Brauckmann - https://www.belabrauckmann.com/ Produktion und Redaktion: Diana Doko, Vera Colditz und Jasmin Hollatz von Freunde fürs Leben e.V. – https://www.frnd.de/ Idee: Sonja Koppitz - https://www.sonjakoppitz.de/ Foto: Benno Kraehahn - https://kraehahn.com/portfolio.html Coverdesign: Stefanie Butscheidt - http://www.grafische-requisite.de/kontakt/
Transkript anzeigen
00:00:00: Wir haben in Großbritannien eben auch diese betroffenen Studie gehabt, dass die Jungen besonders einsam sind.
00:00:04: Wo dann alle erschrocken waren weil wir hatten uns ja nur darauf vorbereitet was machen wir für die Alten?
00:00:08: so ungefähr.
00:00:09: und für mich war das was dann rauskam wahnsinnig unbefriedigend.
00:00:12: denn das Ergebnis war ein junger Mensch ist ja als Connectivity-Fan Studien sagen zwölf und halbmal so viele Menschen trifft er in der Woche wie eine alte Person ÖPNV benutzt, in der Gastronomie im Einzelhandel auch arbeitet.
00:00:26: Dann irgendwie von Jim bis Disco da ja auch irgendwie alles dabei ist und so bei WhatsApp zwanzig Chats gleichzeitig hat bei Tinder und Grindr die Partner austauscht.
00:00:34: also da denkt man ja das ist wahnsinnig viel!
00:00:36: Und dann kamen die britische Studie zu dem Schluss Das ist ein unfertiges Leben, also da mein Liebeskummer dafür das Praktikum wegziehen und so.
00:00:44: Das heißt wir müssen ihn unterstützen dass er besser irgendwo ankommen kann.
00:00:47: Und ich hatte das Gefühl es trifft das Phänomen nicht richtig und habe mir dann wieder Studien aus Chicago angeguckt die ja schon die letzten Jahrzehnte zurückreichen und hab festgestellt, dass die sechszehn bis fünfzwanzigjährigen oder die sechzehn- bis fünfdreißigjährige also genau diese Gruppe In den Nullerjahren, in den Neunzigerjahren und in den Achtziger-Jahren viel weniger einsam war.
00:01:06: Das heißt es liegt nicht nur an quasi das Unfertigseins und die Fluktuation des Alters sondern es muss quasi an etwas Anderem liegen als dem Alter wenn sich irgendwas verändert da ist ja der Variabel an der Gleichung was falsch da braucht's eine andere Variable.
00:01:21: Und die andere Variabe ist natürlich die Gesellschaft in der wir leben
00:01:24: Kopfsalat Der Freunde fürs Leben Podcast Über Depressionen Gefühle und den ganzen anderen Salat im Kopf.
00:01:32: Tag!
00:01:33: Und herzlich willkommen, mein Name ist Sven Häusler und dies ist die erste von zwei Folgen zum Thema Einsamkeit und Generationen im Rahmen unserer Sonderedition Einsamheit.
00:01:46: Ich muss gestehen ich hätte gar nicht gedacht dass da so viel drinsteckt in diesem ganzen Einsamkeitsthema.
00:01:52: und nicht falsch verstehen.
00:01:54: also mir ist schon klar das es halt ein riesiges Thema ist.
00:01:58: viele Menschen betrifft und belastet, aber die Komplexität und die vielfältigen Zusammenhänge, die wir ja auch hier in insgesamt zwölf Folgen behandeln.
00:02:10: Das ist schon sehr, naja mindestens interessant!
00:02:14: Ich habe jedenfalls sehr viel schon gelernt und möchte das auch weiterhin tun.
00:02:18: Deshalb werfe ich nun also einen Blick darauf was es mit Einsamkeit und den unterschiedlichen Generationen auf sich hat.
00:02:26: Ihr wisst es ja?
00:02:27: Ich tue das nicht alleine.
00:02:29: Sie ist am sechzehnten Februar in Wuppertal geboren.
00:02:34: Ihr Vater ist ein schlesischer Spätaussiedler, ihre Mutter war eine Einwanderin von den Philippinen.
00:02:40: Nach dem Abitur studierte sie Politikwissenschaft und Philosophie sowie Sozialwissenschaften an den Universitäten Göttingen, Amsterdam, Köln und Berlin.
00:02:49: Seit zwei tausendneun ist die CDU-Mitglied und beschreibt sich als Unternehmerinnen, PolitikberaterInnen.
00:02:57: Sie wurde in die Fachkommission Demokratie und Bildung der Härti-Stiftung berufen, ist seit dem Jahr zwanzig Mitglied im Rat für digitale Ökologie, arbeitet dort zur demokratietheoretischen und soziokulturellen Implikation der digitalen Transformation.
00:03:17: Sie war an der Umsetzung des weltweit ersten Ministeriums gegen Einsamkeit in Großbritannien unter der Premierministerin Theresa May Beteiligt und ihre Themen waren bereits früh Moderaterkonservatismus, Generationengerechtigkeit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und später dann Einsamkeit.
00:03:36: Und im Dezember twenty-fünfundzwanzig veröffentlichte sie im Eigenverlag ihr neues Buch Die Achtsamkeitsfalle Angriff auf Körper Geist und Seele!
00:03:47: Und damit ganz herzlich willkommen die Anna Kindert.
00:03:49: Schön dass ich hier sein darf.
00:03:51: Ja danke, dass du dich auf den langen Weg gemacht hast zu uns.
00:03:55: Praktisch komplett quer durch die Stadt.
00:03:58: und Diana wir starten ja immer gerne.
00:04:00: mit einem kleinen Highlight hatte ich etwas begleitet die letzten Tage ein Ereignis, ein Erlebnis.
00:04:07: Ich habe jetzt geguckt vor einigen Tagen, vor zweieinhalb Tagen die Dokumentation über Herbert Grönemeyer zu seinem nächsten Geburtstag von der ARD und fand das so interessant.
00:04:17: Weil er ja in den letzten Jahrzehnten auch seines öffentlichen Wirkens und seiner Kunst eigentlich in jeder Szene drin ist.
00:04:25: Der ist in der Schlagerszene.
00:04:26: Der macht auch Trauer Songs, die ein bisschen intellektueller sind.
00:04:30: Er macht diese Bochum-Geschichte irgendwie im Stadion irgendwie.
00:04:33: Der isst dann beim Fußball ... beim CSD hier in Berlin gesehen, also der ist so milieuübergreifend.
00:04:40: So klassenlos.
00:04:41: und dann habe ich mir Gedanken gemacht darüber weil ich diese Doku gesehen hatte sie in mir so nachwirkte wie unaufgeregt und authentisch ich ihn auch in seinen politischen Standpunkten finde und hatte dann mal wieder eine Tageszeitung aufgeblättert bei der es darum ging welcher der üblichen Verdächtigen könnte der nächste Bundespräsident sein?
00:05:00: Und da hab' ich gedacht ein Herbert Grönemeyer wäre eigentlich ein guter Bundespräsident.
00:05:05: Die Deutschen lieben ihn, oder?
00:05:07: Ganz Deutschland scheint Herbert Grüner mal zu
00:05:09: liegen.
00:05:10: Na ja und man castet ja so ein Bundespräsident so ein bisschen in den Nachrichten wenn man so überlegt wer kann schon guvernantenhaft diktieren und führen Wer macht das schon ganz gerne?
00:05:20: Und so muss einem Bundespräsident aus meiner Sicht ja nicht sein.
00:05:23: der muss nicht von oben führen Schon wissen wo es hingeht und alle dahin pädagogisieren Sondern er sollte so aus ihnen heraus mit ihm sprechen und auch ich finde sich selbst klein machen weil er ist.
00:05:35: Und ich finde, Herbert Grünemeyer ist da eine richtig gute Kulturfigur für.
00:05:39: Ja, können wir jetzt an dem Punkt mal hinaus tragen in die Welt?
00:05:43: Ich glaube, da würdest du auf viel Zustimmung stoßen!
00:05:45: Hat
00:05:45: mich beschäftigt ja.
00:05:47: Okay sehr gut okay.
00:05:50: Ich habe die Doku auch gesehen aber auf den Gedanken bin ich nicht gekommen.
00:05:54: Aber ich betrachte das eben auch eher unter diesem Phänomen dass das so gefühlt neunzig Prozent der Leute sich auf ihn einigen könnten und es schon.
00:06:04: Das ist toll.
00:06:06: Dann ist es noch jemand, der halt Gehaltvolles mitzuteilen hat?
00:06:08: Eben!
00:06:08: Der Standpunkte hat's also nicht quasi zu weich und unpolitisch deswegen sondern er macht das auf eine authentische Art und Weise aber ohne dass er diese ganze Empörung und diese Betroffenheitsmuster braucht um sich dessen anzureichern Sondern er steht ein und ganz unaufgeregt und findet Herbert Grünemeyer guter Typ
00:06:27: Okay I agree Ist nicht meine Musik, aber ein guter Typ.
00:06:31: Auf jeden Fall total!
00:06:33: Ich hab auch ein kleines Highlight... Du bist wahrscheinlich auch ein strukturierter Mensch oder?
00:06:37: Naja es geht's, sagen wir mal so.
00:06:41: Aber du kennst das wahrscheinlich, dass du halt irgendwie deinen Tag ein bisschen einteilst und dann denkst okay, das wird so lange dauern.
00:06:47: Und da hatte ich neulich einen Erlebnis, dass ich was vorhatte und es ging viel schneller.
00:06:52: Es war eine Arbeitsaufgabe und die gingen so viel schneller als ich gedacht hatte, So freie Zeit am Tag hatte und das war total schön.
00:07:02: Oh mein Gott, ich hab jetzt zwei Stunden einfach nur die gar nicht... Die kann ich jetzt einfach mal so
00:07:07: sein.
00:07:07: Das ist doch von Friedrich Merzimmer spricht wenn er sagt, ihr müsst alle mehr arbeiten.
00:07:16: Ja da habe ich einfach mal weniger gearbeitet.
00:07:20: Wie ist denn das Thema?
00:07:22: Einsamkeit in dein Leben gekommen, dass du dich so intensiv damit beschäftigst und sogar ein Buch dazu schreibst.
00:07:30: Wie kommt's?
00:07:32: Es ist eine längere Geschichte!
00:07:33: Ich würde sagen das es zunächst einmal ganz klare sachpolitische Gründe hatte.
00:07:38: also ich bin seitdem ich sechzehn Jahre alt bin in der Politik bin jetzt fünfunddreißig habe angefangen mich mit Einsamkeitsbeschäftigen.
00:07:44: da war ich vielleicht sechsundzwanzig siebenund zwanzig.
00:07:47: In Großbritannien habe ich damals für die Premierministerin dort gearbeitet.
00:07:50: Ich bin eben Politikberaterin, mache das ab und zu für unterschiedliche Ministerien und verschiedene Regierungen.
00:07:55: Und hab in Großbritanien Joe Cox kennengelernt eine Labour-Abgeordnete einer Sozialdemokratin aus GroßbrITanien europaweit erste Politikerin sich mit den Themen irgendwie Jugend, Familie, Soziales und eben vor allem mit dem Schwerpunkt Einsamkeit der Rückbau eigentlich von Fürsorgemechanismen, von irgendwie Fürsorgenetzwerken auch irgendwie in Familienstrukturen über Jugendhäuser usw.
00:08:20: nachgedacht.
00:08:21: Und da kam ich das erst mal auf das Thema.
00:08:23: Und dann gab es diesen Fall, dass Joe Cox bei einer Wahlkampfveranstaltung von Rechtsextremisten erstochen worden ist.
00:08:29: Also es gab einen Anschlag auf Sie, sie hat ihn nicht überlebt und daraufhin hatte ich dann Kontakt zu ihrer Schwester und ihre Schwester gesagt, Ich möchte gerne eine Joe-Cox Stiftung aufmachen und die soll sich das Thema des hier am wichtigsten war und von dem eigentlich viele noch zu lernen haben.
00:08:44: Das Thema soll prominenter werden Und dann war es tatsächlich ein Glücksfall, dass Theresa May auch im Andenken an die ehemalige Kollegin gesagt hat wir wollen das Thema auch deswegen stärker priorisieren und so bin ich eigentlich reingerutscht.
00:08:56: Also ich habe dann lange bevor Corona da war, lange bevor das erste große Debatten in Deutschland gab, war das, ich finde europaweit eigentlich Pionierarbeit in Großbritannien.
00:09:05: und da bin ich zufällig rein gerutscht.
00:09:08: und da war das Thema Einsamkeit aber eben stark assoziiert mit der Witfe, die einsam am Strand sitzt.
00:09:15: Der Großeltern Teil, der niemanden mehr hat.
00:09:18: also so eine Lehre und Verweistheit um hohes Alter ist heute noch so.
00:09:22: wenn man mit Politikern über Einsamkeit spricht dann gucken sie sofort ja ja die Pflegeheime, die Altersheime da müssen wir was machen.
00:09:28: Also wahnsinnig alt assoziiert Und ich habe dann mehr und mehr dazu gearbeitet.
00:09:33: Und das Gefühl gehabt, nee da stimmt irgendwas nicht.
00:09:35: Da gibt es noch eine andere Einsamkeit.
00:09:37: Die hat etwas mit jungen Generationen zu tun, die hat was mit Digitalisierung zu tun oder mit Großstädten zu tun.
00:09:43: Sie hat weniger mit Lehre- und Verweistheit zu tun also mit der Quantität sozialer Kontakte sondern vielmehr mit der Qualität.
00:09:51: Also da scheint es irgendetwas zu geben dass sich mit Oberflächlichkeit zu tun hat, mit Flüchtigkeit, mit sich nicht öffnen können, mit einer Generation beziehungslos... im Netz, also dass dann neue sozialologische Phänomene eine Rolle spielen.
00:10:05: und daraufhin habe ich mich stark mit dem Thema auseinandergesetzt.
00:10:08: Erst mal was für ein schönes Beispiel, was einen Mensch bewirken kann?
00:10:13: Also wenn sich jemand so eines Themas annimmt und das so ausstrahlt, dass es zur Regierungsaufgabe wird, dass dich inspiriert hat.
00:10:24: und ein tragisches Ende bei dieser Person Aber toll, dass ihr Wirken halt Spuren hinterlassen.
00:10:32: Absolut
00:10:33: und dann natürlich auch im Kontext ein Glücksfall, dass all diese Vorbereitungen da waren.
00:10:38: wie sieht ein Einsamkeitsministerium aus?
00:10:40: Großbritannien hat den ersten Einsamkeltsminister.
00:10:43: ich habe dann international dazu gearbeitet hab das Buch dazu in Deutschland gemacht Und dann war Corona und dann war das Thema Isolation Einsamkeit natürlich noch mal ganz anders irgendwie zugänglich für Leute und seitdem habe ich das Gefühl passiert sehr viel um das Thema
00:10:59: Du hast es schon gesagt und immer beim Blick auf die ältere Generation, da leuchtet's glaube ich vielen schnell ein.
00:11:05: Dass der Thema Einsamkeit existiert aber magst du vielleicht trotzdem nochmal so umreißen?
00:11:11: Was sind denn das für Faktoren, die da rein spielen explizit im Blick auf eine ältäre Generation?
00:11:17: Zunächst ist glaube ich mal wichtig, dass wir definieren was es ist.
00:11:20: Weil ich oftmals mit Leuten spreche oder Leute so zum Thema zuhören und sagen naja ist ja schön gut aber das ist ja nicht das was ich fühle denn wenn ich mich alleine zurückziehe und Buch lese empfinde ich das nicht als Einsamkeit.
00:11:31: Der Unterschied zwischen allein sein und einsam sein?
00:11:34: Er ist wichtig in der Politik, er ist wichtig an der Wissenschaft, in der Wissenschaft definiert man die Diskrepanz dessen wie ich gewünsche sozial eingebunden zu sein und das was sich tatsächlich aus eigener Kraft erreichen kann ein aktives Leidensgefühl.
00:11:48: Das ist Einsamkeit, also man kann nicht von außen sagen die Person lebt alleine gibt es oftmals in den Medien so einen Missverständnis?
00:11:55: die Anzahl der Singles oder Singlehaushalt oder der ledigen Personen nimmt zu.
00:11:58: Einsamheit wächst stimmt du nicht?
00:12:00: Kann so sein musst du nicht sein.
00:12:02: ganz im Gegenteil.
00:12:03: bei mir war's oft so dass wenn ich am meisten umgeben war von Leuten Wenn ich am rastlosesten war weil das die Zeit wo ich am Meisten vor mir weg gelaufen bin Also wo Ich mich eigentlich innerlich Am einsamsten gefühlt habe das heißt viele Leute Nicht einsamen gar keine Leute einsam, so das muss erst mal nicht stimmen.
00:12:18: Sondern es ist ein subjektives Leidensgefühl und es ist einen scharmbahaftetes Phänomen weil in dem Moment indem ich mir mehr Einbindung, mehr Kontakt wünsche und das Gefühl habe Ich werde abgewiesen, ich trau mich nicht Es funktioniert nicht erlebe ich ja eine Art von Traumatisierung Weil ich das Gefühl hab es scheint an mir zu liegen weil irgendwie wollen die Leute nichts mit mir zu tun haben.
00:12:37: Darum ist dann auch später in der Genese wenn man dann Angebote versucht zu schaffen auch wichtig.
00:12:42: Man kann keinen Einsamkeits Treffpunkt vereinbaren der sagt ja nicht von sich.
00:12:46: Übrigens, hallo ich bin es ist geil keiner will mit mir was zu tun haben.
00:12:50: jetzt treffe ich euch.
00:12:51: mit euch will auch keiner etwas zu tun habe.
00:12:52: also das ist so scham behaftet dass es retraumatisierend im outing als es schwierig auch zu fassen was einsamkeit überhaupt ist jedenfalls.
00:13:00: Wenn eine Person sagt, ich leide darunter dass ich nicht mit so vielen Leuten zu tun haben kann wie ich mir wünsche vielleicht mich auch qualitativ nicht gesehen fühle mich in den Beziehungen nicht sicher viele mich nicht geborgen sehe dann kann man von Einsamkeit sprechen gibt unterschiedliche Institute, Unis die sagen das liegt nur dann vor wenn es so und so viele Monate vorliegt oder so oft in der Woche.
00:13:21: alles unterschiedlich.
00:13:22: Und in der Einsamkeitsforschung definiert man v.a.
00:13:25: drei Zielgruppen über Alterskohorten.
00:13:27: Wir können über alles Mögliche sprechen.
00:13:29: wir können sprechen über Einsamkeit Stadt und Land Männer Frauen mithaus dir ohne Haustier mit vielen Hobbys mit wenig Hobbies Arm und Reich.
00:13:36: also es gibt ganz verschiedene.
00:13:39: Aber die Frage nach Generation ist tatsächlich, die sich in der Wissenschaft, in der Politik am meisten durchsetzt.
00:13:45: Weil es da am spezifischsten quasi die Zugänge zu gibt und bei alten Leuten eben sehr klar... eigentlich verheiratet meistens oder geschieden, oder verwitt wird.
00:13:56: Vor allem im hohen Alter dann oftmals eben verwittwürtt Kinder, Enkelkinder weggezogen irgendwie stehen auch in der Mitte ihrer Beschäftigtheit.
00:14:04: die alte Person will sich den nicht unbedingt zumuten zieht sich dadurch zurück fällt aus dem Arbeits- und Berufsleben halt auch raus.
00:14:11: also Renteneintritt ist immer ein Risikofaktor für Einsamkeit weil dann die Beschäftigung ausbleibt Der Kollegen stamm vielleicht weg bleibt Auch etwas mit dem Selbstwertgefühl macht In einer industrialisierten Gesellschaft wie Deutschland, wo Leute lernen nur wenn ich mit physischer Arbeit Beitrag leiste bin ich etwas wert.
00:14:29: großer Unterschied übrigens zu skandinavischen Ländern oder so, also zur Dienstleistungsgesellschaften.
00:14:35: sieht man juristisch und sieht man in der Kulturabfrage des Selbstwertgefühl das Kinder-und quasi Menschen in Rente in diesen Ländern besseres Selbstwert Gefühl haben während in Großbritannien und Deutschland als Industrienation das im Gegenteil so ist.
00:14:49: Also da fühlt man sich gut wenn mit viertzig gut arbeitet, weil da leistet man seinen Beitrag.
00:14:54: Das wird erwartet wenn du mit irgendwie zwei in siebzig nichts mehr machst.
00:14:58: irgendwie haben viele alte Menschen eher das Gefühl ich fall allen zur last und irgendwie bin nicht unsichtbar und ich will aber auch unsicht bar bleiben damit mich auffällt dass ich jetzt nur noch nehme.
00:15:08: also das ist generell auch so eine mentale struktur im selbstbewusstsein alter menschen deren wir uns annehmen müssen.
00:15:14: wie
00:15:14: bekommen die es denn hin?
00:15:15: die anderen länder
00:15:16: Die sind einfach grundsätzlich auch was mentale Gesundheit angeht, was nicht physische Arbeit irgendwie angeht.
00:15:22: Was eben auch Kinderrechte also einen Ernst in der Debatte angeht anders aufgestellt.
00:15:27: Wir haben das wenn wir tiefe politische Debatten reingehen irgendwie Sondervermögen und so weiter was im Grunde jetzt die Haushaltslöcher stopft obwohl es mit anderen Generationen lange nicht vereinbart ist.
00:15:37: Also viele Debatten die wir in Deutschland gerade führen In allen Parteien gehen eigentlich über viele Interessen junger Menschen hinweg Und dass is in anderen Ländern irgendwie anders.
00:15:47: Also ich will nicht unbedingt Sebastian Kurz immer als Regierungschef irgendwie Vorbild nennen, der so jung Regierungs-Chef geworden ist aber es ist tatsächlich vor allem in skandinavischen Ländern in Estland, in Lettland und in Dienstleistungsgesellschaften gibt's einen anderen Schwerpunkt darauf was ein Gesellschaftsmitglied tun kann um eine Gesellschaft zu bereichern und da zählt Nachbarschaftshilfe Ehrenamt, Kehrarbeit alles sowas eben auch mit Und das is in Großbritannien und Deutschland dezidiert nicht so was eben in der Wiederkehr bedeutet, dass Menschen die nicht mehr arbeiten oder noch nicht arbeiten einfach nicht wirklich gewürdigt werden.
00:16:22: In diesem Land und das sieht man an der Einsamkeit alter Menschen weil wir dann oftmals mit den qualitative Interviews führen aber hast du denn keinen kannst du dich nirgendwo melden?
00:16:31: Und oftmals ist es so dass sie sagen doch doch könnte ich.
00:16:34: Aber ich glaube, es ist nicht erwünscht und ich schärme mich, dass sich Davidat das dritte Mal die Woche anrufe.
00:16:38: Und meine Kinder haben noch besseres zu tun als sich hier mit der alten Oma zu beschäftigen.
00:16:42: also es hat was schon mit einer Innschau zu tun.
00:16:44: Ja
00:16:45: ja und die Charme, die du schon erwähnt hast so und wahrscheinlich auch ein Wandel der Zeit.
00:16:49: wir leben auch nicht mehr in so einem Familienverbund zusammen wie's vielleicht früher mal war also den drei Generationen im Haushalt oder so gibt's glaub ich in der Form auch
00:16:59: Und es ist natürlich statischer.
00:17:00: Also Menschen im hohen Alter, die einsam sind haben oft Eigentum und auch das Gefühl dieses alte Haustier wo mein ganzes Leben passiert ist, wo vielleicht mein Ehemann mit mir gewohnt hat der jetzt verstorben ist zu verkaufen fühlt sich falsch an.
00:17:14: Das ist zum Beispiel in Estland, in Lettland, Schweden fällt es Leuten deutlich reicher quasi Eigentums zu verkauen um zu sagen ich bin jetzt verwittwitte Rentnerin und möchte eine kleine Stadtwohnung in der Stadt weil dann kann ich zu Fuß ins Theater so ungefähr.
00:17:28: Großbritannien schwerer, also es ist auch eine Verhaftung in Eigentum, eine Inflexibilität.
00:17:33: Dann kommen gesundheitliche Faktoren wie eine Immobilität, eine Gebrechlichkeit irgendwie das Gefühl zu haben.
00:17:38: Sind die Innenstädte eigentlich für mich gebaut?
00:17:40: Ich hab jetzt in meinem Alter vielleicht ein Problem mit meiner Blase.
00:17:43: ist denn habe ich überall irgendwie die Möglichkeit, mich hinzusetzen und Toilette zu finden?
00:17:47: oder sind die Innen- städte, die Parks alle gar nicht auf mich angelegt weil dann verlasse ich mein Haus gar nicht erst.
00:17:53: Und es sind Themen Digitalisierung genauso.
00:17:55: der junge Mensch ist gelernt.
00:17:57: wir sind gelernt daran digital zu kommunizieren.
00:17:59: Das ist nicht unbedingt jede fourneunzigjährige.
00:18:02: Ja.
00:18:02: also Klar, da kann man dann schon mal irgendwie am BVG-Automaten verzweifeln.
00:18:06: Wenn man halt die Benutzeroberfläche nicht gewohnt ist und dem Bild schon darf man anfassen.
00:18:10: So klar!
00:18:11: Da sind Barrieren.
00:18:12: Also es gibt, ich finde wenn man über Einsamkeit und hohes Alter spricht dann geht das viel um soziale Infrastrukturen.
00:18:18: Also haben sie die Angebote?
00:18:19: Die Möglichkeiten, wenn Sie auf dem Land leben da in Ihrem Eigentum?
00:18:22: Gibt's einen Theater dort noch?
00:18:23: Gibts eine Kirche, gibts ein Wochenmarkt oder gibts das alles nicht mehr?
00:18:26: Fährt der Bus regelmäßig aufm Land irgendwie solche Dinge?
00:18:29: also die Anbindung ist oftmals das Problem, die Treffpunkte sind oftmals problem Aber nicht so sehr wie wenn alte Menschen andere treffen was Beziehung und Freundschaft überhaupt ist.
00:18:39: Da hat man eher das Gefühl, bei denen ist das Problem nicht die Qualität der Beziehungen?
00:18:43: Ich trau den nicht!
00:18:44: Es ist oberflächlich, sie verlangen mir zu viel ab.
00:18:46: so ist es eigentlich nicht.
00:18:47: Das ist bei jüngeren eher das Problem.
00:18:49: Bei älteren geht's eher ein bisschen um die Rahmenbedingungen Und wie ich eben finde eigentlich einen Selbstbild von Was bedeutet es Menschen im Alter zu sein.
00:18:57: da gehts nicht nur um den Niedergang meiner Kräfte und Fähigkeiten und ich bin Belastung Sondern da hat man eigentlich eine andere Erfahrung schatz und könnte sich modularer einbringen.
00:19:06: Da mussten natürlich gesellschaftlich politisch gewollt sein.
00:19:09: Das wäre meine nächste Frage gewesen nach deiner Wahrnehmung, ist es denn zumindest mit dem Blick auf die älteren schon ein Thema in der Politik?
00:19:17: Also dass das gesehen wird oder ... Außer dir, dann noch jemand unterwegs.
00:19:21: Na ja das ganze Thema Anti-Aging so ist ja eigentlich.
00:19:25: und jetzt auch nochmal mit Botox, mit Ursempig wir haben alle das neue Lifting von irgendwie Chris Jenner gesehen also irgendwie mehr.
00:19:33: Also es ist nicht zumindest Themen.
00:19:35: also wir reden schon natürlich irgendwie seit hundert Jahren darüber wie man gesund und schön und gut altern kann.
00:19:40: Wir haben aber auch in der longevity Bewegung zum Beispiel die am Ende schon auch bespricht Wie können wir möglichst fit sein im Alter?
00:19:49: Es kann aber auch eine Verzögerung von Alter sein, wo wir sagen ich trau mich dem Thema gar nicht zu.
00:19:54: Ich bin jung, geblieben bitte meinen Alter nicht erfragen.
00:19:56: und so als es ist alter ist trotzdem wahnsinnig scham behaftet.
00:20:00: Ja genau also so löblich das natürlich ist dafür zu sorgen dass man solange wie möglich fit gesund sowohl geistig als auch körperlich bleibt bringt's natürlich auch mit sich.
00:20:09: wenn sie da nicht gelingt dann bist du da erlebst du da natürlich auch wieder ne Ausgrenzung weil Dann hast du dich ja nicht genug gekümmert.
00:20:15: Ja, richtig und deswegen und eben politisch dann geht es schon oft auch um Geschenke Wahlgeschenke an Rentner irgendwie dann irgendwie.
00:20:24: die alten sind in der Mehrheit Die können verlangen die jungen müssen jetzt zum Wehrdienst und solche Sachen.
00:20:29: also ich finde dass wir das intergenerational noch nicht so gut hinkriegen
00:20:33: wenn wir auf die Jüngeren schauen.
00:20:35: Also laut statistischen Bundesamt sind junge Erwachsene zwischen achtzehn bis neunundzwanzig am stärksten von Einsamkeit betroffen und das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung berichtet, dass Einsamheit in jungen- und mittleren erwachsenen Alter seit der Pandemie deutlich zugenommen hat.
00:20:51: Das haben glaube ich viele schon mal gehört.
00:20:54: Und die Bertelsmann Studie zu sechzehn- bis dreißigjährigen ist von vierundzwantig.
00:20:59: Die kommt auf sechsundvierzig Prozent mindestens moderat einsame junge Menschen.
00:21:05: Emotionaler Einsamkeit ist dabei häufiger als die soziale Einsamheit, also das was du auch sagst.
00:21:11: Es geht eher um die Qualität als um die Quantität und besonders betroffen sind unter anderem junge Menschen mit Migrationshintergrund.
00:21:19: Der zweite Bertelsmann aus Wertung für achtzehn bis fünfund dreißigjährige zeigt in Deutschland einundfünfzig Prozent mindestens moderate Einsamigkeit Und betont ebenfalls, junge Erwachsene sind einsamer als ältere Erwachsenen.
00:21:35: Du hast ja schon ziemlich früh das Thema beschrieben, welche Relevanz eben Einsamkeit gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenden hat.
00:21:45: Ich hatte den Eindruck, dass es dann erst später so durch Zahlen untermauert wurde.
00:21:50: Liege ich da richtig?
00:21:50: Es stimmt die Wahrnehmung!
00:21:52: Also es hat zumindest jetzt extrem irgendwie zugenommen.
00:21:55: Und zwar gibt es ja in der Politik und in der Wissenschaft zu bestimmte Zyklen, also du musst erstmal... in einem Parlament eine Enquete-Kommission haben, die sagt dieses Phänomen gibt es überhaupt.
00:22:07: Da müssen Wissenschaftler sitzen und sagen das was wir Einsamkeit nennen ist gesellschaftlich relevant und wir definieren das so und so.
00:22:13: Dann hat man das Phänomien zumindest schon mal stichhaltig quasi politisch festgelegt.
00:22:18: So dann braucht man irgendwie damit was damit machen kann und sagt dass es ein Problem braucht es ja Betroffene.
00:22:24: Das heißt da muss man erstmal feststellen wer ist denn davon betroffen?
00:22:27: Dafür braucht es allerdings Forschung die das quasi erst erheben kann erstmal definieren für sich, was ist das Phänomen für uns?
00:22:34: Und dafür braucht es Gelder.
00:22:36: Das heißt du musst im Prinzip als Politiker schon Steuergeld für etwas ausgeben, für dass du ihm nachhinein noch gar nicht Nachweise dafür hast, dass es relevant ist weil's die ganzen Daten nicht gibt.
00:22:45: und das ist für mich natürlich jetzt in den letzten zehn Jahren eine riesige Aufgabe, weil ich mit unendlich vielen Ministerpräsidenten und allen gesprochen habe und alle sagen ja wir wissen das uns wichtig aber Bei uns gab es die Enquete-Kommission noch nicht.
00:22:57: Das ist jetzt erst mal in dem Ministerium, bei uns ist gerade erst einmal die Studie wie viele Betroffene gibt es ohne diese?
00:23:02: wenn die Studien noch nicht abgeschlossen sind kann ich da noch keinen Lösungsinstrument anbieten.
00:23:06: also das hat so ganz unterschiedliche irgendwie gerade.
00:23:09: und deswegen ist jetzt finde ich so langsam irgendwie die Debatte soweit dass alle erstmal festgestellt haben dass die ersten Gelder verabschiedet worden sind dass die Ersten Unis forschen dass die ersten Studien gibt.
00:23:20: Also das ist im reife Prozess der Annahme des Themas jetzt auch richtig.
00:23:24: Grundsätzlich gibt es Einsamkeitsforschung seit den siebziger Jahren, vor allem in Nordamerika.
00:23:29: Also in Großbritannien auch aber vor allem im USA.
00:23:32: Die Universität Chicago war da immer Vorreiter.
00:23:34: die hat auch ganz interessante Experimente gemacht So Experimente, wo sie zwei probanten Gruppen.
00:23:39: Die eine hat gesagt ich habe gute Freunde, beste Freunde, guten Freundeskreis.
00:23:42: die andere hat gesagt wir haben gar keine Freunde.
00:23:44: den haben Sie mit deren Einverständnis Erkältungsviren verabreicht und sehr da die Leute ohne Freunde sind alle krank geworden die anderen nicht sag' ich jetzt überspitzt.
00:23:52: so.
00:23:52: dann haben sie andere irgendwie Projekte gemacht oder auch Experimenter wo sie quasi jemandem an im Prinzip ein Gehirnlesegerät irgendwie angeschlossen haben gesagt haben Wir fangen hier gleich mit einem Experiment an du bist ja einfach standen und so aber es verzögert sich.
00:24:06: Erzögerung war nur ein Trick und man hat gesagt, während du hier wartest bis wir das technische Problem behoben haben spielst du quasi auf so einem digitalen Endgerät ein bisschen Ping-Pong.
00:24:15: Und dann sitzt dieser Proband da und denkt, okay, technisches Problem.
00:24:19: Mir ist langweilig, ich spiele jetzt bisschen quasi Tischtennis auf der alten Videostation so ungefähr.
00:24:25: Dann spielt man hin und her.
00:24:26: Während des Verlaufs des Spiels automatisiert sich das Spiel, dass ein anderer quasi Akteur ins Spiel reinkommt.
00:24:33: Also einen Männchen läuft auf dem Bildschirm übernimmt deinen Schläger, spielt also mit der anderen Computerfigur und du darfst nicht mehr.
00:24:40: Man hat dann gemessen, dass es im Schmerzzentrum des Gehirns Ausschläge gibt.
00:24:45: nicht um Einsamkeit von wegen, da ist keiner.
00:24:47: Sondern es geht um aktiven Ausschluss und das spielt finde ich heute auch eine Rolle weil Einsamheit eben nicht nur bedeutet Ich finde hier nicht so richtig Freunde oder irgendwie ich will Leute anrufen, da ist keiner.
00:24:58: Sondern eine Stimmung, ne gesellschaftliche die mit Hass, mit Freund-Feind-Denken, mit Populismus, mit Misstrauen auch mit Aggression und Aggressivität im Stadtbild und im Straßenbild beschäftigt ist.
00:25:09: das ist schon einer wo Leute sich eben schnell diskriminiert fühlen, wo Diskriminierung aber auch in der Tagesordnung ist, wo bestimmte Parteien ja viel mit Feindbilder arbeiten.
00:25:17: Und das hat spielt alles natürlich eine Rolle.
00:25:20: Ey, Wissenschaftler sind so ne Nerds oder?
00:25:22: Was dir nicht für geile Sachen was denkst du.
00:25:25: Auch nur große Kinder!
00:25:27: Wenn wir jetzt auf die jüngere Generation schauen und das ist vorhin schon angedeutet, dass es dann einfach nochmal anders geartet die Faktoren, die eine Einsamkeit erzeugen oder auch verstärken oder erhalten können als bei der äteren Generation.
00:25:40: Wollen wir das noch mal kurz umreißen?
00:25:44: Ja, bei der jüngeren Generation war ... Genau.
00:25:46: Die führten ganz anderes Leben und deswegen sind die Faktoren auch ganz andere.
00:25:49: Auch wenn es natürlich große Überschneidungen gibt also mangelnde Teilhabeausgrenzung
00:25:54: usw.,
00:25:55: aber...
00:25:56: Wir haben in Großbritannien eben auch diese betroffenen Studie gehabt, dass die Jungen besonders einsam sind.
00:26:00: Wo dann alle erschrocken waren?
00:26:01: Weil wir hatten uns ja nur darauf vorbereitet was machen wir für die Alten?
00:26:03: so ungefähr und da gab es an der Uni Nottingham in Groß-Britannien irgendwie eine Forscherin, die sich damit beschäftigt hat.
00:26:10: Und für mich war das was rauskam wahnsinnig unbefriedigend Denn das Ergebnis war ein junger Mensch ist ja als Connectivity Fan.
00:26:19: Studien sagen zwölf und halbmal so viele Menschen trifft er in der Woche wie ne alte Person weil er ÖPNV benutzt, in der Gastronomie im Einzelhandel auch arbeitet.
00:26:27: Dann irgendwie von Jim bis Disco da ja auch irgendwie alles dabei ist und so bei WhatsApp zwanzig Chats gleichzeitig hat bei Tinder und Grindr die Partner austauscht.
00:26:35: also da denkt man ja das ist wahnsinnig viel.
00:26:38: Und dann kommt aber tatsächlich irgendwie und dann kamen die britische Studie zu dem Schluss Das ist ein unfertiges Leben.
00:26:43: Also da mein Liebeskummer dafür das Praktikum wegziehen und so,
00:26:47: d.h.,
00:26:47: wir müssen ihn unterstützen, dass er besser irgendwo ankommen kann.
00:26:50: Und was die Regierung in Großbritannien dann angeboten hat waren Orientierungswochen bei der Uni oder so.
00:26:56: Da sind Seelsorge-Telefone am Campus oder solche Sachen.
00:26:59: Und ich hatte das Gefühl, es trifft das Phänomen nicht richtig und habe mir dann wieder Studien aus Chicago angeguckt die ja schon in den letzten Jahrzehnte zurückreichen.
00:27:07: Ich habe festgestellt dass die sechszehn bis fünfundzwanzigjährigen oder die sechzehn-bisfünfdreißigjährigen also genau diese Gruppe in den Nuller Jahren, in den neunziger Jahren, den achtziger Jahren viel viel weniger einsam war.
00:27:18: Das heißt es liegt nicht nur an quasi des Unfertigseins und die Fluktuation des Alters, sondern es muss quasi an etwas Anderem liegen als dem Alter.
00:27:29: Wenn sich irgendetwas verändert, da ist ja in der Variable, an der Gleichung was falsch, dann braucht's eine andere Variable.
00:27:34: Und die andere Variabe ist natürlich die Gesellschaft, in der wir leben.
00:27:37: Und das ist das womit ich mich beschäftige, dass ich das Gefühl habe... Also wenn wir alle am Smartphone sind, dann kommt das natürlich dazu.
00:27:45: Wenn wir eine Gerätekultur haben bei der wir weniger ins Fitnessstudio gehen und mehr die Fitnessgeräte zu Hause haben, weniger zum Wellness gehen weil wir die Wellness-Geräte Zuhause haben ist es ein Problem.
00:27:53: oder kann ein Problem sein?
00:27:55: Wenn ich mit Gorillas und Flink die Lebensmittel irgendwie mir nach Hause bestelle statt in den Supermarkt zu gehen, dann schwindet auch auf eine gewisse Art und Weise Kids Kultur.
00:28:03: also hat man es mit Individualisierung zu tun, mit einer ökonomischen Individualisierung.
00:28:08: Ich sag ja immer dieses Beispiel, dass als ich klein war hatten wir in unserem Wohnzimmer ein einziges Fernsehgerät.
00:28:15: Und Samstagabend wetten das, Sonntagabend Tatort und die ganze Familie saß zusammen Und Thomas Gottschalk versucht so schnell wie möglich irgendwelche BHs zu öffnen.
00:28:22: Mein Vater findet es ein Teil witzige Wette und ich sage Papa, ich find's hier saufreien Frauen
00:28:26: feindlich.".
00:28:26: Und so mein Schwester kann sich nicht ganz einigen.
00:28:28: meine Mutter versucht zu schwichten aber so hat man ja einen Lagerfeuermoment wo alle das gemeinsame Konsumieren.
00:28:35: Hannah Arendt sagt Freude am Gemeinsamen erleben.
00:28:38: Das muss auch irgendwie dargestellt sein.
00:28:40: also es braucht eine Öffentlichkeit ne Bürgerschaft den zivilisierten gemeinsamen Raum.
00:28:44: Und wenn der schwindet, weil zunehmend Leute ganz individuelle Lebenslagen haben.
00:28:49: Ganz individuelle Zeiten auch haben, wann sie frühstücken und nach Hause kommen, dann kommt die Familie nicht mehr richtig zusammen.
00:28:54: Wenn jeder auf seinem iPad, auf seiner eigenen Streaming-Plattform seine eigene Serie in seiner eigenen Staffel irgendwie guckt, kann man noch nicht mehr darüber reden.
00:29:02: Die erste Warnung gab es übrigens, das habe ich jetzt nochmal nachgeguckt, von einem Denker namens Nathaniel Hawthorne, der gesagt hat es wird ja hier gerade der Kachelofen erfunden und die Erfindung des Kachel Ofens halte ich für gefährlich.
00:29:16: Weil wenn die ganze Familie nicht mehr vor diesem einzigen Kamin sitzt sondern jeder in sein Zimmer gehen kann mit seinen Kachel ofen dann zerstürbt die Familie und zerrüttert die Gemeinschaft.
00:29:25: So früh hat sich das nicht übersetzt aber Ich würde sagen dass wir heute tatsächlich nah dran sind.
00:29:30: also Wir haben eine pervertierte Individualisierung.
00:29:33: Wir haben, auch wenn wir uns dann gucken was davon ableidbar ist.
00:29:36: So Brandmauern, Boykottkultur, Cancel Culture das hat ja alles zu tun mit etwas herausheben.
00:29:42: Disruption, Innovation, es ist immer dieses einzelne dieser Bruch.
00:29:47: Und damals irgendwie, ich bin noch groß geworden da meine Eltern gesagt.
00:29:50: Du musst sparen du wirst befördert zahl den kredit ab.
00:29:54: also es hat was mit linearität mit reformen mit bezüge aufeinander zu tun.
00:29:58: und das was wir heute mental kulturell leben ist eher der bruch.
00:30:02: und dass neue und wenn das auf gewisse art und weise alte Karl-Marx-These, was ökonomisch gelebt wird, sich quasi in Kultur und Sozialleben übersetzt.
00:30:12: Dann haben wir natürlich eine hochindividualisierte zersplitterte Wirtschaft und inzwischen ein Gemeinwesen das mindestens genauso zersprittert
00:30:19: ist.".
00:30:20: Und eine Diskursfähigkeit geht verloren.
00:30:23: Also du musst es dann vielleicht noch in die Argumentation gehen mit deinem Vater, was daran ist frauenfeindlich und dann musstest du ihm das darlegen oder... Und
00:30:31: so funktioniert am Ende?
00:30:33: ...diskussion austausch
00:30:35: und... So funktioniert Beziehung und Bindung dass man sich auch unangenehme Sachen sagen kann.
00:30:39: also ich komme auch noch ein bisschen aus einer Zeit wenn die Musik zu laut war.
00:30:43: da stand der Nachbar vor der Haustür oder von der Wohnungstür hat mich böse angeguckt hat gesagt hier unsere Kinder schlafen und ich hatte diesen Schammoment, hat mich entschuldigt.
00:30:52: Aber das ist ja so ein unangenehmer Moment und den muss man
00:30:54: aushalten.".
00:30:55: Wenn man heute so Studenten fragt die sagen keine Ahnung wer's Ordnungsamt gerufen hat, die stellen sich ja nicht vor, was Ordnungssamt war wieder da?
00:31:02: Also es ist auch eine Art von Flucht vor Konfrontation irgendwie, was man ja auch bei jungen Menschen, die immer weniger in Gewerkschaften und Parteien gehen, weil sie sagen Ich will den Kompromiss nicht mittragen wenn ihr auch schwierigen Stück weit, weil man muss irgendwie Streit auch lieben wollen, man muss Streit als Bereicherung empfinden gibt ja dieses Phänomen... bei jungen Menschen, dass man die anruft.
00:31:21: Also so ein Gen-Setler und dann geht er nicht dran und schreibt zwei Sekunden später bei WhatsApp was willst du denn?
00:31:26: Wo du denkst?
00:31:27: aber wenn du da am Telefon bist hättest du doch drangehen können.
00:31:30: ja und Forscher deuten das ebenso dass die Unberechenbarkeit diese Unerwartbarkeit in diesem klötzlichen Telefonat überfordert ist.
00:31:37: also man muss Bindungsfähigkeit Beziehungsfähigkeiten auch irgendwie lernen und das geht uns glaube ich zunehmend verloren.
00:31:43: jetzt kann natürlich argumentieren Das ist der Wandel der Zeit.
00:31:46: So, die Dinge verändern sich.
00:31:47: Die Kommunikationsmittel verändern sie.
00:31:49: Technik verändert sich und so weiter.
00:31:52: Und das kann Nachteile mit sich bringen.
00:31:54: Das bringt vielleicht in anderen Bereichen Vorteile mit Sich.
00:31:57: Wir müssen dann eher damit umgehen als dem Alten nachzutrauern.
00:32:02: Das wäre ein Gegenargument aber du ... Nee, du willst zuerst was dazu sagen?
00:32:09: Eben nicht!
00:32:09: Also der Punkt ist ja dass Ich gar nicht den Wandel dieser Bedingungen selbst kritisiere, sondern wenn ich sehe dass die Leute dadurch mehr unter Druck geraten, mehr mentale Probleme haben, instabiler werden, einsamer werden und darunter leiden.
00:32:24: Dann scheint es an irgendetwas zu mangeln oder dann scheint irgendwas schiefzulaufen.
00:32:29: Und dann muss man gesellschaftliche Bedingungen reflektieren.
00:32:32: und du hast schon recht, man kann nicht irgendwie – und man sollte auch nicht das letzte Jahrhundert wieder zurückbauen oder nachbauen weil in dem Jahr, indem wir dich noch zwangsverheiratet haben da hattest du ja wenigstens wen.
00:32:42: also das ist natürlich nicht die Lösung.
00:32:44: Und ich war ja schon, also ich bin jetzt fünfdreißig irgendwie als ich vierzehn war.
00:32:48: Hatten wir den ersten PC zu Hause stehen?
00:32:51: Da hab' ich auch schon in der Pubertät in so anonymen Foren irgendwie googeln können was das jetzt wie ich mein Pickel am schnellsten wegkriege und so.
00:32:58: Also da war man schon in eigenen Subkulturen hat eigene Interessen gefunden irgendwie.
00:33:01: dann gab's da die Emos usw.
00:33:04: Das war irgendwie interessant weil man natürlich auch in einer digitalen anonymem Welt irgendwie frei gewesen ist und seine Leute finden konnte.
00:33:11: aber wie viel davon heute noch da ist ob die Silo-Kultur nicht doch zugenommen hat.
00:33:16: Ob der Perfektionismus, die Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit auf Plattformen zugenommen haben?
00:33:22: Ob sie am Ende wirklich ihr soziales Versprechen auch einlösen oder eher ganz im Gegenteil Cambridge Analytica Brexit Stichwort wo Leute eigentlich nur Angst und Feindbilder vorgespielt worden sind und die voneinander getrennt worden sind?
00:33:35: Wo heute Plattform keine Verantwortung übernehmen bestimmte Rechtsextremisten und Verfassungsfeinde sich bis am Ende in irgendwelchen Telegram Gruppen für ... Verbrechen verabreden.
00:33:44: Also da, es liegt auch viel im Argen und die Frage ist aber die richtige was machen wir jetzt draus?
00:33:49: Und ich glaube das ist natürlich irgendwie eine Mischung aus analog und digital sein muss.
00:33:54: Es ist aber vor allem ne Kulturentscheidung.
00:33:56: Es is ne Kultur-Entscheidung.
00:33:57: ob wir sagen dreimal die Woche irgendwie absagen und meine Zeit ist nichts wert Ist richtig so.
00:34:03: und das belohne ich.
00:34:05: oder Ich gehe in den Bus oder in die U-Bahn und begrüßt die Leute nicht.
00:34:08: Das ist genau wie wir leben wollen.
00:34:10: Oder müssen wir es anders machen?
00:34:11: dass für Nachbarschaft wieder beleben, dass wir Leute begrüßen auf gewisse Art.
00:34:15: Dass wir Unverbindlichkeit nicht gut heißen, dass Wir Verbindlichkeit belohnen das sind Dinge die eher kulturell stattfinden.
00:34:23: Ich würde ganz gerne noch mal einen kleinen Schritt zurück was du gerade angesprochen hast weil Du hast auch diesen Begriff von der Generation Krisenlosigkeit So und es ist grade schonmal so ein bisschen anklingen lassen.
00:34:33: Aber vielleicht magst du den nochmal erläutern.
00:34:36: wie ist das gemeint?
00:34:37: Das ist eine Unverbündlichkeit ne mangende Linearität.
00:34:42: oder Was meinst du mit dieser Generation Krisenlosigkeit?
00:34:46: Also ich würde sagen, dass meine Generation noch die Krisenloseste war.
00:34:51: Als ich das Stichwort Europa gedacht habe, hab' ich immer gedacht, wann ist denn hier wieder Grand Prix?
00:34:56: und dann fahren wir... Ich komme aus Nordnord-Nordrhein-Westfalen, da sind viele mal in dem Abend der ganzen Familie nach Holland rübergefahren um anzurufen beim Revision Song Contest.
00:35:03: Ich hab mich damals für Erasmus beworben, in der ersten Generation gemacht.
00:35:08: Bei mir war Europa noch irgendwie friedlich und keine Krise.
00:35:13: Und nach mir, als ich studiert habe, fing das dann an mit Schulden Griechenland, Jugendarbeitslosigkeit ... Dann Brexit, Donald Trump, Klimakatastrophe, dann Ukraine immer mehr.
00:35:23: Hat
00:35:23: sich die Tagzahl erhöht?
00:35:25: Insofern würde ich sagen, keine junge Generation auch vor allem mit der Pandemie ist jetzt krisenlos im Gegenteil.
00:35:32: unterschiedliche Resilienzen, auch Mechanismen damit umzugehen und einen Umgang ist sich zurückzuziehen.
00:35:40: Es gibt eine politisch werdende Generation von Fridays for Future, von Extinction Rebellion die sich im Prinzip über alle möglichen Demos organisieren aber wahnsinnig punktuell Trotzdem auch in dem sehr unverbindlich.
00:35:54: Ich weiß noch, bei Stuttgart XXI gab es ja riesige Demonstrationen.
00:35:58: Da hab ich damals in so Mediatoren-Team quasi versucht die jungen Aktivisten mit an den Tisch zu holen.
00:36:03: als sie dann eingeladen waren, kam halt keiner weil sie gesagt naja für die große Demo kommen wir aber dann irgendwie zu verhandeln irgendwie die Kompromisse mit auszutragen war dann zum Beispiel wieder ein bisschen schwieriger.
00:36:13: also das ist eine Generation die da widersprüchlich isst Also auf eine gewisse Art und Weise was Jugend an sich hat, einen totalen Enthusiasmus hat, eine Schaffenskraft hat und ein Optimismus hat.
00:36:23: Und auch will und versucht auch aggressiv politische Räume zurück zu erkämpfen, was ich wünschenswert finde.
00:36:29: Dann gibt es aber diese große Masse an jungen Leuten die sagen das ist mir alles zu viel!
00:36:34: Ich habe hier Ganztagsschule, ich hab Hausaufgaben dann muss ich noch in den Verein, ich mache hier kein Ehrenamt mehr wenn ich irgendwo hinkommen soll.
00:36:41: Was habe ich denn davon?
00:36:42: Jetzt irgendwie noch Wehrdienst, dann wird das Studium irgendwie noch dichter noch ins Ausland gleichzeitig, also es ist vielen jungen Menschen viel zuviel.
00:36:56: Und
00:36:57: die ziehen sich ein Stück weit zurück und dieses Zurückziehen hat etwas damit zu tun dass sie eher unverbindlich sind das sie nur sporadisch irgendwie zutreffend sind, dass sie quasi eher im digitalen sich absichern, dass Sie irgendwie zwanzig WhatsApp-Chats gleichzeitig offen haben um nicht ins Risiko zu gehen Die quasi Shell-Jugendstudio, wichtigste deutsche Jugendstudie alle vier Jahre bemisst seit ich weiß nicht wie vielen Jahrzehnten was zum Beispiel Berufswünsche sind.
00:37:22: und da kommt bei jungen Menschen eigentlich in den letzten Jahrzehnten immer raus etwas eigentlich durchs Aufstiegsversprechen das durch Bildung erreicht werden kann.
00:37:29: Durch Fleiß und Bildung kann ich Bankdirektor werden, kann ich irgendwie Forscher werden usw.
00:37:34: Und jetzt steht dann natürlich über so Influencer & Streamer was auf einem Viralitätsprinzip basiert.
00:37:39: also ich glaube nicht mehr dass man durch Bildungs- und Fleiß wirklich was erreicht kann, sondern ich muss hier irgendwie Glück haben und das hier irgendwie schnell schaffen.
00:37:47: Und das sind alles natürlich Zeugnisse die für die Politik nicht gut aussehen weil irgendwie natürlich haben wir gerade wenn wir irgendwie auch Verfassungsfeinde auf dem Wahlzettel haben haben eine hohe Wahlbeteiligung.
00:37:57: dann rüben wir uns immer alle wie Guts der Demokratie geht.
00:38:01: Aber wenn wir uns dann mal angucken, was die Berufswünsche sind.
00:38:04: Dann sieht man zum Beispiel bei jungen Menschen doch einen Pissimismus, doch einen Unglauben ans Leistungsprinzip.
00:38:10: Doch irgendwie versuchen wieder ein mehr Beamter zu sein und mehr Sicherheit zu brauchen.
00:38:15: gar nicht richtig politisch entscheidend zu wollen.
00:38:18: Es gibt ein gestiegenes Autoritätsdenken, also dass man wünscht das der Starter schon für einen irgendwie regelt und so... Und das sind schon Dinge die mich zumindest irgendwie auch besorgt zurücklassen.
00:38:27: Ja da geht glaube ich der Glaube an eine Wirksamkeit verloren.
00:38:31: Da ist ja dann vielleicht auch die Klimabewegung auch ein gutes Beispiel.
00:38:36: Also wenn etwas von dieser Dimension, den Engagement in dieser Dimention so langlos verhalt Denn fühlt es natürlich zu dem Gefühl, wir können ja auch mit einer Million auf der Straße stehen.
00:38:50: Aber es ändert ja nichts!
00:38:51: Und was ich am wichtigsten finde und das geht zurück zum Einsamketzthema ist der Verlust der Gemeinschaft.
00:38:56: Also man braucht ein gemeinsames Wir-Gefühl und ein gemeinsimes Wir-Bild?
00:39:02: Das muss auch leidkulturell irgendwie da sein, also dass du auf die Straße gehst und weißt wir beide arbeiten hier gerade.
00:39:07: Wir beide zahlen irgendwie Steuern weil wir beide wollen hier leben und es soll eine wünschenswerte Zukunft für uns beides ein.
00:39:13: Und dieses Gefühl geht zunehmend bei Leuten verloren übrigens bei allen Generationen.
00:39:17: Also sie haben das Gefühl Das durch eine Rationalisierung, durch irgendwie also zum Beispiel soziale Prozesse über KI.
00:39:25: Also wenn man sich früher krank gemeldet hat, hat man den Chef angerufen gesagt ich bin krank.
00:39:29: heute ist es ja oftmals so wenn du in der Agentur arbeitest oder so dann trägst du kurz den Haken ein in der Exitabelle kommst halt nicht und wenn du kommst bist wieder da.
00:39:37: Und KI soll das immer zunehmend weiter automatisieren, also dass diese kurzen Gespräche die du oft auf Arbeitsstätten oder eben auch bei einer Prüfungsanmeldung irgendwie in der Uni und in der Schule oder so hast.
00:39:47: Dass sie quasi digital automatisiert ablaufen sollen wo man ja sagt ist es ein Zeitersparnis stimmt auch.
00:39:53: was ich glaube was wir aber vernachlässigen ist dass dieser soziale Kontakt einen Wert hat.
00:39:59: Also du weißt wenn du dich krank meldest und dein Chef reagiert gut dass du ihm wichtig bist irgendwie dann chef weiß ah das tat dir leid dass du krank bist auch wenn du nichts dafür kannst ungefähr, der Chef schickt dir im Zweifel vielleicht sogar noch einen Apfel oder sagt mach nochmal eine Woche länger Hauptsache die geht es richtig gut.
00:40:12: Also das kann.
00:40:13: wenn's ne gute Beziehungskonstanz ist, ne gute beziehungspflege ist können sich beide einander vergewissern und dann hat man eine Mitarbeiter-Bindung von mir als oder.
00:40:21: ne Gute ist ein gutes Teamgefühl dass einfach wirklich da ist.
00:40:24: und durch KI und Digitalisierung werden die immer weiter weggespart.
00:40:28: Dann haben wir eine Infrastruktur, die immer weniger da ist.
00:40:31: Wo haben wir in den Innenstädten Räume?
00:40:34: Wo man konsumfrei zwang verweilen kann ... Die dritten Räime verschwinden alles und wird monetarisiert.
00:40:42: Alle meine Freunde gehen in den Luxus-Peddl-Club, aber keiner trifft sich an der Tischtennisplatte.
00:40:47: Weil die Tischtennisplatte ein bisschen altbacken an einer Nachbarschaftsecke steht hat, das Gefühl, dass es nichts wert ist, muss was kosten.
00:40:55: dann irgendwie so Running Clubs, wo du aber überall auch wieder Eintritt bezahlen musst.
00:40:58: Damit du irgendwie dabei bist?
00:40:59: Dann ist es von irgendeiner Kaffeemarker noch gesponsert, dass du da auch dein Kaffee trinkst.
00:41:03: also alles wird auf gewisse Art und Weise auch verwertet zunehmend das Gefühl, dich einfach nur mit Freunden zu treffen.
00:41:11: Einfach nur mit den Freunden so sein dass ihr einfach nur Zuhause auf der Couch sitzt.
00:41:16: also es mussten ein Dinner Date sein oder es muss ein Netflix Abend sein.
00:41:19: aber einfach nur zu sein reicht heute nicht weil wir so hoch produktiv hoch funktional geworden sind und Das spiegelt sich.
00:41:26: und dann haben eben Nicht nur in den Städten sondern immer mehr Menschen das Gefühl Dann ist hier keine Solidarität, dann ist hier kein Zusammenhalt.
00:41:33: Dann zerspittert Gemeinschaft.
00:41:34: eine Gemeinsschaft muss ich als eine fühlen.
00:41:37: also sie mussten in Neugier da im anderen haben Sie muss das Gefühl haben du arbeitest für mich also arbeite ich auch gerne für dich.
00:41:43: Ich irgendwie leiste gerne etwas für dich weil Du kannst nicht du bist irgendwie krank oder arbeitsunfähig oder so.
00:41:48: Das muss irgendwie da sein.
00:41:49: und wenn dieses soziale Gehäuse nicht da ist Dann, finde ich, müssten wir eigentlich nochmal ganz anders drüber reden.
00:41:55: Ob das was wir hier gerade miteinander machen eigentlich noch im Grunde demokratisch ist oder ob jeder versucht so ein bisschen eigene Fründe zu retten und wir eigentlich einen echt großen Pessimismus in dieser Gesellschaft haben?
00:42:06: Wenn wir nochmal auf diese Qualität der Kontakte gucken wie identifiziere ich es denn für mich?
00:42:12: Was jetzt einfach nur eine sozialer Kontakt ist und was es eine echte Verbindlichkeit.
00:42:17: So war ich glaube, das ist ja etwas wo's denn eben auf ein Missverständnis gibt.
00:42:21: irgendwie so ey ich bin mit super vielen Leuten connected und doch mit ihm habe ich gestern erst geschrieben.
00:42:25: mit ihr hab ich vorhin ne Nachricht, ne Sprachnachricht geschickt oder so.
00:42:29: also da fehlt es ja anscheinend an den Skills das zu identifizieren?
00:42:34: Was is'ne echte Verbundenheit?
00:42:40: Das ist schwierig von außen zu sagen, es muss jeder für sich entscheiden.
00:42:45: Leute spontan kurz auf der Straße treffe und sie fragen alles gut.
00:42:49: Und ich sag alles gut, dann weiß ich ist das ein Gespräch?
00:42:52: Das kannst du eigentlich in die Tonne hauen.
00:42:54: also da will keiner wissen ob wirklich alles gut ist weil ihr trefft euch ja wirklich gerade nur auf zwanzig Sekunden auf der straße.
00:42:59: dass es nicht die richtige frage dafür.
00:43:01: und meine antwort alles gut is.
00:43:03: auch die absolute lüge weil wenn man mal wirklich fragen würde was in jedem bereichte eines lebensloses wie geht's deinen eltern gibt's einen krankheitsfall stress muss irgendein steuer nach bezahlen irgendwie viele kleine Sorgen zumindest oder irgendwie Projekte, die du dir vornimmst wo du Angst hast.
00:43:19: Oder Beziehungen irgendwo, wo du das Gefühl hast, da probier ich was aus, dann bin ich unzufrieden.
00:43:23: Da weiß ich nicht wie ich was erreichen kann.
00:43:25: Das ist
00:43:25: nie alles gut?
00:43:26: So eben also bei niemandem und irgendwie allein.
00:43:28: dieses Alles Gut ist schon immer verdächtig.
00:43:31: aber man muss eben auch gucken wo sind denn die Räume um solche Gespräche zu führen?
00:43:35: Und wenn, und das habe ich in Berlin ständig irgendwie jeder Abend dann immer ist.
00:43:39: Man sitzt mit sechs Leuten zusammen, dann ist es auch schwierig mit sechs sehr unterschiedlichen Leuten auf so einen Niveau zu kommen.
00:43:44: Eine Person zu treffen ist aber oftmals, oh, ich könnte jetzt auch zwei-drei treffen?
00:43:48: Dann hab' ich nächste Woche ein bisschen Ruhe Vierteln oder quasi Vervierfachen.
00:43:53: So, das heißt man muss die Räume für sich irgendwie finden und dann liegt es eben selbst an einem.
00:43:58: Man kann anderen nur so tief begegnen wie man sich selbst begegnet wenn man das selber nicht hat Wenn man dasselbe nicht weiß über sich wenn man selber auch wegläuft.
00:44:05: wo ich sage da mach Ich mich habe ich mich viel schuldig gemacht.
00:44:08: meine Mutter gestorben vor über zehn Jahren wo ich das Gefühl hatte ah ne ist zu viel Schmerz will ich Nicht.
00:44:13: drüber reden will ich auch nicht dass das einer weiß.
00:44:15: naja Dann triffst du halt alle und belügst und bedrückst dir auf gewisse Art und Weise weil du dir das selber nichts zumutest in dem Moment.
00:44:21: So dann kommt das irgendwann, dann kannst du dir es dir irgendwie auch verzeihen weil du sagst du warst irgendwie noch nicht bereit oder hast dir das nicht zugetraut ist auch okay.
00:44:29: aber seitdem irgendwie habe ich das Gefühl kann man dann auch anders auf Leute zugehen.
00:44:33: und insofern finde ich den Unterschied zwischen alleine sein und Einsamkeit auch so wichtig weil alleine sein für mich einen Grundgarant auch für gute Beziehung ist.
00:44:41: Du musst dich kennenlernen, du musst dich immer wieder kennenlern und nachspülen.
00:44:46: was war dir zu viel?
00:44:47: Wo wurden rote Linien von dir verletzt?
00:44:49: mit wem willst du vielleicht keine Zeit mehr verbringen?
00:44:51: so?
00:44:51: das ist wichtig in... Das erlebst du im Alleine-Sein und im Alleinsein lernst du durch dein permanentes Kennenlernen hoffentlich auch dich zumögen!
00:44:59: Und dass es die absolute Grundvoraussetzung für alles.
00:45:01: wenn du das Gefühl hast du bist eigentlich gar nicht richtig liebenswert und du reichst auch irgendwie nicht richtig Dann gehst du auch nicht auf andere Leute zu, weil du das Gefühl hast, dann bist du ja die Belastung für andere.
00:45:11: Du musst dich schon in so weit gut finden dass du sagst es ist geil was der Andere mit mir zu tun haben darf.
00:45:16: Ja... it's a lot!
00:45:20: Also wir reden über junge Menschen.
00:45:21: also das muss man ja echt alles sich aneignen und da sind wirklich alle Fähigkeiten und die Fähigkeit zur Selbstreflektion Das kriegt man ja irgendwie nicht alles so angeboren.
00:45:38: Wie kriegen wir denn dieses Wissen, diese Kompetenz?
00:45:40: Wie kriegen die zu jungen Menschen damit sie derzeit wie sie ist gewachsen
00:45:45: sind?".
00:45:46: Die Frage kann man jetzt genau... Wir stehen jetzt an einer Weggabelung wo man die Frage beantworten kann indem man jetzt so richtig Resilienztrainer performancemäßig sagt irgendwie naja du musst das und dass und das jetzt hinkriegen und dann bist du gut ausgerüstet usw.. Und ich gehe immer die andere Richtung, dass ich sage der Mensch ist ein soziales Säugetier.
00:46:05: Eigentlich braucht er gar nichts lernen.
00:46:07: Der kriegt das schon alleine hin.
00:46:09: aber er braucht die Rahmenbedingungen in denen auch er selbst sein darf.
00:46:13: und es ist schon in der Schule schwierig wenn du die ganze Zeit nur Abgaben hast Wenn alles gehetzt ist, wenn alle zu viel auf einem Raum sitzen, wenn du Konflikte nicht richtig aushandeln kannst.
00:46:21: Ich weiß, wie mir in der Schule das wahnsinnig viel Spaß gemacht hat, streitschlichter zu sein oder allein dabei zu sein wenn irgendwelche Leute sich auf dem Schulhof geprügelt haben und sich irgendwie dann die Augen gucken mussten und nochmal nachspülen mussten.
00:46:32: Was hatte mich eigentlich ursprünglich verletzt?
00:46:34: Und warum bin ich irgendwie so aggressiv geworden dass ich es nicht bei mir behalten konnte?
00:46:38: Warum war ich unreguliert?
00:46:40: Das sind Prozesse, die wir ja tagtäglich hundertfach erleben Wenn einer mir in der U-Bahn den Platz nicht anbietet oder wenn der Busfahrer mich irgendwie dastehen hat lassen, oder wenn er Paketboote nicht hochgekommen ist.
00:46:51: Oder wenn einem am Telefon nicht Danke sagt oder wenn jemand am Bürgeramt zu unhöflich mit mir umgegangen ist so und wir haben glaube ich immer häufiger fehlend uns im Grunde die sozialen Räume das wirklich nachzuspüren das auszuleben und das ist glaube ich wichtig Kinder, die auf der Straße mit Kreide und einem kaputten Fußball einfach acht Stunden lang mit sich selbst beschäftigt sind.
00:47:12: Die lernen das schon!
00:47:13: Die lernen irgendwie dass da irgendwo eine Stimmung ist, dass man da vielleicht guckt wie können wir die Teams irgendwie mischen?
00:47:19: Dass es fairer zugeht beim Fußball.
00:47:21: Irgendwie der eine muss jetzt zum Mittagessen irgendwie wollen.
00:47:24: will das Spiel dann kurz irgendwie pausieren damit er nachmittags Essen mitspielen kann oder schließen wir ihn jetzt aus weil wir einfach weiter spielen?
00:47:30: also das sind Dinge ich glaube die kommen aus Kindern selbst heraus Aber sie brauchen Räume, die irgendwie okay sind.
00:47:36: Und das sind Räime wo sie hoffentlich in der Schule nicht zu viel Druck haben.
00:47:40: Wo Eltern, die nicht von Termin zu Termin zur Performance, zur Leistungssteigerung selbst Optimierung, Selbstausbeutung zu allem hindrängen und wo wir auch im digitalen Raum einfach Räumen haben, wo nicht nur derjenige belohnt wird, der das krasseste Poste sondern wo es auch ok ist wenn du kein Facelift drauf hast.
00:47:58: Und mit Räumen meinst du wahrscheinlich auch die zeitlichen Räume, ne?
00:48:00: Weil ich glaube das ist ja eben die große Herausforderung.
00:48:02: Dass im Moment alles so dermaßen schnell getaktet ist, dass ja niemand hinterher kommt also geschweige denn die Evolution.
00:48:10: Wahnsinnig dicht!
00:48:11: Also jetzt habe ich das Einsamkeitsbuch geschrieben, ich glaub, zwanzig-zweiundzwanzig, jetzt sind welche vier Jahre später... Jetzt hab' ich vor ein paar Monaten ersten Buch über Achtsamkeit geschrieben.
00:48:21: und eben nicht Achtsammkeit im Sinne von Zur Ruhe kommen Spiritualität, Befreiung.
00:48:26: Sondern all das was eigentlich unter Self-care und Achtsamkeit und Wellness verkauft wird aber eigentlich wieder nur ist du musst in den Paddelklub du musst zum Pilates nimm bitte dieses Kreativen Du brauchst die Nahrungsergänzungsmittel.
00:48:39: also du musst eigentlich bei so einer Five AM Routine Die alle möglichen Studenten heute ja schon umsetzen.
00:48:44: Fünfhundert Euro ausgegeben haben für das richtige Kreativ für die irgendwie weiß ich nicht für deine Akkupressurmatte Für irgendwie den Reformapilatis dein perfektes Frühstück irgendwie und so weiter.
00:48:55: Da hast du dann ja erst mal wieder den Druck, wie musst du dir abends das Geld erstmal wieder verdienen damit es reinkommt?
00:49:00: Dann musst du ja aber wieder um fünf Uhr aufstehen, d.h.
00:49:02: du musst um acht Uhr ins Bett, wann willst du denn da deine Freunde treffen?
00:49:05: Also es gibt zunehmend auch unter dem Versprechen von wir machen mehr Resilienz, Wir machen mehr Gesundheit, wir machen viel Spiritualität, mehr Achtsamkeit verbirgt sich halt eine Art von Selbstoptimierung Leistungssteigerung und Druck.
00:49:18: Und das ist das, was eben viele Eltern, die wollen ihre Kinder nicht fertig machen.
00:49:22: Die glauben ja, dass sie das gut für dir ist.
00:49:24: Sie darf von Termin zu Termin schicken, die irgendwie auszurüsten, den alles zu kaufen, wenn da Druck in der Schule ist und so.
00:49:31: Also sie wollen sehr das Richtige.
00:49:33: Ich hab das Gefühl, dieses viel mehr an Konsum immer dichter mit der Zeit umzugehen, immer mehr Kompetenzen zu sammeln auch auf gewisse Art und Weise destruktives.
00:49:44: Ich sage immer, wir gönnen uns den Urlaub, den wir brauchen.
00:49:47: Weil wir so viel arbeiten und wir arbeiten soviel damit wir uns den urlaubgönnen, denen wir brauchen weil wir so viele arbeiten also was ja am ende ehrlich gesagt dann auch immer schnell dass man da hinkommt, das ist eigentlich eine Kapitalismuskritik.
00:49:58: Total.
00:49:59: und ich hab immer mehr Freunde die entweder wenn sie Urlaub machen, machen Sie so komplett Detox um mal komplett runterzukommen irgendwie und sich eigentlich eben zu reparieren wie dafür die Arbeit oder sie machen inzwischen auch Vacation irgendwie irgendwie Work-Action also quasi auf der Strangtiege wird gearbeitet damit die Zeit ja nicht als Urlaub wegfällt ungefähr Und es ist alles irgendwie nicht gut glaube ich
00:50:23: Eine bisschen persönlichere Frage, weil du hast mal gesagt, dass dich deine politische Arbeit die du ja auch schon sehr lange machst.
00:50:31: Dass sie dich auf eine Art auch einsam gemacht habe?
00:50:34: Ich weiß nicht ob das ein korrektes Zitat ist so kannst du das beschreiben wie warum?
00:50:42: Ja also es kann man nicht denken ohne quasi andere Ebenen in meinem Leben.
00:50:46: Also wer wahrscheinlich dass der Tod meiner Mutter nicht passiert dann wäre wahrscheinlich auch Die Einsamkeit so ein bisschen beim Arbeiten nicht passiert.
00:50:52: Aber die Art und Weise, wie ich gearbeitet habe nämlich nicht quasi als Angestellter von neun bis fünfzehn Uhr.
00:50:58: Und dann hab' ich Freizeit sondern sehr selbstständig hat schon bedeutete sie mich auch zu ballern konnte mit Projekten.
00:51:04: In der Politik geht das halt wahnsinnig gut.
00:51:07: also was in der Politik generell ja auch Abgeordnete die morgens schon um sieben Uhr beim ersten Frühstück beim Kaninchenzüchtervereinen sind dann zum parlamentarischen Abend haben und dann noch um ein Uhr nachts irgendwelche Reden vorbereiten müssen für den nächsten Morgen wo ist denn da Zeit für Nachbarn?
00:51:21: für Familie so richtig, für Partnerschaft.
00:51:24: Und wenn du mit solchen Leuten permanent zusammen arbeitest wo es normal ist das quasi das was dir eigentlich wichtig ist sowas wie Freundschaften und Nachbarschaft und so Wenn das irgendwie auf eine Art und Weise abgewertet wird weil's gar nicht sichtbar is.
00:51:36: Dann übernimmst du es auf, gewisse Art und Weise.
00:51:38: Und dann hat das viel auch mit Alkohol zu tun.
00:51:40: Es hat viel zu tun mit Zehntausend Termine am Tag immer in den gleichen Worthösen und Schablonen.
00:51:46: Da passierte das im Bundestag ausständig, dass du immer wieder wen triffst, den du schon kennst und fragst alles gut und alle sagen alles gut.
00:51:52: Und da ist nicht die Zeit!
00:51:54: Und diese Rastlosigkeit, die der politische Betrieb auch mit sich führt, auch ehrlicherweise das Misstrauen weil du hast ja ganz oft Intrigen hinter deinem Rücken.
00:52:02: wer möchte jetzt auf dem Wahlzettel?
00:52:03: Wer will deinen Job?
00:52:04: Wer wird jetzt befördert... Wer nicht, das spielt alles.
00:52:07: Das ist am Ende ein schwieriger Betrieb und mich hat mich auf gewisse Art mitgenommen.
00:52:15: Am Ende ist es ein dystopisches Bild.
00:52:17: Wir haben Politikerinnen, die aufgrund ihrer Tätigkeit vereinsamen.
00:52:23: Und wir haben eine Bevölkerung, die eine Glauben an der Wirksamkeit verliert, die sich nicht gesehen fühlt oder gehört
00:52:31: fühlt
00:52:33: den Politikerinnen nicht mehr glaubt.
00:52:36: zu dystopisch das Bild?
00:52:39: Ja,
00:52:39: schon natürlich.
00:52:41: Aber es ist ... Ich meine die Tendenz stimmt.
00:52:44: Die Tendenze war aber ehrlicherweise bei den Politikern selbst.
00:52:48: Früher war's eigentlich schlimmer.
00:52:50: Wir haben jetzt ab und zu mal in Neuseeland die Regierungschefin oder so, die auch mal irgendwie sagt oder in Finnland.
00:52:56: Ich darf auch mal tanzen gehen, wenn ich Regierungsschefin bin.
00:52:58: Wie gut
00:52:59: das dann tut!
00:53:00: Oder ein Harbeck der tatsächlich in seinem Bundestagswahlkampf ja bei Leuten auch in der Küche saß.
00:53:05: Und wo es auch mal sowohl tunt war, das ist gar nicht meine.
00:53:08: ... Aber wo es auch wohltuend war, wenn ein Interviews irgendwas gefragt worden ist.
00:53:11: Dass er gesagt hat, weiß ich einfach noch nicht.
00:53:14: Muss ich mal lesen?
00:53:15: Danke dass du sagst!
00:53:16: Also weil es scheint ja ein eisendes Gesetz zu sein in der Politik auf gar keinen Fall jemals einen Fehler zuzugeben.
00:53:24: So.
00:53:24: Weil dann könntest du ja Vertrauensverlust erleben oder irgendetwas.
00:53:28: und ich finde das hat so gut getan, dass er einfach mal auch immer gesagt hat... Weiß ich jetzt gar nicht oder wer schon da lag, ich falsch.
00:53:33: Ja
00:53:33: und dann in Peter Tauber oder ich hab den Namen vergessen Rot von der SPD auch ein Politiker die ja über Burnout sprechen, über ihre mentalen Schwierigkeiten sprechen so das sind natürlich schon auch Politikatypen die so nachwachsen, die nachkommen und die vielleicht auch mal einen Gegenpoel setzen können.
00:53:49: aber grundsätzlich ist der Betrieb der gleiche Die Schlagartigkeit wie jetzt auch so Paul Ronsheimer seinen Podcast im Prinzip jeden Tag alle paar Stunden fast aus einem Van aus dem Kriegsgebiet schaltet.
00:53:59: Da musst du Politiker wahnsinnig schnell für Interviews bereit stehen.
00:54:02: Und dann musst du Content gleichzeitig machen irgendwie auf allen Plattformen und so, also es ist ein stressiger Beruf mit dem ich auch überhaupt nicht tauschen möchte.
00:54:11: Man kann verzeihender sein man kann zugänglicher mit Politikern sein den vielleicht weniger auf einer sehr trockenen irgendwie flachen Leistungsebene abverlangen So, und das wäre auch wie ich es machen würde.
00:54:22: Also ich würde irgendwie vielleicht dreimal weniger in eine Talkshow gehen und vielleicht einmal aber ein richtiges Gespräch finden oder das mal aufschreiben.
00:54:30: Oder was Politiker nicht so richtig machen weil sie zu wenig Zeit haben ist zu lesen.
00:54:34: Es gibt ja unendlich viele neue Sachbücher von unendlichen vielen guten Wissenschaftlern über unendliche neue gesellschaftliche Phänomene.
00:54:42: Aber dass ein Politiker wirklich mal irgendwo auf einer Fahrt sich einen Flug rausnimmt die Ruhe hat auch zu lesenen nachzudenken Es ist in der Art und Weise wie dieser Beruf organisiert, es eigentlich nicht vorgesehen.
00:54:54: Und das ist ein Problem!
00:54:55: Ich glaube wir können insgesamt alle ein bisschen nachsichtiger miteinander sein und ein bisschen verzeihender... ...und ich bin im Gespräch mit Gynna Balci, da sie wird darauf gekommen auch mehr Musik hören würde vielleicht helfen Und haben dann das Modell entwickelt, dass alle PolitikerInnen vielleicht einfach einmal die Woche ein Deutschrap-Album hören sollten und mit anderen Lebensrealitäten in Kontakt zukommen.
00:55:19: Auch das könnte den Blick weiten!
00:55:22: Und lesen ist natürlich irgendwie auch nie falsch total.
00:55:25: Okay, und ich habe verstanden, dass du dieses ganze Bewusstsein hast und es offenbar für dich auch ganz gut umgesetzt bekommst.
00:55:33: und auf dem Wege auch einfach auf deine eigene mentale Gesundheit zu achten So macht's dir anscheinend.
00:55:39: Also ich bin jetzt fünfundreißig und hab dadurch, dass sich eben mit Politikberatung und meinen publicistischen Projekten und so sehr selbstständige Arbeiter wenig wahnsinnig privilegiert muss man natürlich dazu sagen also Ich bin nicht der Student Der viel Jobs parallel machen muss um diese Stadtraummiete bezahlen zu können Und dann würde es wahrscheinlich anders aussehen?
00:55:58: Ich habe mir mein Leben jetzt so gebaut das ist total entspannt.
00:56:01: für mich abläuft Dass ich viel weniger arbeite als ein friedlich März von mir verlangen würde Und ich glaube, dass sich dadurch besser arbeite.
00:56:09: Also ich angel total viel, bestimmt drei, vier Mal die Woche eigentlich wenn es eine gute Woche ist an der Havel und das ist ne Entspannung, die krieg' ich nicht!
00:56:18: Wenn ich mit zwanzig Leuten in so einem Yoga-Studio im Prenzlauer Berg bin, dann rieche ich die alle, da sind sie mir zu nahe, das will ich einfach nicht.
00:56:24: Ich gehe dann raus in die Natur, ich brauche das auch, dass ich nicht nur da irgendwo rumstehe sondern ich muss mit meiner Warthose durch die Fließgewässer laufen, ich muss spüren wie kalt das Wasser ist, wie das genau fließt von der Flies... Geschwindigkeit.
00:56:36: Dann passiert es ewig und tausendmal, dass ich nichts angle.
00:56:40: Das heißt dann guckst du so um fünf Uhr irgendwie morgens an den Himmel hoch, dann siehst du ein paar Morgenplaneten, dann googlst du wie denn eigentlich die Himmelskonstellation sind?
00:56:47: Irgendwann kannst du das ein bisschen!
00:56:49: Und dann gibt's andere Sphären auf einmal für dich.
00:56:51: Dann fühle ich mich durch eine bestimmte Himmelkonstelleration viel verbundener, dann fühle Ich mich durch wenn ich auf dem Wochenmarkt bin weil ich dann weiß welche Bäume und welche Pflanzen zu welcher Jahreszeit wachsen.
00:57:01: Fühl mich mit einer Natur ganz verbunden, fühle mich mit Essen auch ganz verbinden.
00:57:04: also Also die Art und Weise, wie ich Kreatin-, Proteinregel irgendwie morgens in mich reinstopfe hat für mich nichts mit Essen zu tun.
00:57:10: Da geht alles Sinnlichkeit, alles Lustempfinden für mich verloren!
00:57:14: Und ich würde schon sagen was Ich und das hat auch mit Einsamkeit zu tun ist eben dass alles in Verbindung sehen.
00:57:19: also ich habe schon das Gefühl dass das was Einsamkeiten ausmacht nicht nur diese Schaltfläche von da sind einzelne vereinzelte Menschen sondern Alles hat Nichts miteinander zu tun dieses Entgrenzte, alles ist jedem fremd.
00:57:34: Das kann man ja quasi eben auf einer mentalen Struktur lesen und mich macht wahnsinnig gesund das Gegenteil zu leben.
00:57:40: also ich habe was damit zu tun wie dieser Zugvogel da gerade fliegt und ich hab etwas damit zu tun warum die eine in meiner Klasse gerade trauert.
00:57:47: weil die Trauerfahrung steht mir noch bevor Also Kontakt im Dingen zu finden Zusammenhänge auch in Essen und Trinken mit Natur zu finden.
00:57:55: Ich hab früher irgendwie auch teilweise Essen bestellt und dann kam es an, da hatte ich keinen Hunger mehr.
00:57:59: Dann stand das darum, der hat ja auch kein Bezug zu Geld auf eine gewisse Art und Weise oder bin ich mit dem Taxi hin- und hergefahren?
00:58:04: Und dann war's mir irgendwie egal so.
00:58:06: Und ich habe schon das Gefühl, dass man Verbindung zu Dingen braucht.
00:58:09: In so einer Konsumwelt wo wir uns alle wahnsinnig viel anhäufen, wo wir Netzwerke haben auf Instagram und LinkedIn, in denen man gar nicht genau weiß wer die Leute eigentlich sind, da gehen Bezüge verloren.
00:58:20: Das ist diese Art neuer Einsamkeit, wo du dein Dorf ... mehr zusammenhalten kann, weil alles beschleunigt ist und alles zu viel.
00:58:28: Und das ist das worauf ich bei mir achte und auch achten kann – weil ich privilegiert bin auf gewisse Art und Weise -, dass ich da meine Schäfchen zusammenhalte so ein
00:58:36: bisschen.".
00:58:38: Ich wollte genau das Gleiche sagen!
00:58:40: Das war's, was sie sagt.
00:58:43: Ja vielen Dank und ein schöneres Schlussplädoyer hätte ich mir gar nicht wünschen können.
00:58:50: Und wir haben es aufgenommen.
00:58:51: ist das geil!
00:58:51: Man kann immer wieder zurückspulen und kann sich das noch mal anhören und kann sagen so, ah ja stimmt, das ist auch nochmal ein schönen Hinweis.
00:58:58: Diana voll geil, vielen Dank für den tollen Input.
00:59:03: Ich entlasse dich nicht ohne tatsächlich ein Stück Musik So, für unsere Kopfsalatsongs-Playlist.
00:59:10: Also ich möchte natürlich unbedingt wissen was für dich ein wichtiger Song ist, der dir etwas bedeutet und den du uns mitgebracht hast?
00:59:16: Habe ich eh mal im Auto drüber nachgedacht.
00:59:19: Es gibt in Berlin den FC Victoria also es eine Berliner Fußballmannschaft gibt's schon ewig und seit ein paar Jahren gibts den FC Victoria Berlin als Frauenmannschaft ein großes Frauenfeministisches Projekt.
00:59:30: Und wir haben uns als Freundinnen in den Dreißigern gedacht, naja, wir gehen jetzt nicht mehr die ganze Nacht ins Berg heilen und wo können wir uns mal treffen ohne dass Alkohol eine Rolle spülten?
00:59:38: Haben gedacht.
00:59:39: Na ja dieser Sonntagmittag das wäre doch eigentlich schön.
00:59:41: immer so ein bisschen Frauenfußball, ein bisschen Feminismus da sind Hunde erlaubt, da sind Kinder erlaubte gibt's Waffeln.
00:59:46: also es ist irgendwie nett!
00:59:48: Und seitdem gehen wir da jetzt seit zwei drei Jahren immer hin und haben uns quasi die ersten lesbischen Hooligans quasi getauft und wir sind die Blue Oysters Und unser Song, den wir da immer anspielen und anstimmen ist von Luna Varmossalla-Plyer.
01:00:02: Und dann singen wir immer Varmosalla Plyer, singen die Blue Oysters, Die Himmelblaue Kurve feuert euch an!
01:00:08: Das ist eigentlich auch ein dritter Ort, dem wir uns selbst gebaut haben.
01:00:12: Okay ja mega... und ein kleines Update für die Fußballkultur finde ich sehr gut, die feministischen Ultras.
01:00:18: Kann man doch als Typ auch?
01:00:20: Ja, die sind willkommen.
01:00:21: Okay hervorragend, gut.
01:00:23: Schau mich mal vorbei.
01:00:25: Ich darf auch noch ein Song draufpacken.
01:00:27: Vielen Dank für den Beitrag, ich habe darüber nachgedacht mit Generationen oder so.
01:00:33: dass wir dazu schon einige Songs auf der Playlist haben.
01:00:37: Wir haben Set Generation Happy Pictures von Noga Eres, wir haben was Altes nämlich My Generation from the Who, haben wir drauf.
01:00:46: trotzdem wollte ich eben unbedingt mit Generation und deswegen habe jetzt auch nochmal etwas altes, nämlich Generation X. es gab ja tatsächlich mal die Band Generation X, die die meisten kennen den Singer Billy Idol, der dann später halt eben Solo gemacht hat und das ist der Song, den er einmal mit seiner Band mit Generation X aufgenommen hat noch mal Solo herausgebracht hat und das ist Dancing With Myself.
01:01:08: Wann hast du das letzte Mal mit dir selber getanzt?
01:01:12: Ja, schon vor ein paar Wochen aber schon auch also so lange es nicht her.
01:01:16: Okay, geil!
01:01:17: Sehr schön.
01:01:18: Aber
01:01:18: nur weil die anderen zu früh schlapp machen und ich dann doch tanze.
01:01:22: Weil du denn nämlich doch auch nochmal ins Berg hingehst nach dem Du hast einen danken Mittag für die feministischen Hooligans.
01:01:28: Da schlafe ich dann.
01:01:28: Also ich bin dann die Person die dann doch auf der Tribüne schläft vielleicht.
01:01:33: Diana, vielen Dank für dein Besuch und uns bleibt nur noch eins zu sagen.
01:01:39: Tschüss!
01:01:41: Wenn ihr euch nicht sicher seid ob ihr selbst unter einer Depression leidet oder Freunde verwandte und bekannte dann geht zur Hausärztin oder zum Hausarzt.
01:01:50: Infos zu weiteren Anlaufstellen- und Krisenberatungen findet ihr auf der Homepage von Freunde fürs Leben auf frnd.de.
01:01:58: Dort könnt ihr den Verein und damit auch diesem Podcast mit Spenden unterstützen.
01:02:02: Diese Folge ist Teil unserer Sonderedition Einsamkeit.
01:02:06: Diese Staffel wird durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
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